«Frauen haben die gleichen Symptome, präsentieren sie aber anders» | Ana Buadze
Shownotes
Viele Frauen spüren jahrelang, dass etwas nicht stimmt und hören doch immer wieder dieselben Erklärungen: zu sensibel, zu erschöpft, zu perfektionistisch. In dieser Folge spricht Thomas Meyer mit Ana Buadze, der Leitenden Ärztin der Spezialambulanz ADHS Erwachsene, darüber, warum ADHS bei Frauen so spät erkannt wird – nach Jahren der Fehldiagnosen.
Dieser Wissenspodcast ist dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Takeda Pharma AG und der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich möglich.
Moderation: Thomas Meyer Eine Produktion von FatzerImbach AG www.fatzerimbach.ch
Dieser Podcast dient ausschliesslich der Information und ersetzt keine ärztliche Konsultation. Therapieentscheidungen sollten stets gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.
C-ANPROM/CH/ELVA/0003_03/2026
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo!
00:00:01: Ich bin Thomas Meyer, Vater, Autor, Lehrer und von ADHS-Betroffener.
00:00:08: Bis zu meiner Diagnose verstand ich nicht, warum mir gewisse Dinge so schwerfallen und andere dafür leicht.
00:00:14: Zum Beispiel schiebe ich alles bis zum letzten Moment auf und begeister mich ständig für etwas Neues.
00:00:21: Mit dieser Podcastreihe versuche ich herauszufinden was hinter ADHS genau steckt.
00:00:27: Im Gespräch mit Fachleuten erfahre ich, wie Betroffene groß und klein funktionieren und wie uns geholfen werden kann.
00:00:36: Danke dass Sie hier sind und zuhören!
00:00:39: Wir befinden uns hier im Spezialambulatorium für ADHS der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich in Zürch-Ornlikon.
00:00:49: Ich bin hier im Büro von Frau Anna Boerste der leitenden Ärztin und einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.
00:00:57: Guten Tag Frau Boerste!
00:01:00: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen für unser Gespräch.
00:01:02: ich bin sehr gespannt was sie uns zu erzählen haben.
00:01:05: zum Thema Frauen mit ADHS
00:01:08: Ja?
00:01:09: Sehr gerne Mike.
00:01:10: Dieses Spezialambulatorium für ADHS gibt es das schon länger
00:01:15: In dieser Form mit sieben Personen seit ... würde ich sagen sieben acht Jahren Ja, aber historisch gab es auch vorher den ADH-Amblatorium unter der Leitung meiner Vorgängerin Frau Professor Eich.
00:01:30: Da waren wir aber deutlich schlechter besetzt.
00:01:34: Die Erkenntnis des ADHs bei Frauen anders ausschaut als beim anderen.
00:01:38: ist er eher jung?
00:01:41: Waren die Patienten anfangs ... geschlechtlich gleich aufgeteilt?
00:01:45: oder haben sie jetzt ein Übergewicht an Frauen, wie schaut das aus?
00:01:49: Das ist eine super wichtige Frage.
00:01:52: Weil ADHS natürlich historisch so gewachsen ist.
00:01:57: also ich weiß nicht ob Sie Herrn Heinrich Hoffmann kennen den Autor von Strobelpeter der hat ja damals dem Zappelfild beschrieben und war ja männlich und historisch hat das Ganze dann sehr sehr männerlastig angefangen Und so ist das auch recht lange gegangen.
00:02:16: Dementsprechend sind all diese Fragebügen zum Beispiel und diagnostisches Gewicht immer auf Männer fokussiert gewesen, also z.B.
00:02:26: Fragebügen gibt es bis heute nur für Männer speziell und nicht für Frauen.
00:02:32: Was wir jetzt in den letzten Jahren gesehen haben dass das Bewusstsein in der Gesellschaft zugenommen hat.
00:02:40: Dass es eben auch Frauen gibt, die ade-heiß betroffen sind und zunehmen kommen natürlich auch zu uns Frauen.
00:02:47: Ich würde sagen so ungefähr seit fünf Jahren.
00:02:50: Zunehmend heißt dann... Ich
00:02:52: würde sagen, genau das ist ja eigentlich der Punkt.
00:02:55: Früher hat man angenommen dass es auf zehn Männer nur eine Frau kommt.
00:02:59: also in ganz früheren Artikel wissenschaftlichen arbeiten und jetzt kann man sagen im klinischen Setting Also hier bei uns in Erlikon-Ambulatorium haben wir das Ratio oder das Verhältnis eins zu eins
00:03:11: Und trotzdem ist der Fragebogen weiterhin männlich
00:03:15: Richtig!
00:03:16: Warum
00:03:16: denn?
00:03:18: Das hat historische Hintergründe.
00:03:20: Der Erstbeschreiber in der deutschen Medizinischen Literatur hat diesen Zappelphilip oder Hansguck in die Luft, das ist diese unaufmerksame Form von ADHs beschrieben und man hat früher wirklich nur gedacht, dass es typisch klassisch männlicher Erkrankung...
00:03:37: Aber es ist jetzt nicht mehr früher?
00:03:38: Es ist ja
00:03:39: jetzt!
00:03:40: Warum gibt's denn keinen Vorgebogen für
00:03:42: Frauen?!
00:03:43: Das erinnert mich bis heute.
00:03:45: und also die Fachkräfte sind daran, tatsächlich etwas zu prüfen was auch wirklich für Frauen verhebt.
00:03:54: Es gibt nämlich eine Fragebogen für Frauen.
00:03:57: Eine amerikanische Forscherin hat das entwickelt und man hat sehr große Hoffnung da drin gehabt um diese Frageboggen wenn man es dann vergleichen hat mit den gängigen Fragebungen hat wie versagt.
00:04:09: Also es liefert keine besseren Werte von Patricia Queen, heißt die Wissenschaftlerin.
00:04:16: Und diesen Fragebogen hat man dann den Fragebogen von Männern verglichen und sind weniger brauchbar für Frauen.
00:04:25: Also bis jetzt arbeiten wir wirklich immer noch mit dem Fragebögen zu Männern was Testungen angeht.
00:04:31: aber ich sage immer meinen Kolleginnen wenn die Frauen nicht so hohe Punktzeilen erreichen also es gibt ja einen gewissen Score das sie Betroffenen erreichen müssen dürfen Sie sich nicht umsichern lassen In diese Sache.
00:04:43: Und Fragebögen sind ja nur ein Teil der ganzen Geschichte, oder?
00:04:46: Die heißt Diagnosis ist ein großes Puzzle!
00:04:50: Welches Kinderbuch hat es auch noch gebraucht, nebst dem Struvelpeter?
00:04:54: Ist ein Zappelfille.
00:04:55: Es gibt ja Vermutung dass die Pauline, die dann koppelt mit dem Feuer spielt und bei Unaufmerksamkeit tatsächlich also sehr tragisches Buch verbrennt und verstirbt.
00:05:09: man vermutet das eine weibliche ADHS-Betroffene sein könnte aus dem Strummelpeter.
00:05:17: Das Problem ist ja Jungs sich deutlich anders präsentieren.
00:05:23: Und das weiß man aus Gendermedizin heutzutage, dass Männer in vielen Erkrankungen zum Beispiel ganz anders sich präsendiert.
00:05:32: Herzinfarkt ist so ein parade Beispiel.
00:05:34: Männer haben Angstschweiß, Schmerzen in den Arm, die ausstrahlen und bei Frauen kann sich Herzinfakt mit Übelkeit unterbrechen.
00:05:44: Man kann das übertragen, dieses Beispiel von der Somatik auch auf psychiatrische Symptome.
00:05:56: Man kann sagen dass Männer mit ADH ist deutlich mehr auffallen.
00:06:01: die Jungs sind disruptiv Die sind zappelig und Frauen sind eher introvertiert internalisierend und ruhiger.
00:06:11: Was stört jetzt im Klassenraum mehr?
00:06:15: Ein Bub, der mehr Stress macht oder eine Frau, die vor sich irgendwas herkritzelt.
00:06:20: Und so bekommen Männer spannenderweise oder Jungs auch viel früher die Hilfe, kriegen auch viel frühe Unterstützung, eventuell eine Beschulung, Abklärung.
00:06:35: und dadurch ist in der Forschung und das sehen wir auch klinisch, haben Männer andere Selbstbewusstsein als Frauen mit ADHS.
00:06:46: Weil die Frauen viel länger diese Symptome mit sich herziehen, viel später diagnostiziert werden, viel häufiger von den Peers victimisiert werden, gemockt werden und dann in so eine negative Entwicklung reingehen.
00:07:03: Was sind denn typische weibliche ADHS-Symptome?
00:07:07: Ich würde nicht sagen, dass es typischer weiblicher Adelheissymptome gibt.
00:07:11: Ich glaube die Symptome wie... Überaktivität, Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörung als Kernsymptome sind bei Männern und Frauen gleich.
00:07:22: Das möchte ich so richtig mal festhalten.
00:07:24: nur die Präsentation kann anders sein.
00:07:26: also ein hyper aktiver Bub kann herum rennen zum Beispiel Und ein hyper aktivist Meidli ist dann im Wien am Herumgritzel oder am Herumenmalen Oder dreht ständig an den Hahn.
00:07:38: hatte auch schon viele Patientinnen spielen mit dem Schmuck Schmucksachen.
00:07:45: Ich hatte mal eine Patientin, die gesagt hat sie sei nicht hyperaktiv und als sie rausgegangen ist nach jedem Gespräch Lagen auf dem Stuhl immer zerfetzte Taschentücher.
00:07:53: Also das sind eher so innere Unruhe was die weibliche Personen beschreiben Und viele kleine feine Bewegungen, die Sie machen.
00:08:03: Aber das ist interessant.
00:08:04: ich glaube ein hyper aktiver Mann merkt, dass er hyperaktiv ist und diese Frau von der Sie gerade erzählen war überzeugt sie es nicht.
00:08:14: Obwohl sich ich hyperaktif betätigt habe.
00:08:16: Richtig richtig!
00:08:17: Und ich nehme an dieser Verzerrung kommt häufig vor.
00:08:22: Riesig was man sagt auch das zum Beispiel Mädchen Auch sehr viel reden, die Hyperaktivität durch das Reden.
00:08:30: Also ist das Geschwatzige im Unterricht auffallen, dass die andere stören.
00:08:34: durch das viele Reden.
00:08:36: und ich hatte mal paar Patientinnen und eine hat mir das erzählt immer auf der Reise irgendwo hin gab es ein Spiel in der Familie Ein Spiel des Schweigens Das heißt wer am längsten schweigen würde würde dann gewinnen, also so haben die Eltern versucht mit der Situation umzugehen.
00:08:56: Im Auto ist man angestallt darf man nichts machen.
00:08:59: deswegen muss man immer schauen wie sich die Symptome der Hyperaktivität äußern.
00:09:03: und es gibt natürlich auch weibliche Personen die sich viel bewegen.
00:09:07: das gibt's auch.
00:09:08: also das ist nicht keine seltenheit.
00:09:13: stattdessen werden Frauen ja häufig mit Angststörung oder Depressionen diagnostiziert was läuft auch falsch.
00:09:22: Es ist tatsächlich, wenn Sie sich daran erinnern mögen was wir gesagt haben mit diesem Negativen.
00:09:31: Mit diesen Negativspirale bei Frauen das heißt zu spät diagnostiziertes ADHS im Schnitt vier Jahre später als bei Buben viele Versagensängste Rückweisung Das Durchfall zum Beispiel in der Schule führt dazu dass die dass die so eine Depressionen oder depressive Stimmung entwickelt, negative Stimmung, negative Selbstbildentwickel und zudem Angst haben.
00:09:58: Also Bauchschmerzen etc.
00:10:01: Und später wenn man das gar nicht erkennt oder behandelt kann sich das wirklich zu einem Depression entwickeln.
00:10:08: und da muss man einfach sagen Das ist sekundär.
00:10:11: und so kommen meistens bei uns Frauen nachdem die im V-III Psychiaterin, Psychologinnen besucht haben, Therapien versucht haben und vielleicht auch gar nicht auf Antidepressiva angesprochen haben zu uns.
00:10:24: Weil sie übersehen werden!
00:10:26: Und eigentlich ist bei denen die Depression praktisch keine primäre Störung sondern nur sekundär.
00:10:33: also es ist im Prinzip historisch biografisch entwickelt sich sekunder Aufgrund der ADHS oder aufgrund der Störung, dann praktisch die sekundäre Erkrankung in Form von Depression oder Angst.
00:10:46: Mit dieser Krankengeschichte wie komme ich zu Ihnen als Frau?
00:10:51: Eben über Umwege!
00:10:53: Aber was ist ein Umweg, der von diesem Irrweg zu Ihnen führte?
00:10:59: Ich stelle mir vor, ich bin eine Frau und schon etwas älter.
00:11:03: Ich habe all die Leiden, die Sie beschrieben haben.
00:11:06: Ich weiß nicht von meinem ADHS.
00:11:09: Die Antidepressiva bringen nicht wirklich was... Was braucht es damit ich hier bei Ihnen sein darf?
00:11:16: Einen Psychiater den vor ADHS gehört hat und eine gründliche biografische Anamnese
00:11:23: v.a.,
00:11:23: das ist extrem wichtig!
00:11:25: Also neben all diesen Fragebögen ist sehr, sehr wichtig dass man das Leben dieser Frau wirklich im Lenkschnitt beobachtet und er fragt, was seit der Geburt bis zu jetzigen Zeit passiert ist.
00:11:39: Das ist das, was Allihais als chronische Erkrankung oder als Lifespan-Störung auszeichnet.
00:11:46: D.h.,
00:11:47: man muss auch als Psychiater, der jetzt nicht auf Allihai spezialisiert ist durchaus im Rahmen der Biografie die richtigen Fragen stellen.
00:11:57: Und dann kann man die Patienten uns zuweisen Und wir beschäftigen uns dann mit dieser konkreten Diagnose oder Abklärung.
00:12:05: Ja, aber häufig ist wirklich wie sie gesagt haben Ölweg- oder Umweg über viele Jahre zuteil.
00:12:12: auch Hospitalisationen und ADHS wird nicht erkannt weil in dem Moment halt eben Depression oder Angst im Vordergrund sind.
00:12:20: Aber man muss ein bisschen weiter schauen dahinter schauen.
00:12:23: Jetzt habe ich das Glück und lande hier bei Ihnen, weil irgendein schlauer Psychiater vermutlich dann eine Psychiatorin auf die Idee kommt.
00:12:32: Es könnte auch ein ADHS liegen Und wir reagieren dann die Betroffenen wenn sie hier sitzen und von ihnen hören dass das vermutlich das Problem immer war
00:12:45: Da gibt es tatsächlich sehr verschiedene Reaktionen finde ich auch eine sehr wichtige Frage Weil Man so ein bisschen die Hoffnung und Erwartungshaltung auch anschauen muss.
00:12:57: Es gibt natürlich sehr tragische Fälle, wo man sagen kann mit fünfundfünfzig nach dem Tischstudium die Lehre mehrere Arbeitsplatzwechsel gegeben hat.
00:13:09: dann die Diagnose mit sechzig-fünfundzig zu vergeben führt natürlich zu einem Ärgernis vielleicht auch zu Wut zur Traurigkeit Manchmal zu vorwürfen den Eltern gegenüber, die hätten das doch besser wissen müssen.
00:13:25: Dabei sind Probleme ja häufig auch gesellschaftlich oder dass die Gesellschaft eigentlich... häufig eben die psychische Erkrankungen stigmatisiert und sich die Eltern gar nicht getrauen, diese Personen abzuklären.
00:13:41: Die Kinder oder die selbst gar nicht darüber gehört haben.
00:13:44: also es gibt ganz ganz verschiedene Reaktionen Wut Trauer Erleichterung auch und das Gefühl eine Erklärung zu haben für vieles.
00:13:55: Das kann auch sehr erleichtern, dass die Patienten das Gefühl haben, ah ja!
00:14:00: Das ist das und was dazu geführt hat, dass ich aus der Schule gefallen bin, dass Ich mehrere Arbeitsplätze gewechselt habe, dass sich zum Beispiel Chaos Zuhause habe.
00:14:12: Viele Patientinnen machen ja einen sozialen Rübzug aufgrund von Chaos weil sie es nicht im Griff haben Und haben Mühe jemand nach Hause zu lassen.
00:14:21: also all das kriegst dann auf einmal meine Erklärung und natürlich auch Hoffnung, dass sich das ändern kann.
00:14:28: Aber ich finde es ist extrem wichtig, wann diese Zeitpunkt ist.
00:14:32: Darum müssen wir daran arbeiten, dieses Awareness oder das Bewusstsein darüber zu stärken, dass Frauen eben halt auch betroffen sein können.
00:14:44: Drum ist es so wichtig, was wir uns heute so
00:14:46: unterhalten.".
00:14:47: Sie haben das gesellschaftliche angesprochen.
00:14:49: Wenn ich Ihnen zuhör, habe ich den Eindruck die Sozialisierung trägt sehr viel bei zu dem Problem.
00:14:56: wenn wir uns überlegen was Jungs erlaubt wird und was von Mädchen erwartet wird will ich ihr Art verhalten dann passt es ja leider sehr gut zu dem was sich hier beschreiben.
00:15:06: also ein Mädchen soll nicht laut sein Dann ist es in der Folge auch nicht laut mit seinem ADHS.
00:15:14: man das so übereinander legen.
00:15:17: Also es ist ein sehr guter Einwand, das ist tatsächlich so dass obwohl wir in der modernen Gesellschaft leben die Sozialisation immer noch sehr unterschiedlich ist.
00:15:28: Wie Sie gesagt haben Mädchen müssen leise sein?
00:15:31: Sie dürfen nicht schmutzig sein, nicht klettern, nicht springen.
00:15:37: Häufig noch!
00:15:37: Also dieses klassische Bild von einer Frau die angepasst sein muss, die nach dem Essen sitzen bei, mussten mit den Eltern.
00:15:44: der Bub darf aufstehen oder der Arme und das Magie muss immer noch hocken bleiben.
00:15:50: also es ist tatsächlich noch sehr fest in der Gesellschaft Und das trägt dazu bei Auf jeden Fall.
00:15:57: Was ich vorhin noch zusätzlich gemeint habe ist, dass ich häufig höre das die Eltern und es ist glaube ich allgemeines Problem über beide Geschlechter.
00:16:09: Angst haben zum Beispiel von Nachbarn oder vom Bekannten, vom Freundin stigmatisiert zu werden.
00:16:16: Warum?
00:16:16: Was hören sie?
00:16:18: Du hast in der Äzion versagt!
00:16:20: Oder?
00:16:21: Erstens das du hast in einer Äzio versagt.
00:16:25: Zweitens.
00:16:28: Du hast psychische Störung in der Familie.
00:16:30: Das heißt all das führt dazu, dass die Eltern sich gar nicht getrauen.
00:16:34: Auch wenn sie merken, das ist etwas nicht stimmt.
00:16:37: Zusätzlich als Faktor kommt noch, dass häufig Eltern mit betroffen sind ... Die heißt es ja sehr stark genetisch und die...
00:16:46: Ich hab's meinem Sohn vererbt!
00:16:49: Ja aber dann erleben Sie wahrscheinlich Ihrem Sohn als total natürlich oder?
00:16:54: Das ist ja irgendwie was die Eltern also ich-Synton erleben oder gar nicht fremd.
00:17:01: Meine Mutter hat es mir vererbt.
00:17:04: Ja?
00:17:05: Sie haben weibliches ADHS in der Familie ...
00:17:07: Die wiederum hat sie von ihrem Vater bekommen, das heißt für mich ist es tatsächlich normal.
00:17:14: Richtig!
00:17:14: Durchaus aber dennoch hat es auch bei mir lange gedauert bis ich auf die Idee kam dass sich das von meiner Mutter haben könnte.
00:17:26: Ich hab's auch bei ihr nicht richtig erkannt bis es mir wie schuppen von allen Augen viel, dass all die Dinge, die ich mit ihr erlebt habe, vermutlich darauf zurückzuführen.
00:17:37: Was heißt vermutlich?
00:17:39: Auf alles eigentlich.
00:17:39: Ja,
00:17:40: das ist klar!
00:17:42: Dass sie immer zu spät war und dass sie Dinge behauptete, die nicht stimmten, weil sie sie vergessen hatte – und all das.
00:17:52: Genau, genau.
00:17:53: Und das
00:17:54: habe ich natürlich auch erlebt mit ihr und anderen, mit mir selbst, auch als Vater.
00:18:00: Es führt immer wieder zu Reibungen.
00:18:02: Richtig
00:18:03: ja!
00:18:04: Obwohl ich weiß wie es ist, habe ich über Jahre hinweg nicht akzeptieren können dass mein Kind mich tatsächlich nicht hört wenn ich mit ihm spreche.
00:18:16: Und dann hat man das immer wieder gesagt und ich konnte es nicht wahrhaben.
00:18:21: Ich dachte, das ist einfach respektlos mich so zu ignorieren dass ich muss tatsächlich sehr viele Fragen dreimal stellen aber die ersten zwei Male sind notwendig dafür um überhaupt seinen adhs Ohr zu erreichen und das ist nicht lange her als ich es wirklich endlich anerkennen konnte.
00:18:44: er hat's mir dann auch nochmals ausführlich erklärt und gesagt Papa ich höre dich nicht.
00:18:50: Ja, ja
00:18:52: Und Ich kann es ihm erst jetzt glauben.
00:18:54: das heißt ich Obwohl ich selber betroffen bin fällt es auch mir schwer dass zu anerkennen und uns zu erkennen.
00:19:06: überhaupt Die eigene Betroffenheit hilft er auch oft nicht und meine Partnerin ist ebenfalls von adiheis betroffen Und es brauchte mehrere Beziehungsjahre, bis uns beiden das auffiel.
00:19:19: Ja.
00:19:21: Mir war schon klar, sie hat eine leicht verpeilte Art und ihr Gehirn ist noch viel schneller als mein eigenes wenn es darum geht um die nächste Ecke herunzudenken.
00:19:36: aber ich hielt sie einfach für die Anja, die sie isst.
00:19:40: und sie selber war überzeugt, Adelheis ist das was Thomas hat.
00:19:45: Ich bin ein offenbar sehr plakativer Fall.
00:19:49: Und into the relationship kam dann diese Idee auf, dass sie selber betroffen sein könnte.
00:19:55: nur schon als Voraussetzung dafür ist mit mir aushalten zu können und die Abklärung bei ihr war ja umständlich.
00:20:04: Sie hatte auch diesen Fahrgebogen für Männer.
00:20:09: Es war eine uneindeutige Diagnose.
00:20:13: aber ich habe selber jetzt eben dein Kind, bei der Mutter und Partnerin.
00:20:19: Das nicht richtig erkannt.
00:20:21: Und ich finde es so wichtig ... Natürlich ist das als Modellkrankheit abtun schon gar nicht.
00:20:29: Aber dass wir auch offen sind dafür, dass das sehr viele Menschen betrifft.
00:20:34: Und das Leben von sehr vielen Menschen beeinträchtigt!
00:20:39: Ich habe es oft als starke Beeinträchterung erlebt.
00:20:42: Ja.
00:20:44: Und dass es individuell ist.
00:20:45: Richtig, individuell und auch geschlägt spezifisch.
00:20:50: Richtig!
00:20:50: Also meine Frage vorhin gibt es typische weibliche Symptome... Ich hätte mich überrascht wenn sie gesagt hätten ja das aber es ist offenbar in dem Sinne typisch weiblich nicht erkannt zu werden.
00:21:06: richtig kann man fast so sagen
00:21:08: vielleicht auch stigmatisiert zu werden einfach aufgrund der Sozialisierung Richtig.
00:21:12: Also könnte man vielleicht daraus schließen, wenn man jetzt wollte wäre die Sozialisierung nicht so dichrotom, wäre wahrscheinlich auch diese Unterscheidungsproblematik niemals so groß?
00:21:24: Dann würde man sagen dieses Kind ist flippig und kreativ und vielseitig und kurz angebunden ungeachtet dessen was das Geschlecht ist.
00:21:39: Ich glaube, die Sozialisierung spielt halt schon eine sehr große Rolle.
00:21:43: Ich würde es nicht nur auf die Sozialisierung abstellen aber ja ich glaube ein großer Teil ist tatsächlich auch die Sozialisation.
00:21:53: Spallen, dass sie gesagt haben wegen dem Ansprechen von ADHS-Betroffenen.
00:21:59: Ich hatte einen Patienten, der tatsächlich bevor er zu uns kam in den Jugend zum Audiologen, zum Url also Halsnasen Ohren geschickt wurde und Audiogramm gemacht hat oder machen musste weil die Lehrerin gemeint hat, er sei taub!
00:22:15: Also er sei wirklich schwerhörig.
00:22:17: Hat man dann den Tischspiel abgeklärt?
00:22:19: herausgefunden, dass sie überhaupt nicht betroffen ist.
00:22:22: Und dann ist man irgendwann viel, viel später auf ADHS gekommen.
00:22:26: Da hilft manchmal wenn man die Menschen nicht nur anspricht und auch leicht anfasst.
00:22:32: Das kann sehr hilfreich sein.
00:22:32: Das habe ich dann auch
00:22:33: gemerkt bei meinen Schülerinnen und Schülern.
00:22:36: Ja.
00:22:37: Das ist sehr interessant.
00:22:38: Ich bin Realschullehrer geworden.
00:22:40: Ah ja?
00:22:41: Es ist ja immer schwierig zu sagen, du hast das.
00:22:45: Ich erkenne es bloß in anderen und in der Lehrerfunktion steht es mir noch weniger zu eine fachliche Diagnose zu fällen.
00:22:54: dennoch erkennen ich es in diversen Kindern Und merkt dann schon auch erstens Ja die werden vielleicht nicht in der Realschule hätte man das früher erkannt oder überhaupt erkannt und behandelt.
00:23:09: und zweitens Ich muss mit denen umgehen, wie ich mit meinem Kind oder Mann mit mir halt wirklich Dinge oft dreimal sagen.
00:23:20: Ich weiß ja selber, wie es ist wenn ich mich erhebe mit einem Vorhaben und einen Schritt mache und vergesse was das Vorhabengewitzen war.
00:23:29: Das ist so nicht fremd.
00:23:31: Ja finde ich wichtig dass die Lehrer auch das Bewusstsein haben oder sie sind praktisch diejenigen die das vermeiden können zum Beispiel Mädchen übersehen werden und dass man nur den störenden, disruptiven Buben zuhört.
00:23:47: Und die Mädchen, die dann wirklich verträumt sitzen und dann bloßgestellt werden mit irgendwelchen gemeinen Lehrerfragen...
00:23:56: Das machen wir nicht!
00:23:56: ...
00:23:57: das machen sie nicht aber es passiert häufig tatsächlich.
00:24:00: Und das ist halt extrem wichtig, dass dort auch das Bewusstsein da ist Finde ich gut.
00:24:06: Jetzt
00:24:06: hab' ich's auch reingeplatzt, das machen wir nicht!
00:24:07: Ich muss mich jetzt aber ganz ehrlich fragen ob ich es wirklich noch nie gemacht habe?
00:24:15: Ich muss es mir nochmal überlegen...möglicherweise habe ichs auch schon... Sie
00:24:18: können sich ja vornehmen sich zu besser...
00:24:20: Ja, ich werde mir jedenfalls vornehmen einfach mal davon auszugehen dass alle Arte heiss haben und entsprechen wie die nicht umzugehen.
00:24:28: Aber jetzt gerade an mich als Lehrer Worauf soll ich achten bei den Schülerinnen?
00:24:37: Soll ich bei denen, die am vertäumtesten sind davon ausgehen dass sie betroffen sein könnten?
00:24:44: Bei denen die immer zu spät sind.
00:24:48: Sind alles einzelne Symptome aber bei ADHS muss ja wie alle zusammenkommen.
00:24:54: also ich würde sagen bei einem Mädchen was zu spät kommt, was verträumt ist, was chaotisch ist.
00:25:03: Was Sachen vergisst und verliert verlegt.
00:25:07: Was vielleicht auch ausgeschlossen ist von anderen Mädchen da ein bisschen genauer hinschauen.
00:25:13: Was nicht so in den gleichaltrigen Bande aufgenommen ist.
00:25:20: Spannend ist noch beim Mädchen?
00:25:22: Da können Sie auch nochmal schauen, apropos Hyperaktivität.
00:25:26: Es gibt ja welche, die im Unterricht ständig beschäftigt aussehen also ständig malen oder irgendwas und der Lehrer sieht nicht aber die Schülerin arbeitet.
00:25:37: Häufig müssen sie schauen was die dann aufschreiben.
00:25:40: häufig konzentrieren sich die Mädchen durchs Malen oder Ausmalen von Sachen oder Kritzeleien weil die dann sagen, dass sie sich viel besser konzentriert sind.
00:25:51: So was könnten Sie auch achten?
00:25:54: Danke schon mal sehr hilfreich!
00:25:55: Also ich sammle solche ... Ich lasse mir das wirklich zeigen also ich lasse mich Schulhefte vom Frühjahr mitbringen wenn die da sind.
00:26:02: Lehrerkommentare sind wichtig.
00:26:03: in der Schweiz gibt es ja jetzt leider nur noch diese Kreuze und keine ausführliche Satzweise Beurteilung des Lehrers.
00:26:09: die waren sehr hilfreich.
00:26:11: In Deutschland ist das immer noch so.
00:26:12: Fließdecksbeurteilungen kann auch sehr viele Aufschluss geben.
00:26:17: Ich werde noch stärker auf diese Dinge achten.
00:26:21: Meine Partner, ich habe sie gebeten einige Fragen zusammenzustellen für uns heute und sie hat hier ein Superstichwort aufgebracht, nämlich das Masking.
00:26:31: Vielleicht können Sie das kurz erklären bitte?
00:26:33: Es geht ja dabei darum wie Frauen oder auch Männer betroffene Männer ADHS Symptome verstecken also maskieren.
00:26:44: Es ist noch eine spannende Sache.
00:26:46: Als ich hier angefangen habe, im Jahr zehnt man mich nicht mehr genau erinnern.
00:26:54: Ich habe mir genau diese Frage gestellt, warum die Personen, die so spät in die Abklärung kommen überhaupt soweit überlebt haben in Anführungsstrichen?
00:27:05: ohne eine Diagnose, weil man dann gesehen hat während der Diagnosestellung wie stark die Symptome ausgeprägt sind.
00:27:11: Und dafür verantwortlich ist genau dieses Masking.
00:27:14: und so hatte ich die Idee eine qualitative Studie zu machen um die Patienten zu diesen Kompensationsmechanismen befragen.
00:27:24: und bei diesem Masking oder Kompensation sieht man super viele kreative Sachen die ich dann auch zwischen den Patienten natürlich anonym rumgebe als Tipps, also zum Beispiel die Veränderung oder Switchen zwischen den Tasks.
00:27:43: Man kann das auch als Symptomsäge zum Beispiel, dass jemand mal schnell zehn Minuten hier was macht und zehn Minuten was anderes macht.
00:27:51: Und dann wieder an der Tätigkeit sich zuwendet.
00:27:54: Da hatten tatsächlich einige Patienten gesagt, dass würden die bewusst machen weil sie sich lange nicht auf etwas konzentrieren könnten und sich langweilen würden oder Sport.
00:28:06: Ich hatte mal einen Patienten, der zu Corona-Zeit dadurch das die Bewegung so eingeschränkt war sich eine Gym gebaut hat zu Hause und alle fünfundzwanzig Minuten Übungen gemacht hat.
00:28:18: Jemand hat gesagt Sekretärin.
00:28:20: also er konnte sich dann Sekretären leisten und hat sich organisieren lassen.
00:28:24: Also es gibt sehr viele kreative Ideen.
00:28:28: Aber was hat es mit ein Masking zu tun wenn ich bewusst alle zehn Minuten die Aktivität wechseln?
00:28:34: Es ist so, dass die Patientinnen dann an der Sache bleiben können.
00:28:40: Die Sachen erledigen können und nicht sich etwas anderem widmen.
00:28:45: Also das nach außen sieht so aus erstens dass sie arbeiten Und zweitens dass die sachen auch abgeschlossen werden.
00:28:51: Ja Auch wenn es häufig nicht so ist.
00:28:54: ja
00:28:55: achso also man macht sich und anderen eine Ordnung vor, die so nicht existiert.
00:29:01: Richtig!
00:29:02: Oder viele eben kleine Bewegungen wie ich Ihnen gesagt habe.
00:29:06: Es gibt Patienten, die Fidget-Tools haben.
00:29:08: Die sehen Sie gar nicht?
00:29:09: Die sind in den Taschen und maskieren zum Beispiel dadurch eine hyperaktive Ausprägung.
00:29:15: Das sind häufig auch Frauen.
00:29:18: Ich hab sehr viel der Fidged Tools beschafft.
00:29:21: Haben sie ja?
00:29:21: Und einige wurden schon beschlagnahmt von meiner Partnerin.
00:29:25: Ja, genau.
00:29:27: Wenn wir Zeit verbringen dann wird es mit den Fingern irgendwas immer gebastelt.
00:29:33: Masking ist natürlich auch und da sehen wir auch bei Mädchen in der Schulzeit und später bei Frauen mehr Zeit zu investieren also fast dieses perfektionistische sehr lange etwas an etwas sein möglichst perfekt zu machen keine Fehler zu machen dass das Fass wieder nicht der Norm entspricht, oder?
00:29:56: Bestimmte Fehler, Menge oder Quote ist ja Ihnen auch in der allgemeinen Bevölkerung.
00:30:01: Nobody's perfect und da soll man sich auch nicht vornehmen.
00:30:04: Aber Patientinnen die das bei sich merken, die übertreiben die andere Richtung.
00:30:09: Oder dass sie dann fast superfekt sind zum Beispiel die E-Mail ist dann sechsmal durchlesen.
00:30:14: Ich hatte eine Patientin, auch wirklich ne weibliche Person, die gesagt hat Sie war so ängstlich vom ÖV etwas zu verpassen, aus der Geschichte daraus hat sie halbe Stunde vorher angefangen die App immer mehrfach anzuschauen.
00:30:30: Die SBB-App also das ist typisches Masking und Kompensation um einfach nicht so spät zu kommen.
00:30:36: es gibt Patientinnen die halbe stunde vor herkommen oder eine stunde vorher kommen.
00:30:40: Sie können sich vorstellen wie viel Lebenszeit man damit in im Warteraum verbringt Um einfach nicht zu spät sein oder nichts sowas zu verpassen.
00:30:49: Also es kann nicht danach zu einer Zwangsstörung sich ausraten.
00:30:53: Es kann tatsächlich sich so äußern wie eine Zwangstörung, aber eigentlich ist das Masking.
00:31:00: Ja also auch teilweise wirklich traurig je nach Ausprägung.
00:31:08: Ja ein großer Stress
00:31:10: Richtig!
00:31:12: Man will als Frau schon genügen und dann will man als ADHS Betroffene.
00:31:17: Und da sind wir, glaube ich wieder bei der gesellschaftlichen Frage.
00:31:22: Ich hatte mal einen Vortrag gehalten zu ADHS und Frauen und da habe ich immer ein Bild von Jägerinnen eingeblendet also diese klassische Rollenverteilung Samla & Jäga und dieses klassisches Bild einer Frau was Dazu führt, dass Frau zu Hause doch immer noch mehr Macht als Mann.
00:31:44: Was die Ordnung angeht, dass die Frau gleichzeitig arbeitet für die Hausaufgaben zum Beispiel bei den Kindern zuständig ist.
00:31:52: Das führt dazu das Karte dann an der Heißfrau wirklich ausbrennen und mit Depressionen oder Angststurmen in den Kliegenkleimten und erst über Umwege zu uns kommen.
00:32:03: Das ist, glaube ich in dieser gesellschaftlichen Warnung eine Frau immer noch trotzdem modernen Gesellschaft recht belastend.
00:32:15: Würden Sie die Gesellschaft überhaupt als Moderne bezeichnen?
00:32:18: Ich glaube nur die Tools sind Modellen aber wir selber nicht!
00:32:21: Ich sage das immer weil wir von der modernen Gesellschaft sprechen.
00:32:25: Weil
00:32:25: wir Moderne sein möchten.
00:32:26: Weil vielleicht Moderne seien möchten ja...
00:32:30: Aber gerade was diese Rollenbilder anbelangt, sind wir ja überhaupt nicht modern.
00:32:35: Finde ich eigentlich auch, muss ich Ihnen zustimmen!
00:32:39: Ich glaube sehr viel ist ein Wunschdenken dabei.
00:32:43: Ja doch und gerade wenn jemand sich vorstellen kann, wenn eine Frau selbst betroffen ist, selbst Mühe hat sie zu organisieren aber die ganze Familienagenda organisieren muss, ist das Chaos vorprogrammiert?
00:33:00: Das ist tatsächlich schwierig.
00:33:03: Betalten Jungs überhaupt Masking?
00:33:06: Masking, das ist eine gute Frage!
00:33:11: Also so wie sie es präsentiert haben und so wie sich Männer präsendieren würde ich sagen wir neigen nicht dazu uns zu verstecken mit unserem Wesen.
00:33:20: Würde ich tatsächlich auch so sagen, ja also die Buben fallen hier tatsächlich auf.
00:33:25: wenn sie dann nicht diese negative Energie haben Sachen zu zerstören in der Kindheit oder Sachen herumzuwerfen oder dem den Lehrer hat man Fall Gummis, Radiergummi an den Kopf zu werfen Dann spielen die den Klassen klauen.
00:33:43: Also dieses typische ADHS-Boob ist entweder Klassenklauen oder so ein Störenfriedling der Klasse.
00:33:50: Viel weniger, da haben Sie recht!
00:33:52: Da gibt es aber auch Kompensationsmechanismen und die sind häufig extern.
00:33:58: Wie helfen sie Frauen das Masking zu überwinden?
00:34:03: Das A&O ist wirklich die Psychoeducation also die Aufklärung und überhaupt zu erkennen wo Masking betrieben wurde.
00:34:11: Viele machen das ja einfach, weil die es seit Jahren machen und wissen gar nicht dass das eigentlich ein Teil von Masking ist was sie machen.
00:34:18: Und man muss über diese Sachen reden aufklären was bei ADHS die Rolle spielt und erst dann wird das erkannt.
00:34:28: Dieses Masking oder Kompensation ist ja nicht unbedingt schlecht nur es wird wirklich erst mit Anfang von Therapie wirklich wirksam.
00:34:37: Es ist häufig einfach wie ein Schritt vorwärts, zwei Schritte rückwärz und so weiter.
00:34:45: Und erst mit der adäquaten Therapie kommen diese Kompensationsmechanismen oder Maskingmechanismus auch zur Geltung.
00:34:54: Also viele brauchen das immer noch!
00:34:56: Klar, oder wenn man es bis zum Dreißig sind Vierzig in Lebensjahr das gemacht hat und Sachen dreimal überprüft hat oder viermal überprügt hat.
00:35:06: Und ganz viele Post-Its gehaft hat wird mal nicht so schnell abstellen können.
00:35:12: Sind auch die Wohnheiten.
00:35:15: Weil das Leben von Frauen ja nicht kompliziert genug ist gibt es ja noch Hormone und den Zyklus.
00:35:22: Inwiefern wirkt sich das auf ADHS aus?
00:35:25: Es ist auch eine extrem wichtige Frage und ich bin überzeugt, dass auch in dieser Unterschied zwischen der Präsentation von den Symptomen zwischen Männern und Frauen-Humone auch eine Rolle spielen.
00:35:39: Man weiß ja allgemein in der Psychiatrie das Frauen zu internalisierenden Störungen neigen also Angst und Depression.
00:35:47: Männer konsumieren oder die helfen sich dann mit Substanzen.
00:35:52: Da ist die Rate viel höher.
00:35:54: von denen und Dach spielen Hormone eine große Rolle.
00:36:01: Erstens das, weil Hormonen zum Beispiel Oestrogen, Dopaminsyntese um Verfügbarkeit von Dopamin was ja bei Eier der heißt so ne große Rolle spielt beteiligt ist.
00:36:12: Ja, Oestrogene.
00:36:14: Und wenn Sie jetzt einen Lebenspanne von einer Frau anschauen irgendwann setzt sie die Pubertät ein Da kommt die PMS-Problematik.
00:36:22: Dann gibt es vielleicht Geburt, postnatale Depressionen, perinatelle Depressionen also Depression in den Schwangeschrofft und da kommt irgendwann eine Phase von der Transition in die Perimenopause oder Menopause wo's dann wieder zur Ostrogene Mangel kommt.
00:36:38: Und bei ganz vielen Frauen ist praktisch die Demaskierung erst dann In der Perimenopause.
00:36:47: Das heißt Die Hormon spielen wirklich in eine große Rolle.
00:36:52: ADHS-Betroffene haben Schwierigkeiten und sind vielleicht viel häufiger betroffen, zum Beispiel von der PMS.
00:37:00: Viel häufiger getroffen von Schwangerschaftsdepressionen oder postgeburtlichen Depressionen oder auch von den Schwierigkeiten in der Perimenopause.
00:37:12: Und dann schauen wir natürlich auch, da viele wissen ja gar nicht darüber Bescheid und man muss sich auch darüber im Klaren sein weil dann entsprechende Anpassungen zum Beispiel mit Medis, Medikamenteneinstellung, Doseinstellungen die Varianz dann sehr helfen kann.
00:37:29: Der Zyklus hat einen Einfluss auf die Medikation?
00:37:33: Ja, das ist spannend.
00:37:35: Der Zyklus hat tatsächlich soweit Einfluss als dass jetzt auch aus meiner klinischen Beobachtung seit Jahren und jetzt in einige Artikel auch darüber erschienen die Patientinnen Medis als weniger hilfreich erleben.
00:37:48: gerade in der PMS Phase also in einem Woche vor Demenz haben sie das Gefühl, dass die Medis nicht wirken.
00:37:57: Da darf man sich nicht in Irre führen lassen, gerade in der Einstellungsphase wo man mit Medis anfängt.
00:38:02: Und gerade in dieser Phase steckt kann das sein dass die Patientinnen die Wirkung als gar nicht so hilfreich erleben wie es eigentlich in den anderen Zyklusphasen ist.
00:38:11: und da kann man zum Beispiel mit Dosisanpassungen arbeiten.
00:38:15: Das heißt der Heißtherapie sollte ja sowieso nicht star sein.
00:38:18: immer auch viele andere Faktoren mit ein bisschen Berufswechs, leere Studium und andere Aufgaben in der Familie.
00:38:27: Aber halt auch diese perimonstrierelle Geschichten.
00:38:31: Nicht alle Frauen mit einer HHS leiden sehr stark darunter.
00:38:35: aber wenn man jetzt davon ausgehen würde dass eindrittelte Patientinnen sowieso unter PMS leiden Bei ADHS-Betroffenen fasst jede zweite Frau.
00:38:44: Und bei jeder zweiten Frau kann man dann Hilfe schaffen, indem man Abhilfe schaffen, in dem man halt die Medis erhöht, darüber gehen.
00:38:52: Nur diese Woche?
00:38:54: Genau vor und nachdem die Mensch einsetzt wieder eine normale Dosis.
00:39:01: Das praktizieren wir hier auch ganz häufig.
00:39:04: Dass wir die Frauen da hingehen beraten wenn sie das selber merken.
00:39:09: Wie können Sie oder wir alle dazu beitragen, dass all diese Erkenntnisse sich verbreiten können?
00:39:16: Ich glaube es ist ganz wichtig.
00:39:18: Das ist ja heute ein erster und sehr wichtiger Schritt darüber zu sprechen das auch publik zu machen.
00:39:25: Vorträge sind natürlich im Mittel die Fachpersonen zu erreichen Trades oder diese Merkwelle bei den Frauen erkennen können.
00:39:34: Und die Forschung ist sehr wichtig, aber da habe ich sehr schlechte Erfahrungen in dem Sinne dass Forschung mit Frauen eigentlich nicht so ein Funding oder nicht so eine Unterstützung bekommt.
00:39:44: das ist leider auch Realität.
00:39:46: Ja wer kann eigenen Frau gebogen bekommen bekommt auch kein Funding.
00:39:50: Richtig!
00:39:51: Richtig?
00:39:52: Ja es ist die traurige Realität, aber ja
00:39:57: Hängt das auch wieder mit der Sozialisierung zusammen.
00:40:03: Da sollten wir drüber nachdenken, aber ja vielleicht.
00:40:06: Würden Sie sagen, dass da Medizin die Frauen egal sind?
00:40:10: Egal!
00:40:12: Zu
00:40:13: egal, weitgehend egal...
00:40:15: Ich meine historisch ist tatsächlich so das sehr viele Studien auch auf diesen und auch sehr viele Pharma-Studien zum Beispiel auf diesem klassischen siebzig Kiloman gemacht sind.
00:40:27: Weißen
00:40:28: Ja richtig, richtig Es ist tatsächlichen Punkt.
00:40:32: Ja, und die Gendermedizin beschäftigt sich ja mit solchen Fragen.
00:40:36: Und ich finde dass das auch im Studium bei den Studentinnen deutlich klarer kommuniziert werden muss, dass es halt nicht nur beim Herzinfarkt wie wir anfangs gesagt haben diese Unterschiede geben können sondern in vielen anderen Krankheitsbindern somatisch wie psychisch dieser Unterschiede zwischen der Präsentation der Symptome gehen kann.
00:41:01: Ich glaube, das ist auch ein sehr wichtiger Punkt, wie wir in der Gesellschaft das verändern können.
00:41:06: Nun ist es aber leider so, dass allein das Wort Gender – wahrscheinlich kann man Gendermedizin gar nicht erst aussprechen!
00:41:12: Das erzeugt ja schon heftige Gegenwehr.
00:41:17: Also, wie kommen wir da weiter?
00:41:19: Wenn schon das Wort Gendermedizin sich zum Wort Modekrankheit gesellt...
00:41:25: Oh, furchtbare Mischung….
00:41:27: Ja, tatsächlich schwierig,
00:41:29: ja?!
00:41:31: Modeerkrankung, da habe ich sehr große Mühe immer noch wenn das so besagt wird.
00:41:39: Apropos der Stigma und wenn dann eben Gendermedizin dazu kommt, verdrehen alle Augen.
00:41:45: aber es ist die Realität und auch da gehört eine sachliche klare Aufklärung
00:41:52: hilft.
00:41:53: Jetzt ist es mit den sachlichen ja nicht so weit her derzeit.
00:41:58: Ich habe den Eindruck, dass diese Dinge einen sehr schweren Stand haben.
00:42:02: Wissenschaft, Fakten...
00:42:04: Richtig!
00:42:04: Gendermedizin?
00:42:06: Ja.
00:42:08: Respekt allgemein?
00:42:09: Ja
00:42:11: Denken Sie es wird... Es ist schwieriger geworden diese Inhalte zu vermitteln.
00:42:15: Denken sie es wird wieder einfacher werden.
00:42:19: Ich glaube, das sind wir wieder bei dem Thema Schein und Sein.
00:42:22: Ich glaube wie möchten dass das so ist?
00:42:25: Und wir wünschen uns auch natürlich als Fachkräfte, ob es tatsächlich an der Basis der Gesellschaft ankommt, wie wir es wünscht, ist fraglicher.
00:42:37: Ich finde zum Beispiel extrem wichtig, dass überhaupt das Thema ADHS thematisieren.
00:42:42: ADHS bei Frauen.
00:42:44: aber es gibt ja wie eine Gegenbewegung Social Media, die dann zum Beispiel zur Selbstdarstellung beiträgt.
00:42:56: Wo einfach nur einzelne vermeintliche ADHS-Symptome sehr plakativ gelebt werden und dann wiederum die Kritiker kommen und sagen hey habt ihr jetzt eine Epidemie hier?
00:43:10: Leidet jetzt jeder an ADHS!
00:43:12: Und ich finde wir müssen wirklich auf beiden Seiten schauen Damit diejenigen, die wirklich leiden und so einen Leidensweg hinter sich haben wie wir besprochen haben nicht wieder runtergeräumt oder dass sie nicht wieder bestraft werden dafür.
00:43:29: Dass in der Social Media ADHS als Geschenk gefeiert wird.
00:43:36: ich habe eine riesen Mülle damit.
00:43:40: Wenn ich die Werdegänge meiner Patienten und die Biografien anschauen, kann ich beim besten Willen nicht sehen das es ein Geschenk ist.
00:43:48: Es mag so sein – und es ist tatsächlich so dass viel mehr DHS-Betroffene zum Beispiel kreative Berufe ausüben -, dass sie vielmehr Querverbindungen haben, dass die viel komplexer zum Teil denken aber die kommen gar nicht dazu erst diese Ideen umzusetzen!
00:44:05: Es sind geniale Leute dabei, man darf das nicht vergessen.
00:44:08: Unglaublich kreative Leute aber die kommen nicht dazu dieses Potenzial überhaupt auf den Boden zu bringen wenn ich das so formulieren kann.
00:44:18: Und dann, ich hilft es auch nicht, wenn irgendein supererfolgreicher jemand sagt ... Ich überdenke oder ich grüble und hab ADHS.
00:44:29: Das ist wichtig, dass wir als Fachpersonen z.B.
00:44:32: in solchem Rahmen sachlich informieren und sagen, das Overthinking ist nicht solitär ein Symptom für ADHS, sondern es gehört viel mehr dazu.
00:44:44: Ich kann von mir selber sagen dass ADHS mein Leben wirklich nicht vereinfacht hat.
00:44:53: Wenn ich nur schon daran denke, wie schwer es mir fällt an den Alltag zu organisieren das ewige Prokrastrinieren von allen.
00:45:03: Ich nehme gerade ein Lehrer-Diplom in Angriff und es gibt eine Möglichkeit das im Fernstudium zu machen.
00:45:11: Das werde ich nie schaffen!
00:45:12: Das weiß sich von mir.
00:45:14: Gleichzeitig möchte ich aber auch nicht tauschen.
00:45:17: Ich möchte nicht keinen Adehals haben, weil ich gerade dieses sehr schnelle und vielseitige Schätze und auch meine Begeisterungsfähigkeit.
00:45:29: Ich kann schon nachempfinden wie jemand dazu kommt das Wort Geschenk in den Mund zu nehmen.
00:45:37: Aber so propagieren möchte ich es dann doch nicht.
00:45:40: dafür ist es zu beschwerend.
00:45:45: Also Sie würden das nicht als geschenk bezeichnen?
00:45:48: Ich würde die positiven Aspekte als Geschenk bezeichnen.
00:45:51: Welche zum Beispiel?
00:45:53: Die Kreativität und die Möglichkeit, die Fähigkeit für so viele verschiedene Dinge zu begeistern.
00:46:02: Ich finde grundsätzlich alles interessant.
00:46:06: Im Rahmen dieser Suche nach dem passenden Hausbildungsort für das Lehrerdiplom wurde mir ein Stundenplan vorgelegt und ich fand einfach alles total interessant!
00:46:17: Und das führe ich halt auf meine Disposition zurück und das möchte ich auch nicht missen.
00:46:24: Aber am Ende ist es wahrscheinlich ein Nutzungsspiel, weil da vielleicht so viele Erschwernisse dazukommen.
00:46:32: Richtig Sie haben ja gesagt, ich möchte das machen aber vielleicht werde ich's gar nicht erreichen.
00:46:36: also ich sehe es nicht so pessimistisch wie Sie.
00:46:38: Kann ich mal lächeln?
00:46:39: Allein die Form des Fernstudiums bedingt ja dass man dann zu Hause sitzt und sich disciplineiert und das muss ich gar nicht erst versuchen.
00:46:47: Richtig, richtig.
00:46:49: Wenn ich hingegen in einem Stundenplan genötigt werde so wie bei der Arbeit ohne Hemm dann funktioniert das sehr gut.
00:46:56: Das Struktur ist hilfreich aber eben wenn ich Dinge organisieren muss zu Hause dann bleiben die liegen und zwar für immer.
00:47:04: Sie sind nochmal ein guter Punkt im Zusammenhang mit Adiheis und Frauen weil sie gesagt haben eigentlich muss Zuhause Sachen organisieren.
00:47:13: dieses Organisieren vom Haushalt und von Daily Business zu Hause hängt ja häufig an den Frauen.
00:47:20: Und das ist genau das, was sie sagen.
00:47:22: Das braucht viel mehr Energie als Strukturen von außen zu haben, die einen so ein bisschen dazu zwingen, die Sachen zu machen und nicht in diese Sache zu verfallen oder prokrastinieren.
00:47:36: Und ich glaube, Frauen sind sehr häufig damit konfrontiert, diejenigen zu sein, die Struktur schaffen müssen.
00:47:43: Und wenn eine Frau schon Selbstschwilligkeiten hat mit Strukturen, geht das heute schief.
00:47:50: Wie könnte man diesen Frauen helfen?
00:47:51: Diesen Hausfrauen mit ADHS!
00:47:54: Also Therapie hilft, das ist ... Ja schon.
00:47:57: Sie haben ja keine Zeit für Therapie, weil sie den Haushalt machen müssen.
00:48:01: Man muss sagen eine der Hauptpfeiler ist ja die Psychopharmakotherapie und wenn man dann Glück gehabt hat und abgeklärt worden ist und richtig gut eingestellt worden ist kann man vielen diesen ... Problemen auch damit begegnet.
00:48:19: Das ist so, Adiheis ist nun mal neurobiologische Störung die aufgrund von dies Balance von bestimmten Botenstoffen entsteht und darum hilft da auch die Pharmakologie.
00:48:32: Ja, also es ist ganz spannend.
00:48:33: Ich höre ganz viel von den Vorbehandlerinnen die dann sagen ja wir haben so lange versucht psychotherapeutisch und die Patientin hat nichts gemacht und auf einmal macht sie ihre Ufzgi.
00:48:46: das heißt wenn eine Patientin selbst mit ihren epischen Tudus belastet ist und die Psychotherapeutin da noch zehn Tudust drauflegt aber diejenige nicht behandelt ist geht das schief?
00:48:59: Das ist spannend.
00:49:01: Das beobachten dann die Zuweiser, dass auf einmal auch die Verhaltenstherapie überhaupt wirksam wird nach der Pharmakotherapie.
00:49:10: und das ist ja zumindest haben wir hier des Glückes in der Schweiz, dass auch verschiedene Medikamente zur Verfügung stehen.
00:49:17: In vielen Ländern ist es eben nicht so.
00:49:20: Brauchen Frauen eher Medikamente oder mehr als Männer?
00:49:25: Super spannende Frage!
00:49:26: Die werden über See die werden später diagnostiziert.
00:49:30: Und wenn Sie die Diagnose bekommen, es gibt Studien tatsächlich dazu, die kriegen noch viel später überhaupt ADHS-Medis angeboten.
00:49:38: Stellen Sie sich das vor!
00:49:40: Die haben die Diagnose endlich und niemand kommt auf die Idee, die richtige Therapie anzufangen.
00:49:47: Ja?
00:49:48: Lassen Sie mich abschließend fragen wie ich meiner Partnerin mit ADHS ein bessere Partner sein kann.
00:49:59: Vergessen Sie nicht, ich habe Senbarde heißt.
00:50:03: Ich glaube Reden kommunizieren Sachen nicht übel nehmen.
00:50:08: Das ist gegenseitig wichtig wenn Sachen vergessen werden.
00:50:13: das
00:50:13: ist eher mein Ding
00:50:15: dass sie die Sachen vergessen.
00:50:16: ja
00:50:17: meine Partnerin vergesst nie was womögliches das Masking
00:50:23: vielleicht auch noch aufschreiben.
00:50:26: häufig höre ich zum Beispiel, dass in der Diskussion dann vorkommt.
00:50:31: Das habe ich doch gesagt und dann nein du hast das nicht richtig gehört!
00:50:35: Vielleicht manchmal aufschreibt... Also sehr klare Sachen vielleicht die Partnerschaft betreffen oder wichtige To-do's, dass man die auch auf schreibt gemeinsam?
00:50:48: In so einem Hub Gemeinsam?
00:50:50: Ja,
00:50:51: das ist es ja eben genau.
00:50:52: Wir haben die gemeinsame iCloud Notiz.
00:50:56: Bloß sollte man sich daran erinnern dass man diese Notiz hat so wie man sich erinneren sollte dass man am Morgen sein Audeherrs Medikament nehmen sollte.
00:51:04: Es
00:51:05: ist in der Theorie alles noch ein bisschen einfacher.
00:51:09: aber lassen Sie mich vielleicht anders formulieren was sind Bedürfnisse die Aude herrs Frauen an ihre Partner und Partnerinnen habe üblicherweise unerfüllte.
00:51:20: Also meine Partnerin sagt sehr oft oder eigentlich immer, was sie braucht.
00:51:24: Aber was beobachten Sie?
00:51:27: Nachsicht ist
00:51:29: sicherer?
00:51:30: Ich glaube wirklich auch Unterstützung also ganz pragmatisch Entlastung auch im Alltag.
00:51:36: Ich zum Beispiel rate manchmal Patientinnen die sich das leisten können vielleicht einmal pro Woche jetzt ganz blöd und pragmatische Haushaltshilfe.
00:51:46: Das Thema Wäsche Zum Beispiel irgendwelche riesige Bwäscheberge oder Hilfe mit Hausaufgaben bei den Kindern, dass man das aufteilt.
00:51:59: Dass es nicht nur an den Frauen kleben
00:52:01: bleibt.
00:52:04: Den Raum geben, dass auch sie ihren Sport ihre Hyperaktivität wenn das ein Thema ist ausleben kann.
00:52:10: So häufig schaltet sich ja wirklich eine Zeit.
00:52:13: Ein zeitlicher Hilf dabei helfen tatsächlich so zeitliche Räume zu geben.
00:52:21: Das ist aber auch ein Aufruf an die Frauen besagte Räime einzufordern?
00:52:28: Definitiv, es ist das!
00:52:30: Aber diese Aufrufe muss auch gehört werden.
00:52:33: Also da sind wir wieder beim Stummen ADHS?
00:52:37: Richtig, richtig, richtig... Aber das ist tatsächlich so dass Frauen auch weniger das kommunizieren Es versuchen die Probleme irgendwie selbst zu lösen Also dieses typisch internalisierende, das eben fünf Stunden Hausaufgaben zu machen und irgendwo in die Lehre zustahen bei Mädchen bis es dann bekannt wird.
00:53:04: Hausaufgauben und Mädchen.
00:53:05: was sagen Sie dazu?
00:53:07: Hausaufgang mit Mädchen?
00:53:09: ja wie gesagt es kann Stunden gehen ohne dass irgendwas produziert ist.
00:53:14: Es kann vier, fünf Stunden vergehen am Träumen.
00:53:18: oder ich habe Beispiele von Frauen die zum Beispiel Tagebücher oder Agendas, die eigentlich zu Planung gedacht sind, illustriert haben mit der Tausaufgabenzumach.
00:53:34: Das ist tatsächlich etwas was zeitlich deutlich länger geht als bei den Nicht-Betroffenen.
00:53:44: Das ist ein Müsermisthema, Sachen vergessen verlieren bis auch häufig beim Mädchen.
00:53:51: aber da muss man aufpassen durch diesen zeitlichen Zusatzaufwand oder vielleicht durch Eltern die die Probleme erkennen und vielleicht fünf Nachhilferlehrer organisieren.
00:54:01: Vielleicht kennen sie aus ihrem Schulalltag das.
00:54:05: Vielleicht diese Mädchen gar nicht erst auffallen durch diese viele Unterstützungsmaßnahmen.
00:54:11: Und das muss man zum Beispiel in der Anamnese immer fragen, wenn wir Lassance ja immer auch Schulzeugnisse bringen?
00:54:19: Und manchmal sind die ja nicht so auffällig, gerade die Primarschulzeugnisse.
00:54:23: Auffälligt wird es dann ab der nächsten Stufe oder Oberstufe, ob das jetzt Säck ist, Chemie- oder Realschule.
00:54:30: Ab dann kommen die Auffältigkeiten und man muss immer fragen warum diese Frau nicht aufgefallen ist.
00:54:37: Häufig gibt's drei, vier Nachhilferlehrer oder Eltern, die daneben hocken und die Hausaufgaben mit denen machen.
00:54:47: Und ADHS ist völlig unabhängig vom intellektuellen Potenzial.
00:54:52: Es können geniale Leute das haben, die ganz viel intellektuales Potenzal haben und damit das maskieren.
00:55:02: Und es können auch durchschnittsbegabte Menschen ADHS haben.
00:55:07: also Das kann auch so eine zu Masking beitragen.
00:55:12: wenn jemand irgendwie vielleicht Natur gegeben, mehr Talente hat oder mehr Möglichkeiten hat.
00:55:19: Ist dieser dann vielleicht eher im Stande ADHS zu maskieren?
00:55:26: Eine fiese Ironie.
00:55:27: Fiese Ironien ja!
00:55:28: Hier
00:55:29: steht noch eine gute Frage aus der Hand meiner Partnerin was raten Sie Frauen die das Gefühl haben nicht ernst genommen zu werden?
00:55:39: Ein sehr kompliziertes Thema.
00:55:43: Einer adhs betroffenen Frau
00:55:46: Ich denke man kann es für alle Frauen beantworten, aber ja bleiben wir mal bei den ADHS getroffen.
00:55:52: Ja ich glaube das Problem gerade bei ADHS Frauen ist der schlechte Selbstbewusstsein.
00:56:02: also Frauen mit ADHS haben... Das ist ganz typisch viel viel schlechtere Selbstbild als die Männer mit ADHs weil sie eben halt die Hilfen viel später bekommen akademisch viel schlechter performant und immer diese negative Rückmeldung bekommen.
00:56:20: Und ich glaube, das A und O ist dass die Frauen wenn sie ernst genommen werden wollen auch wirklich an sich selbst glauben sollen.
00:56:30: Sich selbst ernst nehmen, an sich selber glauben.
00:56:33: Das ist glaube ich der erste Schritt.
00:56:35: Jetzt haben Sie vorhin doch das Wort typisch verwandt?
00:56:38: Ja!
00:56:38: Wenn Sie sagen, das ist aber jetzt ein typisches Merkmal für Frauen, dass sie einen schlechteren Selbstbestand
00:56:44: haben.
00:56:44: Doch, haben wir ja auch zwischendurch immer so angerissen.
00:56:48: Das ist tatsächlich so ... das sagen nicht nur die Studien, da sehen wie auch wirklich im klinischen Alltag dass Frauen dann viel zögerlicher sind was das Selbstbewusstsein angeht und sich viel weniger getrauen als die betroffenen Männer.
00:57:04: Ist tatsächlich so.
00:57:06: Frau Buertstein es war ein ganz tolles und leereiches Gespräch.
00:57:10: danke Ihnen von Herzen für Ihre Zeit!
00:57:13: Und ich wünsche Ihnen für Ihre Arbeit und die Verbreitung Ihrer Erkenntnisse weiter in Fehlerfolge und Kraft.
00:57:19: Ja, vielen Dank dass Frauen mit ADHS somit so bisschen Stimme bekommen
00:57:24: haben.
00:57:24: Danke!
00:57:25: Vielen Dank!
00:57:26: Danke das Sie sich Zeit genommen haben für diese Episode.
00:57:30: Als von ADHS-Betroffener lerne ich selber eine Menge bei diesen Gesprächen.
00:57:35: Danke darum auch an alle Mitwirkenden Bis zur nächsten Episode Ihr Thomas Meyer.
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