«An Partys ist man froh um ein, zwei ADHS-Betroffene» | Thomas Maier
Shownotes
Sucht ist bei ADHS selten Zufall. Für viele Betroffene wird Alkohol, Cannabis oder Nikotin zum Versuch, innere Unruhe, Leere oder Überforderung zu regulieren. In dieser Folge spricht Thomas Meyer mit PD Dr. med. Thomas Maier, dem Ärztlichen Leiter der Forel-Klinik, über die enge Verbindung zwischen ADHS und Abhängigkeitserkrankungen.
Dieser Wissenspodcast ist dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Takeda Pharma AG und der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich möglich.
Moderation: Thomas Meyer Eine Produktion von FatzerImbach AG www.fatzerimbach.ch
Dieser Podcast dient ausschliesslich der Information und ersetzt keine ärztliche Konsultation. Therapieentscheidungen sollten stets gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.
C-ANPROM/CH/ELVA/0005_03/2026
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo!
00:00:01: Ich bin Thomas Meyer, Vater, Autor, Lehrer und von ADHS-Betroffener.
00:00:08: Bis zu meiner Diagnose verstand ich nicht, warum mir gewisse Dinge so schwerfallen und andere dafür leicht.
00:00:14: Zum Beispiel schiebe ich alles bis zum letzten Moment auf und begeister mich ständig für etwas Neues.
00:00:21: Mit dieser Podcastreihe versuche ich herauszufinden was hinter ADHS genau steckt.
00:00:27: Im Gespräch mit Fachleuten erfahre ich, wie Betroffene groß und klein funktionieren und wie uns geholfen werden kann.
00:00:36: Danke dass Sie hier sind und zuhören!
00:00:39: Ich sitze hier Thomas Meyer gegenüber.
00:00:42: mein Name ist auch Thomas Meyer.
00:00:45: Sie sind Leiter, ärztlicher Leiter der Forelklinik in Ellicorn an der Tour und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
00:00:54: Guten Tag Herr Meyer.
00:00:55: Guten Tag!
00:00:56: Vielen
00:00:56: Dank, dass Sie hier mitmachen bei unserem Projekt, bei dem wir ADHS aus verschiedenen Richtungen beleuchten wollen.
00:01:04: Die heutige Episode wird mit sich dem Unterthema ADHS und Zucht.
00:01:10: Ich möchte zum Einstieg ein kleines Rätseln machen mit Ihnen.
00:01:14: Ich sage Ihnen das ich jetzt zweiundfünfzig Jahre alt bin und diagnostiziert ADHS habe – mit einer schweren Ausprägung gemäß Bericht und Sie sagen mir jetzt, wie meine Jugend verlaufen ist.
00:01:28: Hinsichtlich Substanzen!
00:01:31: Ja ich vermute dass sie mit Substanzen in Kontakt gekommen sind bzw dass sie nicht gezögert haben oder dass sie schnell zugegriffen haben bei Angeboten das sie ausprobieren wollten, dass sie neugierig waren versucht haben verschiedene Kicks zu bekäumen durch Substanzen, also dass sie sich in diesem Bereich sehr gut auskennen würde ich mal vermuten.
00:01:57: Elaborieren Sie?
00:01:59: Ja ich
00:01:59: glaube man muss sich das so vorstellen, dass Betroffene von Atheis betroffenen Menschen haben ein Gefühl, dass sie nicht.
00:02:13: Sie fühlen sich immer auf der Suche nach dem neuen Kick.
00:02:17: Sie sind sehr neugierig, sie wollen alles wissen und verstehen.
00:02:23: Sie fühlern sich aber auch innerlich unruhig angetrieben.
00:02:26: Das kann auch unangenehm sein.
00:02:28: insofern suchen sie auch nach... Beruhigung zum Beispiel, also Substanzen oder irgendwelche Interventionen um sich zu beruhigen.
00:02:38: und wenn sie natürlich solche Erfahrungen machen oder solche Substanze antreffen dann bleiben Sie dabei.
00:02:43: Oder haben Sie Lust auf diese Substancen?
00:02:46: Nehmen auch mehr davon, verlieren vielleicht schnell das Maß und kommen nicht mehr davon los.
00:02:53: Das betrifft ja vor allem die Die legalen Substanzen, also Nikotin denke ich mal.
00:02:59: Das ist ja sehr naheliegend aber dann auch im Alkohol.
00:03:03: und dann kommen die illegalen Substanzen, die ja heute auch überall verfügbar sind und ich nehme an das war auch schon in der Jugendzeit so soweit ich weiß und ich war ja selber jung in dieser Zeit.
00:03:15: Ich glaube die Verfügbarkeit von Substancen war eigentlich schon damals nicht das Problem.
00:03:22: Sehr gut ausgezeichnet Herr Meier.
00:03:26: Ist alles richtig?
00:03:28: Sagen Sie mir bitte als nächstes, wie meine Jugend verlaufen wäre hätte ich das schon gewusst damals oder hätten es auch meine Eltern gewusst.
00:03:40: Das ist eine gute Frage und ich glaube man kann schon sagen dass es vermutlich wesentlich unkomplizierter Verlauf wäre ruhiger entspannter für alle Beteiligten Wenn man einfach gewusst hätte, wie man das verstehen kann.
00:03:58: Wie man das einordnen kann und auch natürlich man hätte sicher damals schon versuchen können auch Behandlungen mit Medikamenten also dass auch zu behandeln und das hätte wahrscheinlich eine Entlastung gebracht für sie selber aber auch für die Lehrer für die Familienangehörigen, die dann auch gemerkt hätten.
00:04:22: Ja okay, hier ist es, man kann das verstehen und einordnen.
00:04:26: Das ist nicht einfach nur fehlender Wille oder fehlende Disziplin oder Schluttrigkeit oder Schlamppigkeit sondern es ist wirklich eine Art... Ich würde jetzt nicht so verzagen Krankheit, sondern einfach eine Disposition.
00:04:39: Eine Art zu reagieren, die Umwelt wahrzunehmen und sich in den Beziehungen auch zu verhalten, die dazu gehört oder die zu diesem Muster gehört.
00:04:51: Es stimmt alles
00:04:52: was Sie sagten?
00:04:53: Wir kamen früh in Kontakt weil ich den gesucht habe.
00:04:57: Die Neugierde war immer groß Wenn einer täglich kifft.
00:05:02: Was ist das für ein Problem?
00:05:04: Würden Sie sagen, ich war süchtig oder ich hatte einfach ADHS?
00:05:08: Also formell ist man natürlich süchtige wenn man den dauernden Konsum hat einerseits und andererseits aber eben das drängende Verlangen nach der Substanz die Tendenz auch zur Dosissteigerung.
00:05:21: Der Kontolverlust ist wichtig, also man kann nicht aufhören wenn man möchte.
00:05:25: Wenn man sich das vornehmen würde... Falls
00:05:28: man es sich vorgenommen hätte?
00:05:31: Ja
00:05:31: auch wenn von außen vielleicht ein Druck kommt oder dann ist natürlich jemand der süchtig ist, der kann auch nicht für eine gewisse Zeit das unterbrechen sondern er bekommt dann in Not bzw.
00:05:42: bekommt ja dann Entzugssymptome, Entzugserscheinung die sehr quälend sind und dir auch einen Teil dieses Sucht geschickt also der Motor, der das dann antreibt.
00:05:53: Aber auf der anderen Seite glaube ich ist schon wichtig zu verstehen dass bei ADHS Betroffenen die Substanz natürlich eine spezifische Wirkung hat und diese Wirkung ist eine angenehme es ist ein entspannendes ist eine wirkung die gegen die Symptome des ADHS sich richtet und insofern sind die betroffenen natürlich mit einer philosophischen frage ob sie trotzdem die Substanz missbrauchen oder ob sie die Substance gebrauchen halt.
00:06:23: Und ich glaube, es ist nicht unsere Aufgabe als Mediziner das ja zu bewerten oder negativ zu bewerte und zu sagen Das ist schlimm!
00:06:31: Das ist nicht gut!
00:06:32: Ich glaube, unsere Aufgabe ist es den Betroffenen zu helfen mehr Freiheitsgrade zu bekommen indem Sie besser verstehen wieso sich diese Substanzen konsumieren was die Wirkung ist was auch Alternativen wären oder wie sie auch alternativ damit umgehen könnten.
00:06:50: Und ich denke, das hat man damals – aber ich glaube heute noch zum Teil bei Jungen ist es so, dass man das Wissen nicht hat und dass das Wissens nicht so verfügbar ist, damit man hier eine klare Sicht bekommt auf das Problem und dass man besser einordnen kann.
00:07:09: Was unternehmen Sie für die Sichtvermachung?
00:07:14: Ja, ich glaube es ist schon meine Einigen gefällt das ja nicht so oder dass die Informationen über ADHS werden schon sehr viel breiter jetzt gestreut in den Medien.
00:07:24: Es gibt sehr viele Informationen die verfügbar sind.
00:07:28: auch eben das Thema Patienteninformation selbst Hilfe Organisation und so weiter.
00:07:33: Das ist ein großes Thema finde ich sehr wichtig und hilfreich, dass das Wissen verfügbar ist.
00:07:41: Dass die Leute die Zusammenhänge sehen und mit der Information verbunden sind ja auch zugleich eine Art ... des Verständnisses.
00:07:51: und sobald man mehr Verständnis hat, ist man weniger bei der Wertung, bei der negativen Bewertung.
00:07:56: Und das wirkt ja dann wieder im Sinne der Endstigmatisierung oder das ist ja der Begriff den wir verwenden also dass es nicht mit diesem negativer Stigma verbunden ist.
00:08:06: Das ist etwas Schlechtes, etwas Negatives, etwas moralisch auch negativ Kronotiertes, mit Willensschwäche und so zu tun hat.
00:08:18: Und das ist ja vor allem bei den Suchterkrankungen nach wie vor sehr stark, also ich glaube wenn wir über Einstigmatisierung reden von ADHS dann reden wir im gleichen Atemzug auch über einstigmatisieren von Suchterkranken.
00:08:30: Das geht ja Hand in Hand.
00:08:31: oder die Informationen darüber wie eng diese beiden Krankheiten verknüpft sind glaub ich schafft ein erhöhtes Bewusstsein der Bevölkerung bei dem Betroffenen beim Angehörigen eben für die Zusammenhänge die dahinter stehen.
00:08:47: Es fällt ja oft das Stichwort Modekrankheit im Zusammenhang mit ADHS.
00:08:52: Was sagen Sie dazu?
00:08:54: Ja...
00:08:55: Also in sich schon unlogisch, eine Krankheit kann ja keine Mode sind.
00:09:00: Natürlich!
00:09:00: Das stimmt aber es hat natürlich schon etwas dran.
00:09:03: aber ich glaube der liegt nicht an der Krankheit beziehungsweise an der Disposition sondern das liegt an den gesellschaftlichen Umständen.
00:09:12: oder wenn ich sage gesellschaftlich dann meine ich damit natürlich die ganze Lebensrealität in der wir heute stecken also mit Medien, vor allem das Bildungssystem hat eine wichtige Funktion.
00:09:23: Das ist ja quasi der Ort wo sich in erster Linie diese Probleme manifestieren.
00:09:30: als erstes meistens bei den klinischen Jugendlichen im Bildungswesen oder weil das Bildungssystem sehr leistungsorientiert ist.
00:09:38: es gibt Eine sehr starke Leistungsorientierung, die sich eher noch verstärkt hat.
00:09:44: Das hat auch zu tun mit den ökonomischen Verteilungskämpfen.
00:09:49: Heute ist es so, dass man sich bewusst ist oder älternt sich bewusst.
00:09:54: Oder wir haben das Gefühl wenn mein Kind nicht... eine Top-Schulkarriere absolviert und Top Leistungen bringt.
00:10:02: Und Top Ausbildung hat dann wird das im Leben nicht erfolgreich sein, wird es im Leben scheitern und so.
00:10:08: Das erzeugt einen riesigen Druck also der Leistungsdruck.
00:10:12: Der kommt nicht nur von der Schule, der kommt ja von den Eltern aber auch vom Betroffenen selbst.
00:10:17: Denn die Betroffenin selbst wissen ja oder sehen vielleicht an Kolleginnen und Kollegen oder an Angehörigen oder in weiteren Umfeld, was passiert wenn man schulisch nicht erfolgreich ist usw.
00:10:31: Also die Möglichkeit zu Misserfolgserlebnisse zu haben sind sehr groß und aus diesem Grund eben verstehe ich das also der Druck riesig und insofern glaube ich manifestieren sich halt die Probleme deutlicher.
00:10:46: betroffene von ADHS Wie kann man das sagen?
00:10:53: Noch mehr in der Britulie, weil sie mit diesem spezifischen Funktionsweise die Sie eben haben nicht in diesem System erfolgreich sein können.
00:11:04: Deshalb haben Sie dann die fortgesetzten Misserfolgserlebnisse und die Schule merkt dass Ich habe heute Morgen noch mit meiner Frau darüber gesprochen.
00:11:18: Sie ist Kindererztin und ich habe sie gefragt, er nimmt das zu?
00:11:22: Ich werde heute dann darüber
00:11:23: gefragt.".
00:11:24: Und so.
00:11:25: Dann hat sie mir gesagt, sie weiß nicht recht ob es zunimmt.
00:11:27: Sie hat aber einfach das Gefühl dass die betroffenen Kinder auffälliger sind als früher also dass das Verhalten irgendwie besonders akzentuiert in Erscheinung tritt.
00:11:38: Aber ich glaube eben das ist auf der Folie zu sehen des das erhöhten Leistungsdrucks, dass geringe Erweichungen schon als problematisch konnotiert werden und als problemativ auffallen.
00:11:50: Also insofern ist der Kontext glaube ich sehr ungut heute für ADHS-Betroffene und insofern glaube ich es auch nicht nur die Aufgabe des Gesundheitswesens oder des medizinischen Systems.
00:12:06: Ich denke das ist ja auch eine Verzerrung, dass man sagt jetzt gesundheitswesen löst dieses Problem oder bewältigt dieses Problem.
00:12:16: Es braucht natürlich die medizinische Maßnahme, die medizinische Unterstützung aber es braucht auch psychologische Unterstützung Im sozialen Kontext, im Schulwesen.
00:12:28: also mehr Verständnis adäquatere Strukturen.
00:12:31: Adäquate Leerpläne, das ist nicht mein Fachgebiet oder wie man in der Schule eigentlich mit diesen Betroffenen umgehen soll und ich glaube dort auch gibt es einen gewissen Spielraum oder dass man nicht nur mit diesem Null nach Fünft sind Schulsystemen, wo die Kinder zwei Stunden ruhig sitzen sollen und irgendeine Aufgabe selbstständig lösen.
00:12:56: Sondern dass man auch dem begegnen kann durch geeignete Adaptation des Unterrichts und so auch den betroffenen Kindern zu Erfolgserlebnissen verhelfen kann sodass nicht nur das rein jetzt ein Problem ist eben der richtigen Dosierung.
00:13:13: Lassen Sie noch mal ganz kurz zurückreisen Wenn Sie auch einundneunzig, als ich mit dem ganzen Zeug angefangen habe.
00:13:21: Stellen wir uns vor sie wären da als psychiatrischer Engel in unsere Familie hineingeschwiebt und hätten gesagt Herr und Frau Meier dieses Kind es hat ADHS.
00:13:32: was hätte das konkret bedeutet?
00:13:34: Was hätte man denn getan oder anders gemacht oder nicht?
00:13:38: Zuerst muss ich sagen, dass ich in der Lage gewesen wäre, nicht nur weil ich damals noch zu jung war, sondern auch wahrscheinlich, weil damals dieses Wissen noch nicht in dieser Form verfügbar war.
00:13:51: Ich selber kann ja vielleicht sagen, ich habe Medizin studiert, in den Siebenunddachzig bis dreiundneunzig.
00:13:59: Und ich kann mich nicht erinnern, dass wir über ADHS etwas gelernt haben damals.
00:14:03: Man hat damals von POS gesprochen und Psycho-organische Symptome.
00:14:07: das war aber eher so in der Pediatrie In der Psychiatrie.
00:14:11: Wir haben nichts über ADHs damals gelernt und insofern hätte ich dieses Wissen gar nicht so in kompakter verständlicher Form einbringen können.
00:14:22: Ich glaube, es wäre mehr als jetzt ein Gedankenspiel wenn ich
00:14:25: mit den heutigen Wissen
00:14:28: in die Familie hätte gehen können und ich glaube schon das, ich meine, ich kenne ja ihre Eltern nichts und weiß nicht wie sie das aufgenommen hätten, wenn ich gesagt
00:14:35: hätte... Ihr hättet nicht in unserer Hypothese auf Sie gehört!
00:14:38: Wenn ich
00:14:39: gesagt hatte, ja schau'n Sie ihr Sohn?
00:14:41: Das ist sein intelligenter Typ der hat viele Interessen, das kann man ja zunächst mal so positiv konnotieren oder von der positiven Seite her beleuchten.
00:14:49: Das ist sehr vielseitig interessierter lebhafter Mensch.
00:14:54: Dass die Schatten-Seite von dem ist halt vielleicht dass er nicht gut still sitzen kann aber das ist nicht weil er nicht will oder weil er irgendwie zu doof ist sondern eben weil das ein Teil dieser Disposition ist, die auch neurologisch bedingt ist.
00:15:07: und das mit dem Dopamin, was Sie ja schon angetönt haben oder das muss man sich ja so vorstellen.
00:15:13: Das Dopamin ist vor allem wichtig für das Belohnungssystem und das bedeutet dass wenn ich etwas gut mache, wenn mir etwas gelingt Das Gefühl habe ich, kann das gut?
00:15:26: Dann bekomme ich eine Dopamin-Ausschützung.
00:15:29: Es gibt mir ein angenehmes Gefühl und das verstärkt sich dann bei mir.
00:15:32: also da merke ich aha wenn ich das mache dann fühlt es sich so an.
00:15:36: deshalb kann Ich das ausnützen.
00:15:38: und wenn es mir mal Wenn ich mich schlecht fühle dann mache ich eine Zeichnung weil ich weiß ich kann gut zeichen und hab ich ein positives gefühl.
00:15:45: Und Bei adhs betroffenen funktioniert diese diese Dopamin-Spirale nicht so gut.
00:15:52: Also es ist nichts, sodass das ja nicht vorhanden ist aber ist einfach weniger stark wirksam und deshalb haben die Betroffenen weniger diese Erfolgserlebnisse bzw.
00:16:01: sie brauchen einen intensiven Kick um so ein Erfolgserlebnis zu verspüren und sind deshalb immer auf der Suche und immer unruhig und hungrig nach neuen Impulsen.
00:16:13: Es genügt nicht
00:16:15: Und
00:16:16: wenn man da's einfach mal so erklärt oder glaube ich dann gibt es sofort einen ganz anderen Blick auf so ein Kind und man kann das besser verstehen.
00:16:25: Und dann auch vielleicht darauf eingehen, also das bedeutet ja nicht dass man diese Kinder dann einfach so lässt wie sie sind sondern man könnte eben versuchen die Belohnung signifikant dazu gestalten.
00:16:38: oder auch sehr wichtig ist die Belohnung muss sehr schnell erfolgen sehr rasch im Zusammenhang mit dem erfolgreichen Verhalten statt Wind.
00:16:48: Es ist schwierig so diese Verzögerung, also wenn man quasi eine Arbeit abliefert und dann am nächsten Tag die gute Not bekommt, dann ist das wie zu lange oder es ist dann nicht mehr verknüpft im Kopf, dass das mit dem zu tun hat.
00:17:02: Man sollte vielleicht darauf achten schnell zu loben und kann so dem Kind zu einem besseren Selbstwertgefühl auch verhelfen.
00:17:10: Ich denke, das hat ja eine sehr starke Auswirkung auf das Selbstwert-Gefühl.
00:17:15: natürlich also dieses Gefühl Misserfolge zu haben nicht erfolgreich zu sein, nicht anzukommen Das spüren die Kinder und das ist wie ein teufres Kreis oder indem sie dann kreisen hin und her springen und kramfhaft versuchen, positive Feedbacks zu bekommen.
00:17:34: Und das gelingt ihnen nicht!
00:17:36: Das ist ja eine fatale Negativ-Spirale die dann wirklich zu einem hohen Leidensdruck auch führen kann.
00:17:45: Spitzes etwas zu heißt es in der Konklusio dass ich als älterteilen eines ADHs Kindes dessen Substanzmissbrauch reduzieren kann indem häufig lobe oder im generell ein gutes Selbstwertgefühl vermitteln.
00:18:03: Das ist natürlich ein bisschen eine verkürzte Aussage, aber so würde ich schon sagen in diese Richtung geht es auf jeden Fall.
00:18:10: die Tendenz ist ganz eindeutig so also dass man nicht zu stark auf den... das kann ich ja generell sagen, man soll nicht zu stark immer auf den Dysfunktionalen Aspekten herum hacken und auf dem was nicht gelingt, also quasi nicht defizitorientiert sondern auch wenn einige Dinge vielleicht nicht gut sind dann doch mehr den Fokus legen auf das was gut ist.
00:18:35: Ich glaube dass es vielleicht so ein allgemeiner pädagogischer Grundsatz würde ich ja vielleicht sagen, dass man nicht immer... Das ist auch in der Therapie übrigens genau gleich oder wir fallen auch verfallen den gleichen Fehler in der Therapie oft, dass man zu stark symptomorientiert, defizitorientiert die Patienten behandelt und immer darüber spricht was sie alles nicht gut machen.
00:18:56: Das ist genau falsch!
00:18:57: Man soll den Fokus mehr legen auf das positive und ich glaube da so schon eine Dynamik entstehen kann die Entwicklung eines Kindes in eine andere Richtung lenken kann.
00:19:09: Natürlich genügt er das nicht einfach so einmal, zweimal sondern es muss ein dauerndes Verhalten sein bzw.
00:19:15: das ist ja dann eine Frage der Haltung eigentlich und ich glaube die Haltung die ich einnehmen kann als Elternteil zum Beispiel gegenüber meinem Kind hängt ja eben davon ab wie ich das einordne Und wenn ich den Blick auf mein Kind habe irgendwie fehlerhaft, es ist irgendwie verhält sich falsch.
00:19:35: Es macht nichts richtig.
00:19:37: Dann ist es schwierig natürlich eine positive Haltung einzunehmen und ich glaube wenn ich den Blickwinkel wechsle und mir das so umdehreute dann fällt mir das viel leichter.
00:19:46: und ich denke schon dass solche Interventionen eben bei Eltern oder auch bei anderen Angehörigen dazu beitragen können, dass eine andere Dynamik in einer Familie entstehen kann vorgebeugt würde, negativen Entwicklungen die eben zum Beispiel die Entwicklung einer Suchterkrankung beinhalten könnte.
00:20:10: Sind wir hier ja in einer Suchtklinik?
00:20:13: Ich frage einfach mal gerade aus wie viele von Ihren Klientinnen und Klienten haben ADHS?
00:20:19: Also hier in der Klinik sind es mindestens ein Drittel bis manchmal fünfzig Prozent je nach Gruppen, also wenn man so eine gewisse Konstellation sieht.
00:20:31: Und ich denke ein Teil eben vielleicht bis zu einem Drittel der Patienten hat wirklich ein diagnostiziertes ADHS das wir auch behandeln.
00:20:41: oder es ist auch ein Teil des Behandlungssettings dass man das einbezieht und es ist ein wichtiger Aspekt auch oder ein wichtiger Faktor beim Erfolg der Behandelung, dass man einen ADHS diagnostiziert Das erklärt und allenfalls auch behandelt.
00:20:58: Daneben gibt es so eine Übergangszone noch, würde ich sagen.
00:21:04: Also ADHS ist ja nicht schwarz oder weiß hat man da hat man nichts sondern es gibt so Übergangstformen das ja ein Kontin oben und es gibt dann eben so einen Teil der Patienten die so gewisse Elemente von ADHS zeigen, wo man das einfach so spürt und sieht.
00:21:18: Aber die vielleicht im strengen klinischen Sinne jetzt die Diagnosekriterien nicht erfüllen oder wo man vielleicht nicht jetzt eine Behandlung mit Stimulanzien einlegen würde?
00:21:29: Oder gibt es auch Patienten, die das natürlich nicht wünschen?
00:21:32: Das ist ja klar.
00:21:34: Ist der Therapieerfolg höher bei den Betroffenen mit ADHS?
00:21:41: Das glaube ich kann man so nicht sagen, beziehungsweise ich würde sagen eigentlich sind ADHS-Betroffene auf jeden Fall gefährdeter durch Suchterkrankungen und auch insofern haben sie mehr Schwierigkeiten in der Behandlung.
00:21:59: Also die Behandelung ist... Auch wenn man jetzt nicht die totale immerwährende Absinenz anstreben würde, bedeutet ja doch eben Verzicht auf ein Suchtmittel.
00:22:10: Und bei ADHS-Betroffenen ist das Suchtmittel ja nicht einfach nur so aus Jux und blöde Leihe oder irgendwie so ohne Grund sondern sie haben eben diese Wirkung oder die Sie vom Suchtmittel haben und die Sie auch brauchen um im Alltag zu funktionieren.
00:22:31: Wöhnungstherapie bei ADIS-Betroffenen funktioniert ja so, dass sie Betroffenen lernen müssen wollen sollen mit ihrer spezifischen Disposition in ihrem Alltag umgehen zu können.
00:22:46: Sich zu regulieren, sich regulieren zu können nicht in diese Muster zu fahren und das ist ein Lernprozess der sehr anspruchsvoll ist.
00:22:58: Das bedeutet auch benötigt auch eine gewisse Zeit, also man kann nicht in einer Woche sowieso nicht aber auch nicht in zwei Wochen oder auch nicht vier Wochen so etwas lernen und dann ist das verankert.
00:23:11: Sondern das ist ja ein Lernprozess der Beginn, der hat
00:23:14: vielleicht
00:23:15: bei vielen schon vorher begonnen, der weitergeht und wo sie über die Zeit eigentlich und auch über die Erfahrungen, die Sie machen im Alltag, in der Klinik, aber auch in Ihrem gewohnten Alltag adaptieren dieses Wissen, aber auch diese Fertigkeiten, man spricht ja auch von Skills dann erlernen um sich im Alltag regulieren zu können.
00:23:41: Im Wissen dass sie diesen Schwachpunkt haben das Sie diese Anfälligkeit haben, dass sie dort besonders aufpassen müssen, dass die besonders schnell in so ein Muster fallen.
00:23:50: also es müssen die Betroffenen alles adaptieren und verinnerlichen und verankern sodass sie wirklich längerfristig leben können.
00:24:01: Das heißt, die machen ja auch ADHS-Abklärung?
00:24:04: Ja absolut das ist ein wichtiger Teil von uns.
00:24:07: wir haben eine extra neuropsychologisches Personal auf, die solche Abklärungen durchführt und dann die Diagnosen eben wirklich auch erhärten können bei jenen die nicht schon diese Diagnose mitbringen.
00:24:19: Und wie reagieren betroffene üblicherweise wenn sie nach Jahren das missbrauchst und der Probleme hören dass in dem Sinne gar nicht wirklich was dafür kann?
00:24:30: Die meisten Betroffenen haben das schon geahnt oder haben so etwas auch vermutet.
00:24:38: Viele sind natürlich erleichtert, entlastet und fühlen sich ein Stück weit... moralisch rehabilitiert quasi, wobei ich glaube trotzdem auch die Gaddie Betroffenen, die ja das genau spüren was da sie ist natürlich auch wissen dass nur allein damit dass man das jetzt diagnostiziert hat.
00:25:00: Das Problem ja noch nicht gelöst ist.
00:25:02: also Sie haben trotzdem die Schwierigkeiten vor sich oder sie müssen trotzdem in ihren Alltag dann wieder zurückgehen und müssen einen Weg finden wie sie mit ihrer Disposition im Umgehen können.
00:25:14: Ich glaube schon die Behandlung bei uns können den Patienten dazu verhelfen, vor allem auch im Austausch untereinander.
00:25:22: Das ist ein wichtiger Punkt, dass sie hier andere Betroffene kennen.
00:25:26: Wir haben dann auch spezifische Gruppen für ADHS-Betroffende, wo Sie sich mit anderen austauschen können dass sie sich so natürlich schon irgendwie wohler fühlen können oder einnisten können in einem Gefühl ja gut, es gibt auch andere die das haben.
00:25:41: Es gibt auch anderen, die irgendeine Bewältigungs-Modus gefunden haben, die einen Weg finden können.
00:25:47: Das gibt auch Mut und ich denke diese Inputs, die die Leute mitnehmen wenn sie hier Ihre Behandlungen, die ja vielleicht acht Wochen, zwölf Wochen dauern.
00:26:00: Wenn sie nach Hause gehen wieder, nehmen Sie schon viel mit oder dass Ihnen weiterhelfen kann?
00:26:06: Sie haben vorhin gesagt man strebt gar keine hundertprozentige Absinenz an.
00:26:11: was strebt man denn dann an?
00:26:15: Ja viele streben schon eine hundeprozentige Obsinenz an und insofern möchte ich das nicht schlecht machen oder sagen es ist ein falsches Ziel.
00:26:24: Manchmal ist es ein zu hohes Ziel und das ist vielleicht vor allem ein Ziel, auf das man sich dann verkrampft und unnötig eigentlich Energie verliert.
00:26:33: Weil man spürt mal kann es nicht erreichen weil oft ist auch schon mit einer begrenzten Zielsetzung natürlich sehr viel gewonnen Und insofern ist es wichtig dass man sich realistische Ziele setzt.
00:26:47: Generell würde ich sagen das Ziel der Suchtherapie ist Dass die Betroffenen eine maximal mögliche innere Freiheit haben, selber zu entscheiden wie sie leben wollen und was sie machen.
00:27:01: Und wie Sie sich selbst regulieren, ob sie dazu Substanzen einsetzen wollen oder nicht?
00:27:07: Wenn sie Substanze einsetzen dann ist es wichtig einen umgang damit haben oder dass sie auch ja wissen wie sie diese substanzen vielleicht die gefahrenen substansten kennen wissen was die vor und nachteile sind der substanze und auch je nach dem halt die die substancen einsetzen können ohne dass es dann zum zum totalen Rückfall in die Suchterkrankung führt.
00:27:36: Und ich glaube, wir haben vielleicht auch zu wenig Informationen darüber.
00:27:40: oder wie sehen hier in der Klinik natürlich diejenigen, dass sie vielleicht eine Auswahl von denjenigen, die das nicht schaffen und in einem bestimmten Zeitpunkt nicht geschafft haben?
00:27:53: Ich glaube da draußen spielt sich sehr viel mehr ab vorstellen, dass es viele Menschen gibt die durchaus einen Umgang finden mit verschiedenen Substanzen.
00:28:04: Die vielleicht in gewissen Phasen ihres Lebenssubstanzen missbeutelig verwenden oder schädlich verwenden dann aber auch für gewisse Phasend eine durchaus Angemäßen einen Umgang finden mit Substanzen, also insofern ist sowieso nie gut.
00:28:21: So diese schwarz-weiß Malerei oder die totale Verpöhnung zu sagen das ist der totale Ruin und so... Das ist ja alles übertrieben und erzeugt eine zu hohe Druckkraft für die Betroffenen, dass man das so verkrampt zieht.
00:28:34: Ich glaube wichtig ist ein gewisse... Ein blöder Ausdruck, vielleicht Entspanntheit oder so.
00:28:42: Aber dass man ein... Ich
00:28:43: habe auch gesucht aber ich finde den ganz wund... Ja?
00:28:46: Toleranz aufhört!
00:28:47: Tolerans also man muss
00:28:49: eine gewisse Sicherheit haben als Betroffen oder das.
00:28:52: man weiß.
00:28:52: okay ich weiß genau dort sind die Gefahren Das ist schlimm das ist gefährlich da muss sich aufpassen das kann nicht machen.
00:29:00: Dort ist ja auch wichtig, dass Sie betroffenen wenn sie mehr Erfahrung haben.
00:29:04: Auch wissen wo sie zum Beispiel Feedbacks einholen können oder das sie wissen sind ja nicht allein.
00:29:09: also sie können sich ja dann beraten lassen und sie sollen ihrem Umfeld oder vielleicht auch den Fachpersonen mit denen sie zu tun haben sagen bitte melde mir zurück Wenn du das Gefühl dass etwas ist nicht gut etwas läuft aus dem Ruder Dann kann ich mich wieder darauf Ja Kann Ich Das Wieder besser regulieren.
00:29:27: Also Dass man Sich auch erhauten, das ist vielleicht ein blödes Wort.
00:29:34: Dass man das transparent macht im Umfeld – da sind wir auch wieder beim Stigma.
00:29:38: oder dass man bei dem Stigma natürlich ist man so charmhaft und man sagt es niemandem und niemand spricht darüber – Das ist alles nicht gut!
00:29:45: Oder man sollte mehr darüber sprechen, offenere und lockerer damit umgehen weil das hilft den Betroffenen und auch dem Umfeld, dass man eigentlich locker über diese Dinge sprechen kann und so einen besseren Umgang finden kann.
00:29:58: Deswegen treffen wir uns hier ja heute.
00:30:00: Ganz genau, und ich hoffe das kann auch vielleicht Betroffen ermutigen oder sich irgendwie offener mit diesen Themen zu befassen oder auch Mut zu bekommen, Mut zu fassen dass ein Umgang mit den Substanzen einen Umgang seiner eigenen Disposition möglich ist Ein Ziel ist im Leben und dass das eigentlich auch nicht so viel anders ist, von dem was alle anderen ja auch machen müssen.
00:30:31: Also sich irgendwie durchs Leben schlagen, irgendwie mit den Stärken und Schwächen die man hat umgehen können.
00:30:37: Und gibt es ja diverse Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
00:30:40: Auch hinsichtlich ADHS?
00:30:42: Gibt es sie auch hinsichtlich ADHS und Sucht?
00:30:47: Ja, ich denke schon.
00:30:48: Also die Frauen sind ja oft eher von diesem hypoaktiven Typ, also nicht so angetrieben und unruhig sondern eher so in dem dräumeren Konzentrationsprobleme.
00:31:05: sind mehr im Vordergrund, also weniger so dieses Impulshafte und insofern sind die Frauen oft ja leiser Und fallen dann auch weniger auf.
00:31:13: Sie haben auch beim Suchtmittelkonsum dann oft nicht so diesen exzessiven Suchtmittelkonsumen.
00:31:19: das hat gewisse Vorteile.
00:31:20: der Nachteil ist aber auch vielleicht dass man das nicht so schnell bemerkt Nicht nur das Umfeld sondern auch sie selbst Also sie selbst auch vielleicht lange Zeit gar nicht realisieren dass sie eigentlich in einem Dysfunktionalen Modus sind oder eigentlich zu viel konsumieren.
00:31:36: und umso schamhafter ist dann oft auch das Hilfesuch verhalten, also dass sie eben nicht sich Hilfe holen.
00:31:46: Frauen im Allgemeinen ja holen sich schneller Hilfe oder finden schneller oder besser den Zugang zu Fachpersonen.
00:31:53: in dem Bereich ADHS und Sucht ist es vielleicht ein bisschen weniger der Fall, beziehungsweise dort glaube ich, ist es noch häufiger anzutreffen dass den Frauen nicht bewusst sind das sie einen ADHS haben.
00:32:08: Also dort ist schon die Abklärung und die Information und die Mitteilung dass eine ADHS Symptomatik sehr oft dann ein Augenöffner oder ein Durchbruch quasi dass sie plötzlich merken, aha!
00:32:24: Das hat ja damit zu tun.
00:32:25: nur deshalb bringe ich meine Dinge nicht auf die Reihe, oder habe ich irgendwie so ein Durcheinander immer in meinen Sachen?
00:32:32: Oder hab' ich eine Unordnung und kann mich meine Termine nicht einhalten.
00:32:37: Oder bin Geldes als unzuverlässig.
00:32:40: Das ist gar nicht weil ich wirklich unzuversichtlich bin sondern weil ich eben diese Disposition habe und mich so nicht so richtig fokussieren kann.
00:32:50: Lassen Sie uns kurz generell über Sucht sprechen und über Konsum.
00:32:57: Wenn jemand ein Suchtproblem hat, ist das ja etwas was man gerne misssachtet oder ignoriert oder schön redet.
00:33:05: Wie weiß ich dass ich einen suchtproblem habe?
00:33:10: Also ich muss ehrlich mit mir sein und mir so diese Fragen stellen die zum ja eben das den Suchtmechanismus charakterisieren.
00:33:22: zum Beispiel könnte ich eine Zeit lang auf das Sucht mit Verzichten, einfach so.
00:33:28: Das ist ja ein typischer Ausdruck, dass die Betroffenen vielleicht Patienten sagen, nein ich habe es nur noch in Kontrolle und es ist nicht züchtig oder abhängig.
00:33:38: Und dann kann man sagen okay wenn das stimmt, dann müsste es für dich kein Problem sein.
00:33:43: Eine Woche lange ist diese Suchmittel nicht zu konsumieren.
00:33:45: Es ist ein Selbstversuch, den kann man sehr einfach machen und sieht dann sofort ob er gelingt oder nicht.
00:33:51: Wenn einem das gelingt... eine Woche, dann kann man fragen ja warum nicht zwei Wochen?
00:33:57: oder warum muss man dann sofort wieder zurück in dieses Muster?
00:34:01: und so gibt es eine gewisse Neudeutsch-Awareness Bildung.
00:34:07: Dass man sich bewusster wird und mehr auf sich achtet.
00:34:11: ich glaube oft ist es so dass die Betroffenen eigentlich schon wissen das sie zu viel konsumieren und eigentlich das auch als Problem sehen aber oft das vielleicht so ein bisschen vor sich her schieben und sagen Ja, es ja nur ist für rübergehend eine ich habe keine schwierige Zeit und so.
00:34:30: Und nachher reduziere ich das dann wieder.
00:34:35: Ich habe es unter Kontrolle und so und das ist natürlich dann manchmal einen Druckschluss oder man verliert die Kontrolle.
00:34:42: Es gibt dann eine Eigendynamik und das glaube ich ist eine sehr unangenehme Erfahrung, die aber zum Zusuch der Karankung gehört oder dass man das Gefühl hat oder realisiert, man hat die Kontrolle verloren.
00:34:54: Es gibt eine Eigendynamik, die ich nicht mehr steuern kann.
00:34:56: Ich komme in eine Dosissteigerung.
00:34:58: Ich kann nicht stoppen und aufhören und verzichten.
00:35:03: Dann kommen die Schwierigkeiten, dass ich je nachdem verheimlichen muss.
00:35:13: habe ein schlechtes Gewissen, deshalb das ist wieder ein Grund um noch mehr zu konsumieren.
00:35:18: Ich verstricke mich in Widersprüche ich komme in die Britulie immermehr.
00:35:25: Ich muss irgendwelche Ausreden finden wieso das jetzt nicht geht und dass nicht?
00:35:29: Ich muss eigentlich die Substanzen verstecken.
00:35:43: eine Spirale, ein Teufelskreis oder der von Betroffenen immer wieder eindrücklich geschildert wird.
00:35:50: Oder wo man das auch wirklich so mit fühlen oder fast mitteleiden kann und wenn man sieht wie diese Suchtdynamik einen dann auffriest.
00:35:57: Und ich habe das ist wirklich so eine der schlimmen Seiten dieser Krankheit dass sich so aus scheinbarer Kontrolle und Normalität schleichend so etwas Dämonisches entwickelt, wo man wirklich die Kontrolle verliert und man denkt dann ja ich irgendwie vorher war es doch noch normal.
00:36:21: Ich hatte es unter Kontrolle oder es braucht nur wenig Dann wäre das wieder so.
00:36:25: aber in Tat und Wahrheit ist sehr viel also die Distanz sind sehr groß.
00:36:30: Ich glaube, es gibt ja nicht eine absolute Wahrheit und ich als Fachperson maße mich auch nicht an zu sagen das ist ein Suchproblem.
00:36:37: Sondern das ist etwas relativ.
00:36:43: Geht es Ihnen gut dabei?
00:36:44: Können Sie Ihre Aufgaben oder Ihre Ziele, die Sie sich setzen erreichen?
00:36:49: fühlen sie sich wohl im Alltag.
00:36:51: Ich
00:36:51: habe alles mit ihr beantwortet.
00:36:52: Dann würde ich das durchaus infrage stellen und sagen ja gut okay was spricht denn dagegen?
00:36:57: oder warum überlegen Sie denn nicht weiter zu kiefen?
00:37:00: Das ist jetzt nichts von einem Fachmann erwarten würde die Aufforderung einfach weiter zu kämpfen.
00:37:07: Ja gut vielleicht ist das etwas unorthodox oder ich möchte dass könnte mich ja herausreden, eine Paradoxintention.
00:37:15: Aber ich glaube schon als Fachperson hüte ich mich so von diesem hohen Rost oder mit diesem Wahrheitsanspruch jemandem zu sagen was sein Problem ist.
00:37:27: Ich glaube die Betroffenen selber müssen ein Problembewusstsein haben und ich sehe das sehr oft in der Behandlung Das hält.
00:37:35: Ja, nein das wird dann auch so negativ kronotiert quasi hat keine Behandlungseinsicht.
00:37:41: aber ich glaube dass es nicht die richtige Sichtweise sondern das ist eine autonome Entscheidung die jemand trifft und es ist ja manchmal eher das Umfeld die dann sagt ja du hast ein Problem du trinkst zu viel.
00:37:52: betroffene selber Sagt vielleicht, ja könnte sein aber ich glaube nicht.
00:37:58: und das sind ja diese Stadien der Bewusstmachung oder die auch in der Suchtmedizin sehr wichtig sind oder die beschrieben sind.
00:38:03: Auch dass man zuerst bekommt man so Feedbacks und dann gibt es so eine leise innere Stimme die mir vielleicht auch sagt Ja irgendwie ist schon etwas Vielleicht nicht gut oder man fängt auch vielleicht zu fantasieren an.
00:38:16: Was wäre denn, wenn ich das nicht machen würde?
00:38:18: Ich würde es mit einem besseren gehen oder schlecht oder anders.
00:38:21: und so beginnt eigentlich dann diese Bewusstseinsbildung dass man anfängt darüber nachzudenken und der nächste Schritt ist ja dann im Klaren klar wird und sich sagt, okay ich glaube es ist zu viel.
00:38:34: Ich habe ein Problem.
00:38:36: aber auch dann ist man ja noch nicht am Punkt wo man jetzt sagt ich habe eine schwere Krankheit und es ist furchtbar schlimm sondern dann sagt man sich vielleicht ich habe einen Turmkonsum Ich muss etwas machen, damit ich den Konsum reduzieren kann und dann geht es weiter.
00:38:50: Dann schaut man ob das funktioniert.
00:38:52: oder wenn das funktioniert dann würde ich auch sagen dann ist man ja nicht in einem schweren Krankheitszustand sondern dann ist das so im Rahmen von gewissen Krisen, die man hat bewältigt oder das gehört ja eigentlich auch zur psychischen Gesundheit.
00:39:07: Dass man Krisen bewältigen kann und dass man bestimmte Verhaltensweisen bei sich erkennen kann und dann korrigieren kann.
00:39:15: nur wenn ich das nicht mehr korrigiere kann oder wenn ich merke Ich kann das nicht stoppen obwohl ich das will Dann ist man in einem Bereich wo man eine Krankheitswertigkeit zusprechen kann Und dann bin ich gerne bereit als Fachperson an die Leute zu unterstützen.
00:39:30: Und dann würde ich natürlich mich sehr interessieren, was ist die Wirkung der Substanz?
00:39:35: Warum braucht es diese Substanz und was fällt dann weg wenn diese Substance nicht mehr konsumiert wird?
00:39:41: Was ist denn anders?
00:39:42: Ist das dann schwieriger zum Aushalten
00:39:44: usw.?
00:39:45: Dann sind wir im therapeutischen Gespräch, wenn ich so anfange, dann zu diskutieren mit den Leuten.
00:39:52: Also gut!
00:39:52: Ich wäre gar nicht erst gekommen damals offensichtlich.
00:39:56: Was aber auch nicht passiert ist.
00:39:58: Viele meiner damaligen Freunde sind dann, ich muss sagen, regelrecht abgestürzt.
00:40:02: Die haben zu härter im Gegriff.
00:40:06: Warum ist das mir nicht passiert?
00:40:08: Warum ist es mir gelungen eine Linie zu ziehen und weniger zu kiffen und immer noch weniger um das irgendwann ganz bleiben zu lassen?
00:40:16: Ich hab doch ADHS!
00:40:17: Ja... Ich erfahre doch Entspannung durch den Konsum.
00:40:21: Warum isst er aus meinem Leben in
00:40:24: Spunden?!
00:40:25: Ja, ich nehme an oder würde vermuten das es ihnen natürlich gelungen ist auf andere Art.
00:40:31: Auf andere Weise diese Entspannung dieser Beruhigung sich zu verschaffen dass sie andere Umgangsformen gefunden haben.
00:40:40: vielleicht hat sie auch das Griff der Cannabis-Konsum irgendwie gestört.
00:40:46: Das könnte auch sein dass es gesellschaftlichen Druck oder Normdruck vielleicht gab wobei das beim Cannabis jetzt sicher in gewisse Kreise nicht mehr so groß, dass man diesen Druck hat.
00:40:59: Aber es ist doch vielleicht nicht überall so gern gesehen oder man hat so ein negatives Image auch.
00:41:06: Vielleicht ist das aber auch eine grundsätzliche Überzeugung oder die man irgendwie hat weil das ist einfach ungut wenn man das geführt.
00:41:14: ich bin auf diese Substanz angewiesen Weil man denkt ja vielleicht ja gut, ich möchte immer eine Weltreise machen.
00:41:21: Dann ist es schwierig.
00:41:22: Was macht man in gewissen Ländern und so weiter?
00:41:24: Und dann merkt man einfach... Es ist ein bisschen blöd dass man diese Substanz unbedingt braucht.
00:41:29: Man hätte mehr Freiheit.
00:41:31: Also die Freiheitsaspekt glaube ich das ist ein Element, das manche Betroffene Manchen mehr auffällt, dass sie eigentlich umfrei sind und wir haben heute so ein Ideal.
00:41:45: Ja auch man möchte frei sein unabhängig sein autonom sein Und da geht das schon.
00:41:49: auch fällt das in dieses Kapitel.
00:41:51: vielleicht Dass ich das als Unangenehm empfinde wenn Ich eine Substanz brauche die ich irgendwie von außen immer zu führen muss.
00:42:01: Aber vielleicht sind es auch Zufälle, dass sie nicht gelungen ist oder irgendwie Glücksfälle.
00:42:05: Dass sie in eine andere Lebenssituation gekommen sind und das nicht mehr so gefragt war?
00:42:10: Oder wo auf andere Weise eine dufriedenstellende Regulierung möglich war?
00:42:18: Beim Alkohol ist es schnell beantwortet.
00:42:21: Die Wirkung hat sich verändert.
00:42:25: Als ich jung war, war das etwas sehr Festliches Rauschartiges, ich konnte das gerade so als Hirnspülung erleben.
00:42:34: Also endlich mal Freiheit von diesen Belastenden oder auch einfach anstrengendem Gedanken und das hat sich verändert hinzu.
00:42:45: man ist dann einfach belimmert.
00:42:48: Das hat natürlich die Attraktion verloren und beim Käfen war es ganz ähnlich.
00:42:54: Es endete damit dass ich irgendwann den einzigen Unterschied darin feststellen konnte, dass ich jetzt bekifft bin und nicht entspannt oder belustigt oder offen oder irgendwas.
00:43:04: Und dann erwähnt sich dich ja das Ganze von selbst aber dennoch habe ich mein ADHS weiterhin und greife aber nicht mehr auf diese Dinge zurück.
00:43:14: Ist das ein ADHS Alterungsprozess oder was passiert?
00:43:20: Ja, es ist gut zu sagen.
00:43:21: Ich glaube, ADHS ist ja nicht etwas Statisches und das ADHS verändert sich im Laufe des Lebens also mit dem Älterwerden.
00:43:31: dogma fast gehabt dass das eigentlich etwas ist also nur krino- jugelige haben und sich im erwachsenen Alter das verflüchtigt oder normalisiert und so.
00:43:39: Das stimmt nicht, da ist man wirklich sehr viel weiter.
00:43:41: aber das ist trotzdem so dass sich das verändert mit zunehmendem.
00:43:48: Ich sage jetzt nicht Artungsprozess, sondern Reifungsprozesse.
00:43:51: Verändert sich das insbesondere?
00:43:53: Zum Beispiel reduziert sich ja oft so diese Impulsivität und diese Hebeligkeit entgegen was oft länger bleibt oder stärker noch störend bleibt, die sind zu diesen Konzentrationsschwierigkeiten also dass man nicht so gut sich fokussieren kann.
00:44:10: aber insofern werden viele Betroffene gegen außen weniger auffällig.
00:44:15: Und ich glaube, wenn ich vor Reifung gesagt habe ist es ja nicht ganz falsch.
00:44:21: Oder weil man einfach mehr Erfahrung hat wie man sich adaptieren kann Man hat mehr Skills oder wie man in verschiedenen Situationen eben behelfen kann Man weiß auch besser darüber Bescheid vielleicht und kann sich so besser darauf einstellen.
00:44:37: Insofern können sich wirklich die Symptome... reduzieren oder die Auffälligkeit, die Prominenz der Symptome nimmt ab.
00:44:45: Und ich nehme an das auch das innere Gefühl sich wahrscheinlich ein bisschen verändert also dass dann auch eben die Wirkung des Substanzen eine andere wird und Ich glaube, das sollte man einfach beobachten als betroffene Person oder versuchen zur Kenntnis zu nehmen und darauf auch eben dann zu reagieren.
00:45:05: Und je nachdem in sich darauf einzustellen und auch andere Bewältigungsformen dann zu adaptieren.
00:45:13: Was ist für Sie ein Therapierfolg?
00:45:16: Ich denke beim Ersucht ist natürlich schon ein Therapiervolk, wenn jemand weniger konsumiert oder gar nicht mehr konsumieren.
00:45:23: Oder weniger schädlich konsumiere.
00:45:26: Das kann man sehr gut messen.
00:45:29: Beim ADHS besteht der Erfolg darin dass die Betroffenen sich selber gut kennen und gut einschätzen können, verstehen und wissen wo sie ihre Stärken und Schwächen haben.
00:45:43: Und ein soziales Umfeld inklusive vor allem auch berufliche Situation oder so wählen können finden dass es für sich stimmt oder dass Sie mit ihren Stärkern und Schwächern sich eigentlich optimal einbringen können das Sie nicht in einen Negativ Stress kommen oder sich wie ständig rechtfertigen müssen, behaupten und ständig gegen den Strom schwimmen.
00:46:10: Sondern dass sie nicht eine Nische nur, weil das sind ja nicht nur abseitige Nischen sondern es gibt ja durchaus Berufsfelder glaube ich wo diese Lebendigkeit oder diese Kreativität sehr hilfreich ist und sehr gerne auch geschätzt wird auf vom Umfeld und so weiter.
00:46:33: Also wenn es sein gelingt, ebenso ein Umfeld zu finden dann ist glaube ich sehr viel geworden.
00:46:38: Hätten Sie gerne manchmal ADHS?
00:46:42: Habe ich mir auch kürzlich mal überlegt und ich kann sagen und ich glaube ich habe diese Neigung wirklich nicht so stark oder das ist irgendwie ja weiß eben nicht ob er sein Glück ist.
00:46:53: aber ich finde schon manchmal mein das ist so das generelle neurotische Unglück oder dass wir vor heute schon gesagt haben das Unbehagen in der Kultur.
00:47:03: Also man ist gehemmt, man adaptiert sich und ich finde bewundere manchmal bei ADHS Betroffenen wie sie diese Spontanität oder auch dieses ja jetzt nicht Impulsivität sondern dieses rasche also dass ich sehr rasch in eine Situation begeben können Auch das Kontaktfreudige finde ich die Fähigkeit sehr schnell in Kontakt zu treten In einer Gruppe von Menschen.
00:47:33: Ich sage jetzt nicht, das Klassenkarl oder so zu spielen einfach lustig zu sein.
00:47:39: und ich finde persönlich tatsächlich manchmal bei gewissen Veranstaltungen, Partys oder so ist man dann auch froh wenn ein zwei ADHS Betroffene da wohnen das sind weil dann ein bisschen mehr Lebendigkeit da ist.
00:47:51: Weil irgendwie die Stimmung aufkommt weil Spaß gemacht wird und so dass es wirklich finde ich etwas positives und das ist etwas was ich mir manchmal wünschen würde dass sich in einer Party oder sowas irgendwie quasi diesen diesen Partylöwen oder so spielen könnte mit dieser Leichtigkeit und Lockereit, die eben manchmal ADIS-Patienten haben.
00:48:15: Noch eine Hypothese?
00:48:17: Stellen wir uns vor ich hätte... Sie wären damals zu uns gekommen und ich hätte besser verstanden was los ist mit mir und ich hatte weit gestreamt auf die Substanz verzichtet.
00:48:29: Hätte nicht so viel gehilft, hätte nicht so viele getrunken.
00:48:33: Was wäre in meinem Gehirn heute anders?
00:48:37: die darunter liegende Frage ist.
00:48:39: Ich glaube, ich habe mich ziemlich dumm gemacht mit dem
00:48:41: Zeug.".
00:48:43: Das ist eine schwerwiegende Frage finde ich oder eine gewichtige Frage so will ich vielleicht sagen und auch beunruhigende Frage natürlich ein Stück weit also ob man quasi Schäden verhindern könnte und ich würde das vielleicht nicht so zugespitzt formulieren.
00:49:05: aber ich glaube man hätte sich oder viele Betroffene könnten, sich vielleicht Umwege ersparen.
00:49:14: Oder man könnte schneller vielleicht Erfolge erzielen oder schneller vielleicht seine sein Potenzial ausschöpfen.
00:49:25: also man hat dann vielleicht das Gefühl man hat irgendwie Zeit verloren und man hat umwege gemacht oder Man hat Falsches gelernt, dass man nachher wieder umlernen muss in falsche Verhaltensweisen.
00:49:41: Ich glaube schon das natürlich bei den gravierendsten Fällen die es ja gibt manchmal oder wo Leute wirklich auf die ganz schiefe Bahn kommen und sich dann total negative Verhaltsmuss eingeprägt haben, dass das natürlich schon Entwicklungen sind, die man verhindern könnte früher intensiv interniert hätte, aber ich glaube das Leben ist nicht berechenbar.
00:50:08: oder ich glaube wir können nicht flächendeckend alle Kinder und Jugendlichen begleiten und monitorisieren und irgendwie schauen dass es nicht in eine falsche Richtung geht sondern das ist eigentlich die Aufgabe der der Aufgabe von uns allen.
00:50:24: Dass wir darauf achten dass die Menschen mit denen wir zu tun haben gewisse Feedbacks von uns bekommen, also wie so diese checks und balances irgendwie funktionieren.
00:50:36: Also dass jemand der sich so oder so verhält wird dieses feedback bekommt in einer Weise das er aufnehmen kann und dann darauf vielleicht reagieren kann oder dass man auch wenn man etwas sieht oder etwas erkennt oder etwas bemerkt dass man das eben versucht einzubringen und zurückzumelden.
00:50:56: natürlich die Aufgabe der Fachperson Sie haben mich ja auch so jetzt darauf angesprochen oder auch dieses Gedankenspiel, ich würde bei Ihren Eltern damals interniert haben und so.
00:51:07: Ja unbedingt bei dem nicht bei mir.
00:51:09: Inhaltet ja das?
00:51:10: Oder dass man von den Fachpersonen natürlich erwartet, dass sie dieses Wissen teilen und einbringen und auch gesellschaftlich relevant irgendwie zu Geld umbringen, nicht nur im Meldenbeinturm da ihre Ideen haben sondern das auch gescheesslich vermitteln.
00:51:28: Wenn ich pessimistisch bin, dann sage ich, da passiert noch viel zu wenig.
00:51:31: Aber wenn ich optimistisch ist, würde ich sagen ja nein das ist eigentlich einiges im Gang jetzt und daran auch dieses Podcast und so dass es wirklich eine Bewusstseinsbildung in Gange ist und dass viele mehr Menschen sich darüber Gedanken machen und darüber auch Informationen haben und damit irgendwie etwas anfangen können.
00:51:51: aber Ich höre da den Appell raus.
00:51:54: Liebe Menschen, wenn ihr in eurem Umfeld oder bei den Kindern oder Eltern feststellt dass die etwas auffällig sind dann sprecht das liebevoll an.
00:52:05: Ja unbedingt!
00:52:06: Also ich glaube man sollte versuchen das wertfreie Anzusprechen also nicht auch sage ich es mal hysterisch oder auch im ADHS.
00:52:16: Es gibt so eine gewisse Polemik ja über ADHS behandelt und es gibt Die Meinung, dass AD heißt zu viel diagnostiziert wird und so viele Medikamente vor allem gegeben werden.
00:52:28: Ja, ich komme da wieder zurück auf die Erfahrungen von meiner Frau.
00:52:32: Oder sie hat gesagt es gibt manchmal Eltern oder auch sogar manchmal Jugendliche selbst.
00:52:37: Oder die aus verschiedenen Gründen so eine innere Abneigung haben gegen Medikamente und die dann das nicht nehmen wollen.
00:52:44: Das kann man natürlich total respektieren.
00:52:47: aber manchmal machen Sie sich dann das Leben schon unnötig schwer und könnten eigentlich schon eine Erleichterung erfahren durch eine sinnvolle Medikation.
00:52:57: Man muss ja auch sagen dass er einfach so ruckzuck, dass man einfach ein Medikament da auf den Tisch knallt.
00:53:03: Sondern das ist ja ein sorgfältiges Eintitrieren austarierende die richtige Substanz und die richtige Dosierung.
00:53:10: auch da übrigens würde ich sagen, dass eine wichtige Entwicklung ist das ADHS Betroffene auch diese Medikamente kennen sollten.
00:53:19: oder ich finde es gut wenn sie die Medikamente kennen weil Sie können auch damit an diesen Ja, ich sage es nicht spielen.
00:53:26: Aber schon klieren und betroffene Wissen oft oder erfahrene Wissen often in diesen Situationen nehme ich das.
00:53:34: In anderen Situationen kann ich auch darauf verzichten.
00:53:36: also dass sie irgendwie so einen gewissen Umgang damit finden.
00:53:40: Sie müssen das ja auch oder Sie müssen selber wissen wie die Dosis stimmt für sich auch eben in welchen Situationen sie das vielleicht weglassen können.
00:53:50: Also dass sie wie eine eine Kompetenz im Umgang mit dieser Disposition eigentlich erwerben.
00:53:58: Nun ist es ja nicht ganz einfach für Jugendliche, wenn sie darauf hingewiesen werden.
00:54:03: du könntest alle IS haben oder die Eltern finden das müsste man mal abklären.
00:54:08: Die Wartezeiten sind ja enorm!
00:54:10: Das ist tatsächlich ein Problem, dass es diese Wartezeiten gibt und dass man diese hochstrukturierte Abklärung voraussetzt.
00:54:18: Ich finde das grundsätzlich richtig auch aus Gründen der Seriosität.
00:54:24: Man muss auch sagen, diese Medikamente sind hochwirksame Medikamente.
00:54:28: Das kann man nicht einfach so breit mit der Gießkanne über die Bevölkerung...
00:54:34: Sondern
00:54:35: eine Frage ob man das nicht niederschwelliger zugänglich machen sollte vor allem bei Fällen, wo man das von hundert Metern sieht.
00:54:43: Oder auch zum Beispiel Lehrer oder so machen wir sofort sehen ja das ist ja klarer Fall und dann muss man ein Jahr warten auf die Abklärung.
00:54:49: aber ich kann jetzt hier nicht gegen die offiziellen Regularien sprechen natürlich in so einem offizialen Medium und insofern glaube ich soll man dabei bleiben dass man eine ernsthafte Abklärungen machen soll.
00:55:01: Ich denke die Bemühungen müssen dahin gehen dass Abklärungen schneller und besser verfügbar sind.
00:55:09: Und dass man wirklich in schwierigen Fällen schnell eine zu einer Schlussfolgerung kommen kann, und das man diese Behandlung dann beginnen kann.
00:55:18: Weil anders ist es zum Teil auch unethisch oder dass man Betroffene sieht die leiden oder Umfeldtas leidet und man wüsste genau das wären die richtigen Behandlungen.
00:55:29: Man kann das nicht vor allem erreichen.
00:55:32: Nun bin ich ja mittlerweile Lehrer Und ADH ist betroffen.
00:55:36: Wir sind ja nicht nur ein heiteres Völkchen, wie Sie es schon richtig angesprochen haben sondern wir erkennen ein anderer auch.
00:55:43: Ist das gleichzeitig mein Recht und meine Pflicht die Stimme zu erheben wenn ich das Gefühl habe an Schüler eine Schülerin könnte ebenfalls betroffen sein?
00:55:52: Ich bin ja keine Fachperson Ich bin bloß.
00:55:55: Ja,
00:55:58: ich glaube schon und ich finde das wichtig.
00:55:59: oder weil auch wenn man ja eine Abklärung macht dann ist die Information aus dem Umfeld sehr wichtig und gerade Lehrpersonen insbesondere erfahrene Lehrperson wissen sehr oft deutlich oder sehen das deutlich und können diese Informationen geben, dass diese und diese Verhaltensweisen vorliegen.
00:56:18: Natürlich im strengen sind die Diagnose stellen das machen die Eltern nicht oder das ist nicht die Funktion aber die Hinweise geben also die Information auch an die Eltern zu geben.
00:56:29: Das ist glaube ich sehr wichtig und hilfreich und ich finde das absolut zulässig und korrekt.
00:56:36: unbedingt.
00:56:38: Aber auch Sie wünschen sich ein dichteres Netz von Abklärungsmöglichkeiten, nämlich an.
00:56:43: Ja eben ich finde es ist möglich sein dass das betroffene Kinder vor allem deutlich ausgeprägte Fälle, dass man dort nicht eben so eine Warteliste hat.
00:56:53: Man könnte vielleicht sagen man sollte das besser triagieren oder also die Anmeldung weil es gibt so Grenzfälle wo man sagen kann ja das ist nicht so dringlich Die Eltern wollen das wissen liegt das vor oder nicht?
00:57:04: Oder es gibt auch Ja, ich würde nicht sagen missbräuchlich fast aber das wirklich Fälle wo man das gefühlt ist marginal vielleicht ein bisschen und so die wirklich jetzt bei denen es nicht zu vordringlich ist oder dass man für klare ausgeprägte Fälle, wo ein hoher Leidensdruck da ist wirklich schneller die Möglichkeit hätte solche Abklärung durchzuführen.
00:57:26: Was hat er auch mit der beruflichen Zukunft zu tun?
00:57:30: Ja, natürlich.
00:57:31: Also ich glaube wenn man eben die Betroffenen identifiziert und dann unter Umständen auch erfolgreich behandeln kann oder dann eröffnet sich für diese Leute wirklich sehr viele Möglichkeiten und es gibt eine Stabilisierung auf verschiedenen Ebenen oder das ist ja oft so dass der schulische Erfolg deutlich besser ist die Möglichkeiten zum Beispiel eine weiterführende Schule zu absolvieren oder auch eine Lehre erfolgreich abzuschließen und deutlich besser werden.
00:58:04: Und es geht ja nicht nur darum den Erfolg zu haben, sondern es geht auch darum dass sich die Betroffenen Wohler fühlen oder wohlfühlen, oder auch nicht so nur mit riesigem Aufwand gegen den Strom schwimmen.
00:58:19: Oder diesen Erfolg dann erzwingen sondern dass sie auch wirklich das Gefühl haben Das ist der richtige Bildungsweg für mich und ich bin am richtigen Ort Ich kann mich einbringen Es entspricht meinen Fähigkeiten.
00:58:31: Wirklich diese Ausbildung die ich mache ist für meine Fähigkeit adäquat Und ich bin nicht irgendwie überfordert und mache das nur wegen meiner Eltern.
00:58:38: und eigentlich Bin ich da nicht an dem richtigen ort.
00:58:41: Was für mich sehr erhellend war.
00:58:42: jetzt in dieser Lebensphase, ich war siebzehn Jahre lang selbstständig hatte keine Tagesstruktur und hielt das für die ganz große Freiheit.
00:58:52: Und habe Menschen mit Tagesstrukturen bemitleidet, explizit natürlich!
00:58:59: Und dann kam meine grosse Krise mit der Depression Und in der Klinik gab es Tagesstruktur.
00:59:05: Das war für mich ein großes Erwachen, die erkennt ist, dass das nicht etwas ist, was mich einengt, sondern befreit.
00:59:13: Nun habe ich Tagesstrukturen und es geht mir viel besser.
00:59:16: Ich habe aktuell auch Sportferien ... Vorgestern hatte ich einen Tag ohne Termine zu Hause eigentlich wie früher.
00:59:25: Und ich fand es schrecklich!
00:59:26: Es ist eine interessante Erfahrung, aber ich glaube, es entspricht schon dem, ich auch sagen würde, dass für ADHS Betroffene eigentlich eine klare Struktur hilfreich ist.
00:59:38: Oder natürlich ist es so ein allgemeines Teil von einem Lifestyle oder das man eben schnötet über die... Die Strukturen und die Zwänge.
00:59:51: Na ja, man blickt da drauf hinab.
00:59:54: Ja?
00:59:54: Leidenschaftlich!
00:59:55: Da
00:59:55: ist ja wie so eine Art ... So eine Art T-Tüde vielleicht.
00:59:59: Und das war wie
00:59:59: solch ein Arzt.
01:00:01: Weil ich finde, man könnte auch umdreuten oder gerade auch als Psychiater jetzt auch wenn sie auch das Thema Depression erwähnen.
01:00:07: Oder würde ich eben sagen... Das ist ja nicht nur zwang und schlimm und man ordnet sich ein und so sondern es ist auf die Queerseite gebunden sein oder Bindung.
01:00:19: Es geht auch darum, dass man ja dann das Gefühl hat es ist nicht egal was ich mache und wenn ich nichts mache interessiert das niemanden sondern man ist eingebunden.
01:00:29: Das sind ja nicht nur anonyme Strukturen, sondern auch Menschen, die damit zu tun haben.
01:00:35: Die auf einem Zählen warten darauf, dass ich das mache und ich kann sagen, er ist sehr schlimm, dass der wartet, dass sich darauf mache.
01:00:41: Ich kann aber auch sagen, es ist schön, dass es für den anderen wichtig ist was ich beitrage und so kann ich mich gewertschätzt fühlen.
01:00:48: Und ich glaube, das Problem der Strukturlosigkeit beinhaltet die Gefahr der Bindungslosigkeit und dass ich ungebunden bin.
01:00:56: Ja, das kann
01:00:56: nicht stattfinden!
01:00:57: Ich
01:00:57: möchte eingebunden fühle in einem sozialen Kontext und ich glaube der Mensch muss eingebundet.
01:01:02: oder das ist die tiefe Sehnsucht in uns, dass wir eingebohnt sind im menschlichen Bezüge nicht nur privat, sondern das kann sich ja auch auf dem beruflichen Gebiet abspielen oder natürlich auch Hobbybereich und Kultur.
01:01:18: Dass man irgendwo wichtig ist, irgendwo einen Beitrag leistet dass es nicht egal ist ob man da ist oder nicht und dass Leute das schön finden wenn man da isst und sie ein vermissen wenn man nicht da ist und so diese eingebunden sein glaube ich.
01:01:30: Das ist ein wichtiges Element nicht nur für Atheis Betroffene eine große Rolle spielt.
01:01:36: Bei Athei ist es noch besonders wichtig, weil sie so ... eine Art Leitlinie dann eben spüren oder auch eine Orientierung haben und sich an dem orientieren können.
01:01:48: Natürlich auch dagegen rebellieren vielleicht manchmal, aber so dann wie immer wieder sich schüstieren und in einen bestimmten Kontext eingemittet werden können und das für sie eigentlich so eine innere Entlastung eintritt dadurch dass Sie genau wissen was von Ihnen erwartet wird, wie Sie sich verhalten sollen damit Sie die Wertschätzung bekommen.
01:02:11: sind wir ja wieder beim Dopamin.
01:02:13: Ich glaube, dass eben das Gebunden sein auch mit Dopaminen zu tun hat oder dass man draufsichtigt
01:02:20: ist und es würde ich da nicht so schätzen.
01:02:22: Sagen Sie mir bitte noch zum Abschluss wieso sie die Nähe von süchtigen und ADHS-Betroffenen so sehr suchen?
01:02:29: Oder warum sie hier gelandet sind.
01:02:32: Ja eben ob ich es suche, das ist ja vielleicht da müsste ich tiefer auch in mein unbewusstes vielleicht eindringen.
01:02:39: Ich habe eher das Gefühl dass ich da gelandet bin.
01:02:42: aber ich glaube der Hinweis ist natürlich schon richtig.
01:02:44: Das ist ja nicht nur zufällig dass ich hier gelandelt bin sondern das hat ja vielleicht mit mir selbst auch zu tun und ich kann einfach sagen... Tönt blöd, ist auch vielleicht nicht das richtige Wort.
01:02:58: Aber schön eigentlich mit Suchtpatienten zu arbeiten ob sie jetzt ADHS haben oder nicht weil Sucht-Patient sind oft sehr interessante Menschen.
01:03:09: Sie haben viele erlebt manches sind ja eben dann auch so oberflächig gesehen vielleicht gescheitert oder haben schlechte Erfahrungen gemacht haben Unglück gehabt und Pech gehabt.
01:03:19: aber diese Leute können einen viel erzählen über das Leben Und das Leben, dass sich da draußen abspielt von dem ich ja nichts weiß, sag' ich jetzt mal so ein bisschen naiv.
01:03:30: Das kommt ein bisschen dann hinein eben durch diese Geschichten die mir die Leute erzählen.
01:03:35: also insofern ist der Beruf den ich habe oder ist natürlich super spannend weil jeder Betroffene, jeder Mensch, jeder Patient eine Geschichte erzählen kann und die sind oft sehr interessant, sehr berührend auch und das empfinde ich als eine Art Belebung, das belebt eigentlich meine Fantasie oder mein Leben und meinen Alltag.
01:03:59: Es gibt keine Routine, es gibt keine Gleichförmigkeit.
01:04:03: Das ist immer wieder neu, es ist immer herausfordernd.
01:04:06: Ich finde das als ein Privileg eine Funktion zu haben.
01:04:11: Ich bin sehr glücklich, dass ich gelandet bin hier, obwohl ich das nicht von Anfang an angestremmt habe.
01:04:19: Herr Dr.
01:04:20: Meier, es klingt überhaupt nicht blöd dass Sie das schön finden sondern es klingt schön!
01:04:24: Ich verstehe sie sehr gut.
01:04:25: Ja
01:04:26: ich möchte zögern, weil es ja für die Betroffenen natürlich sehr ernst ist und schlimmer und Sie haben keine Freude, dass Sie hier sind.
01:04:33: Sie haben auch keine freude, damit Sie sich zu mir in Behandlung begeben müssen.
01:04:36: Apriori Sondern sie machen das aus Not, aus Notwendigkeit und ihn zu vernehmen ist es ein bisschen zögerlich, ein bisschen zu sagen.
01:04:44: Das ist schön!
01:04:45: Weil es ist vielleicht
01:04:46: nicht... Aber es ist vielmehr von Kontakt zu haben in den Prozess.
01:04:48: Von der Kontakt ist es
01:04:49: schön.
01:04:49: Ich glaube dass könnte auch für die Patienten dann positiv sein.
01:04:53: ob Sie dem schön sagen würden weiß ich nicht aber dass mindestens etwas Positives resultieren kann aufgrund...
01:05:00: Und doch mal heute Nachmittag
01:05:03: Genau, ja.
01:05:04: Vielen Dank für dieses hochinteressante und aufschlussreiche Gespräch!
01:05:08: Herzlichen Dank für Zeit Herr Dr.
01:05:10: Thomas Meier.
01:05:11: Bitte gerne sehen.
01:05:14: Danke dass Sie sich die Zeit genommen haben für diese Episode.
01:05:17: Als von adhs-Betroffener lerne ich selber eine Menge bei diesen Gesprächen.
01:05:23: Danke darum auch an alle Mitwirkenden.
01:05:26: Bis zur nächsten Episode Ihr Thomas Meyer.
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