«Wenn’s nur Kiffen ist, sind wir froh!» | Thomas Maier

Shownotes

Impulsiv handeln, eskalieren, anecken – und irgendwann vor Gericht stehen. Menschen mit ADHS sind im Strafsystem deutlich übervertreten. Doch was führt tatsächlich dorthin? Und wieder hinaus? In dieser Folge spricht Thomas Meyer mit Elmar Habermeyer, Direktor der Forensischen Psychiatrie und Psychotherapie, und Volker Schmidt, Chefarzt der Kinder- und Jugendforensik. Beide sind an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich tätig.

Dieser Wissenspodcast ist dank der wertvollen Zusammenarbeit mit der Takeda Pharma AG und der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich möglich.

Moderation: Thomas Meyer Eine Produktion von FatzerImbach AG www.fatzerimbach.ch

Dieser Podcast dient ausschliesslich der Information und ersetzt keine ärztliche Konsultation. Therapieentscheidungen sollten stets gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen werden.

C-ANPROM/CH/ELVA/0006_03/2026

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo!

00:00:01: Ich bin Thomas Meyer, Vater, Autor, Lehrer und von ADHS-Betroffener.

00:00:08: Bis zu meiner Diagnose verstand ich nicht, warum mir gewisse Dinge so schwerfallen und andere dafür leicht.

00:00:14: Zum Beispiel schiebe ich alles bis zum letzten Moment auf und begeister mich ständig für etwas Neues.

00:00:21: Mit dieser Podcastreihe versuche ich herauszufinden was hinter ADHS genau steckt.

00:00:27: Im Gespräch mit Fachleuten erfahre ich, wie Betroffene groß und klein funktionieren und wie uns geholfen werden kann.

00:00:36: Danke dass Sie hier sind und zuhören!

00:00:39: Willkommen.

00:00:39: wir sind hier am Zentrum für Jugendforensik.

00:00:42: in Zürich bin ich hier mit Elmar Havermeier dem Direktor der forensischen Psychiatrie der PUC und mit Volker Schmetz dem Chefarzt & Co-Leiter des ZKJF des Zentrums.

00:00:56: Frau Kashmetz, was ist Jugendforensik?

00:00:59: Jugendforenzig ist ein Spezialgebiet der Kinder und Jugendpsychiatrie und Psychologie.

00:01:06: Was sich an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie- und Justiz bewegt.

00:01:10: Neben Fragen zum Thema Kindesschutze und Familienrecht beschäftige ich mich vor allem mit jugendlichen Straftätern

00:01:19: In Mahawamaya, die heutige Episode wird mit sich ja den Zusammenhang zwischen Forensik und ADHS.

00:01:25: Worin besteht der?

00:01:28: Der Zusammenhang besteht darin, dass ADHS wegen keinem Verhalten begünstigen kann.

00:01:35: Es ist aber ein komplexes Zusammenwirken mit anderen Risikofaktoren.

00:01:39: also man kann jetzt nicht die Vorstellung haben das eine ADHS Erkrankungs- oder Störung automatisch zu deliktischen Vereiten führt, sondern muss das in einem komplexen Zusammenhang mit in der Regel anderen Begleiterkrankungen oder Störungen sehen.

00:01:56: Also Sie würden sagen es ist nicht eine wesentliche Steigerung der Chance aber doch eine...

00:02:03: Es trägt dazu Bari.

00:02:05: Im Grunde genommen ist einer der wichtigen Punkte in der Diskussion über Kriminalität, dass Kriminalitet höchst selten monokausale Ursachen hat.

00:02:15: Also es geht immer um komplexe Zusammenhänge zwischen der Persönlichkeit betroffener bestehender Störungen, situativer Bedingung, Piergrobeinflüssen,

00:02:26: etc.,

00:02:27: also das wäre so eine erste Message von mir für alle die zuschauen und so hören, dass man sich verabschiedet von der Idee ein Faktor bedingt.

00:02:39: Und vor allen Dingen bedingt automatisch oder mechanistisch kriminelles Verhalten.

00:02:45: Nun habe ich ja selber Arde.

00:02:46: heißt das wurde diagnostiziert professionell und privat wiederholt.

00:02:52: was hat mich davor bewahrt zur forensischen Population zu gehören?

00:02:58: Also Wenn man sich die Menschen anschaut, die letztlich dann nachher im Gefängnis landen oder denen ich begegne in der Interaktion bei der Begutachtung von Erwachsenen sind das meistens Menschen, die halt noch mehrere Risikofaktoren haben.

00:03:14: Also die letztendlich aufgewachsen sind in irgendwie sehr ungünstigen Milieus und biografische Belastungen aufweisen zum Teil auch Suchterkrankungen entwickelt haben und die letztlich so eine Mischung aus unterschiedlichen Risikofaktoren aufweisen.

00:03:32: Und das ADHS ist halt einer dieser Risikophaktoren, und es kann halt sein dass du vielleicht nur einen oder zwei weitere Risikovaktoren hast aber letztlich auch in deiner Lebensgeschichte viele Erfahrungen gemacht hast oder Dinge lernen konntest, die dich davor bewahrt haben dann kriminell zu agieren.

00:03:54: Also ADAS ist keine monokausale Erklärung für Delinquenz, sondern Faktor der dazu beiträgt.

00:04:01: Ist denn Kriminelles Verhalten etwas das schon in der Wiege liegt oder eigentlich mir das an?

00:04:06: Oder wie funktionierten das?

00:04:10: Kriminelles Verhalten oder das Risiko für Kriminälles Verheiten kann sich zum Beispiel auch durch genetische Faktoren ergeben.

00:04:20: aber Letztlich sind wir in der Lage, viele nachteilige Effekte auszugleichen wenn wir im Rahmen unserer Entwicklung ausreichend gefördert werden.

00:04:31: Das ist ja das was die Kollegen in der Kinder- und Jugendforensik dann versuchen zu machen Menschen die halt frühzeitig auffällig geworden sind oder Jugendliche die frühzeitig aufwählig geworden sind dann zu befähigen in Zukunft rechtskonform zu leben oder ihr Verhalten besser anzupassen.

00:04:50: Aber Risikomerkmal gibt es halt auch auf biologischer Art und Weise.

00:04:55: Und ADAS werden solches sehr stark biologisch fundiertes Risikomerkmal.

00:05:03: Dann ist immer die Wechselwirkung zwischen der Anlage, die man hat – den genetischen und den Umweltbedingungen unter denen man wächst.

00:05:11: ADAS hat ja auch viele positive Eigenschaften.

00:05:14: Man ist kreativ, man hat viel Energie, man ist begeisterungsfähig, neugierig usw..

00:05:19: Stimmt alles.

00:05:22: Aber wenn man dann unter widrigen Familienbedingungen aufwächst und nicht die Erziehung bekommt, die man benötigt... ADHS-Kinder stellen ja erhöhte Erziehungsanforderungen.

00:05:35: Dann kann es schwierig werden oder wenn sie in der Schule die ganze Zeit Misserfolge erleben, Außenseiter werden, keine Freunde finden, anfangen Blödsinn zu machen, Entwicklung in Gange, wo wir dann diese Kinder und Jugendlichen unterstützen müssen?

00:05:52: Damit sie nicht auf die schiefe Bar geraten.

00:05:55: Ich bin ja mittlerweile Lehrer und stelle fest aus Betroffener hat man ja dann so einen Sensorium Man erkennt einander und ställe fest.

00:06:06: es gibt In der Schule meiner Klasse aber auch in anderen Klassen Kinder bei denen ich denke das dürfte hier wahrscheinlich auch zutreffen.

00:06:15: Was kann ich denn nun tun auch hinsichtlich meiner Vorbildfunktion, um mögliches kriminelles Verhalten zu verhindern.

00:06:25: Als Lehrer?

00:06:26: Ja also als Lehrer in einer normalen Klasse hast du ungefähr ein Kind unter zwanzig Schülern mit ADHS fünf Prozent der Normalbevölkerung.

00:06:35: und ich finde es halt wichtig dass diese Kinder trotzdem ermutigt werden mit ihren Schwierigkeiten.

00:06:43: Dass sie nicht die ganze Zeit Misserfolge erleben, dass Sie nicht die ganzen Zeit bestraft werden sondern eben die Unterstützung bekommen, die sie brauchen also das sie sich besser konzentrieren können.

00:06:54: in der Klasse kann man mit einem speziellen Platz in der klasse auch schauen, dass sie Ruhrmöglichkeiten haben und dass sie sich zwischendurch bewegen dürfen.

00:07:03: Also einen ganzen Vormittag stillzusitzen ist für ein ADHS Betroffenen wirklich schrecklich.

00:07:09: Ja, nur schon zwanzig Minuten sind in Zumutung.

00:07:12: Genau und ja dass diese Kinder nicht aus lauter Misserfolgen nachher so eine Misserfolgserwartung quasi entwickeln die dann dazu führt das ihnen dann irgendwann alles egal ist.

00:07:26: Alles egal heißt auch moralische Werte sind

00:07:29: egal.

00:07:29: Das meine ich damit.

00:07:32: Und dass sie auch Kontakt haben zu normal begabten Kindern sich nicht nur an Freunden mit mit anderen schwierigen Jugendlichen, dass sie eine gute Freizeitstruktur haben und vor allem das Schule- und Eltern gemeinsam an einem Strang ziehen.

00:07:51: Was unterscheidet dem Delinquenten?

00:07:54: Und wir kommen auch noch auf die Delinkventinen zu sprechen – Mit ADHS von denen ohne!

00:08:03: Also bei den jugendlichen Delinkwänden sehen wir bei den ADHS Betroffenen natürlich häufig eher so spontane impulsive Delikte wenig komplex, ungeplant.

00:08:16: Einfach mit einem Gullydeckel-Scheibe vom Selekteautomaten einschmeißen weil man gerade bockert oder einen Ehewollerklauen damit rumdüsen weil man das Risiko gern hat und so... Oder dass man vielleicht auch mal impulsiv schneller zuschlägt als jemand der sich besser bremsen und steuern kann.

00:08:38: Und bei den Eltern?

00:08:39: Wie schaut's da aus?

00:08:41: Bei den Eltern ist es ähnlich.

00:08:43: also sind In der Regel wirklich Menschen, die aus der Situation raus agieren und sehr durch so situative Trigger irgendwie aktiviert werden.

00:08:55: Häufig bei uns dann halt so Kontext-Beziehungsgewalt, häusliche Gewalt.

00:09:01: wenn dann irgendwie im Konfliktfall einfach das nicht mehr zu zübeln ist an Gewalt eingesetzt wird weil auch nicht mehr irgendwie die Argumente fehlen und man sich in einer Notsituation sieht überfordert es von der Situation.

00:09:17: und letztlich wenig strategische Kriminalität.

00:09:21: Und auch meistens Kriminalität, die individuell ausgeübt wird also wenig so in Gruppierung oder so strukturierten kriminellen Verbindungen sondern meistens Einzeldelikte oder halt im Ausgang mit ähnlich gelagerten Bekannten, mit denen man irgendwelchen Unsinn dann macht.

00:09:44: In der Regel sehe ich die Personen häufiger im Kontext wiederholter Straftaten und weniger im Kontex von sehr schwerwiegenden Gewaltstraftaten.

00:09:58: Das heißt, das Strategische ist eher ein Hinweis für keinen ADAS?

00:10:03: Zumindest würde es dafür sprechen dass das ADAS, was kann ja vorliegen, im Fall dieses Deliktes halt einfach keine große Rolle spielt.

00:10:10: Also ich hätte mich schlecht zum Bandenschiff geeignet in dem Fall!

00:10:14: Genau.

00:10:15: oder auch zum sorgfältig ausführenden Organ eines Baden-Nien-Chefs.

00:10:21: Weil diese, den ja innewohnten Schusseligkeit oder einen Grunde genommen unorganisiert halt kann für das Organisierte verbrechen.

00:10:32: Deswegen heißt es ein organisiertes Verbrauch von Nachteil sein.

00:10:37: Deswegen ist es so.

00:10:38: Das heisst ich würde mich dann verplappern und den Treffpunkt vergessen... Ist das etwas, was auffällig ist?

00:10:44: Wenn die Täter dann erwischt werden.

00:10:45: Dass sie dank ADHS sich so ungeschickt verhalten haben, dass sie überhaupt aufgeflogen sind?

00:10:52: Sie sind halt häufig, weil sie es impulsiv machen, haben sie vorher nicht groß überlegt Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

00:10:58: Sie begehen dann Gewaltdelikte in der Öffentlichkeit und es sind relativ viele Leute drum herum, die dann eingreifen können.

00:11:07: Und dadurch werden sie vielleicht auch wirklich häufiger erwisht als jemanden.

00:11:12: sehr strategisch vorgeht.

00:11:14: Also die Polizei freut sich über ADHS?

00:11:18: Ja!

00:11:22: Die Trefferquote hinsichtlich der Ermittlungen steigt dadurch wahrscheinlich, aber ansonsten glaube ich wäre es in unser aller Interesse und auch im Interesse der Polizei wenn man da irgendwie frühzeitig intervenieren würde.

00:11:37: Mit dem ADHS lebt man hier und jetzt Antizipiert die Konsequenzen nicht, was dein Handeln befolgen haben könnte.

00:11:45: Und wenn dann noch so eine Peer-Group-Dynamik mit den Kollegen dazukommt, dann fliegt das Ganze schneller auf.

00:11:54: Zum Glück haben meine Eltern die erhöhten Erziehungsanforderungen wie es eben genannt wurde ernst genommen.

00:12:00: Dann gibt's ja sowas wie Jugendlichen Unsinn.

00:12:04: Muss man den komplett unter ADHS abbuchen?

00:12:07: Oder wie unterscheiden sie da?

00:12:10: Wo können

00:12:10: Sie sagen... klarer ADHS-Fall oder ist das einfach siebzehn Jahre alt?

00:12:15: Ja, sehr gute Frage weil man unterscheidet tatsächlich so zwei Formen von Jugendgewalt.

00:12:21: Das eine ist die jugentypische Gewalt, Adolescence Limited nennt man die auch.

00:12:28: Die kommt dadurch zustande, weil im Jugendalter ganz viel passiert in einer Hirnentwicklung an Identitätssuche.

00:12:36: ein vulnerables Alter Wo man häufiger Blödsinn macht, sieht man auch an den Kriminalitätsstatistiken.

00:12:43: Das wächst sich aber meistens dann aus und mit Anfang Mitte zwanzig wird das dann wieder besser.

00:12:49: Und nebst diesem Adolescence-Limited...

00:12:51: Ist das zu verstehen wie eine GmbH?

00:12:54: Oder warum heißt es Limited?

00:12:56: ...auf die Adoleszenz beschränkt.

00:12:58: Ach

00:12:58: so!

00:12:58: Also es gibt eine Art, dass ich auch keine Strafsumme...

00:13:04: Und dann gibt es eben den anderen Typ, der schon sehr früh beginnt.

00:13:08: Also besprechen davon den Early-Startern die vielleicht schon im Kindergartenprimarschule auffällig werden mit Aggressionen und Impulsivität, mit Stören, dauernd Ärger kriegen... ...und wenn bei denen noch schlechte Umweltfaktoren dazukommen Dann haben die ein höheres Risiko also nicht nur unter den Quenzen zu werden sondern ist auch länger zu bleiben.

00:13:31: und deswegen wird in der Forschung Live-Course-Persistent-Type genannt, weil bei denen die Delinquenz häufig bis ins Erwachsenenalter dann bestehen bleibt und die Rückfallraten auch höher sind.

00:13:47: Wie kann ich denn aufhören mit der Delinquenz?

00:13:52: Ja, bei den wo ganz viele Risikofaktoren zusammenkommen indem man mit ganz verschiedenen Maßnahmen da einsteigt.

00:14:00: Wir müssen wissen fünf Prozent der Jugendlichen Straftäter Begehen ungefähr fünfzig bis seventy-fünf Prozent der Delikte.

00:14:09: Also wenige machen echt viel Schießdreck.

00:14:12: und bei diesen wenigen da müssen wir wirklich gut hinschauen und Maßnahmen ergreifen, und zwar pädagogisch mit Struktur, mit Perspektive bezüglich Schule und Beruf und eben mit Therapie und bei ADHS Betroffenen dann auch mit Medikation natürlich.

00:14:31: Wissen das in der Rechtsprechung?

00:14:36: Ausfressen und dann einfach die Diagnose hochhalten.

00:14:39: Und das Strafmaß ist dann niedriger.

00:14:40: oder wie läuft das?

00:14:42: Asking for a friend!

00:14:46: Nee, es eben nicht so... Also klar sprich ich das Thema Schuldfähigkeit an.

00:14:52: Das kann manchmal leicht vermindert sein bei ADIs vor allem aber wenn noch Suchtmittel zum Zeitpunkt dazukommen.

00:15:02: Aber im Jugendalter wird das mit der Schuldfähigkeit gar nicht so hochgehängt, weil Maßnahmen werden trotzdem ergriffen.

00:15:08: Auch wenn jemand vermindert schuldfähig ist.

00:15:11: Du hast von den Suchtmitteln gesprochen?

00:15:14: Das Dreieck-ATHS – Suchtmittel und Delinquents.

00:15:18: Wie trägt sich das?

00:15:19: Was begünstigt da was?

00:15:21: Ja also bei unserer Klientel muss ich sagen kiffen irgendwie alle Und wenn es nur kiffend sind wir froh.

00:15:31: Häufig kommt eben nebst Alkohol, dann auch noch Kokain oder MDMA oder so Sachen dazu.

00:15:38: Oft ist das bei ADHS auch ein Mittel der Selbstmedikation um irgendwie sich ruhiger zu fühlen und gechildert zu sein.

00:15:46: Aber es senkt eben auch auf die Hemmschwelle und ist dann zusätzlich deliktrelevant.

00:15:53: Und ich nehme an, dass ist dann so einen ungünstigen Kreislauf.

00:15:57: Also wenn man enthämt, lege ich eher...

00:15:59: Ja!

00:16:01: zur Delinquenz.

00:16:04: Die typische Entwicklung ist, dass in Primarschulalter gelingt das oft noch ganz gut die Kinder zu behandeln wenn die Eltern auch mitziehen und so und dann irgendwann so mit dreizehn vierzehn fängt es die Jugendlichen echt mega uncool und der Einfluss der Eltern schwindet dann auch.

00:16:20: und dann wird das Medikament abgesetzt und man kommt in die Oberstufe und lernt neue Kollegen kennen ungünstig sind und dann geht das...

00:16:31: Ungünstige Kollegen ist ein Super-Pan Name.

00:16:39: Warum wird es abgesetzt und als uncool empfunden?

00:16:42: Na ja, ich meine du willst kein Psycho sein, du willst keine Medis schlucken müssen, du willst halt irgendwie cool und selbstständig sein.

00:16:50: Also bei vielen kollidiert das einfach mit ihrem Selbstbild so ne?

00:16:57: Ja und viele also im Erwachsenenbereich höre ich halt sehr häufig, dass die sich dann irgendwie wie ausgeknipst

00:17:05: fühlen.

00:17:07: Also du bist ja dann im Grunde genommen häufig.

00:17:09: bei uns sind das ja Leute, bei denen häufig die Diagnose erst gestellt wird wenn sie schon Mitte zwanzig oder Ende zwanziger sind oder Sie haben es lange Zeit nicht... sind lange Zeit nie effektiv behandelt worden oder nurmals Kinder kurze Zeit effektive behandelt wurden.

00:17:27: und ich glaube es gibt schon einen Bedürfnis Die damit verbundenen positiven Effekte, diese Neugier und auch die Aktivität nicht abschalten zu lassen.

00:17:40: Und in der Behandlung ... Ich finde das sollten wir auch von Menschen, die Delikte begangen haben, berücksichtigen.

00:17:50: Es gibt dann Situationen, wo die einfach sagen, da finden sie eine Medikation eher störend.

00:17:56: Und es gibt Phasen, bei denen sie eher bereit sind irgendwie Medikamente einzunehmen.

00:18:03: Und dann müssen wir halt einfach auch schauen, wie ergibt sich das im Rahmen einer langjährigen Behandlung?

00:18:09: Gibt es Zeiten wo man sagen kann, da behandelt man mit einer niedrigeren Dosierung oder Zeiten, wo man vielleicht sogar sagt, da gebe ich jetzt gar keine Medikamente weil der ganze psychosoziale Rest konfliktfrei ist.

00:18:22: jemand ist irgendwie ganz gut eingebunden und braucht so eine Unterstützung nicht.

00:18:28: ähnlich wie man viele Studenten ja auch behandelt und die sagen dann in Prüfungsphasen nehme ich die Medikation, aber in Phasen wo ich nicht so viel zu tun habe nehm' ich's denn nicht.

00:18:37: Und genauso könnte man es auch bei den Menschen der halt Delikte begangen hat, die ja nicht monokausal... das muss man immer wieder sagen!

00:18:44: Nicht Monokausalen auf das ADIS zurückgehen?

00:18:48: Dann kann ja eigentlich ein Faktor zum Beispiel sein dass jemand keine Arbeit hatte und deswegen halt mehr im Ausgang war sich ungünstigen Piers zugewendet hat.

00:18:58: wenn der dann wieder eine regelmäßiger Arbeitssteller hat, bei der er vielleicht sogar körperlich arbeiten kann und diese Hypomotorik gar nicht so nachteilig ist oder vielleicht sogar als positiv erlebt wird.

00:19:11: Dann muss sich den vielleicht in solchen Phasen nicht behandeln.

00:19:14: wenn er aber wieder arbeitslos würde oder Konflikte hat und regelmäßig dann irgendwie laut wird oder aggressiv wird, dann muss ich ihn behandeln.

00:19:27: Und bei den Jugendlichen ... Also ich denke, dass die ganze Psycho-Education bezüglich Medikation läuft sehr über eine therapeutische Beziehung.

00:19:37: Und wenn der Jugendliche dann irgendwie doch checkt in der Berufsschule, läuft es einfach besser.

00:19:43: Dann hat man schon viel gewonnen und die restlichen Tage der Woche als Landschaftsgärtner oder so braucht das nicht.

00:19:50: Das Schöne ist ja, dass man das wirklich auch punktuell einsetzen kann.

00:19:55: Es kann Medikament, was einen bestimmten Spiegel im Blut haben muss sondern man kann das morgens nehmen, es wirkt den Tag über und abends ist die Wirkung wieder weg.

00:20:06: Und ich finde das wichtig, dass man mit den Jugendlichen da wirklich so ein Arbeitsbündnis ... Sie sollen es nicht als Defizit erleben, sondern wie jemand der halt kurzsichtig eine Brille braucht.

00:20:19: Braucht vielleicht der ADHS-Betroffene eine chemische Brille sozusagen?

00:20:25: Das Stichwort was da so im Po steigt für mich ist Stabilität!

00:20:31: Also du hast Beziehung gesagt.

00:20:35: Zuwendung ist ein Stichwort, das mir auch noch in den Sinn kommt.

00:20:38: hier also offenweise so je stabiler die Verhältnisse sind indem ich aufwachse oder indem ich später existiere umso geringer ist Die Chance für Fehltrette.

00:20:51: ist das korrekt?

00:20:53: Im Grunde genommen ist es schon so dass wir jetzt mal ganz unabhängig von einzelnen Störungsbilden Wir sind häufig Das gilt für die Kinder- und Jugendforensik, als auch für die Erwachsenenforensic.

00:21:05: Die erste konstante Beziehungserfahrung oder die erste konstanten Beziehungserfahrungen seit Langem, die Betroffene machen.

00:21:13: Die haben einfach eine Vorgeschichte von ständig wechselnden Beziehungen älternt, die völlig irrational agieren, wechselhaft agieren an einem Tag hochaggressiv sind, an anderen Tag sich für nichts interessieren was man macht Am dritten Tag halt Herzen und Kosen und irgendwie völlig sentimental irgendwie agieren.

00:21:40: Also die machen einfach die Erfahrung, dass sie sich auf nichts verlassen können Und ich glaube ein ganz wichtiger Aspekt in der Therapie bei uns ist das die Betroffenen halt einfach merken Das sind konstante Ansprechpartner.

00:21:55: Ich muss bestimmte Dinge auch mit einer gewissen Konstanz machen aber ich kann halt auch erwarten Therapeuten irgendwie konstant agieren.

00:22:04: Und diese Erfahrung von Verlässlichkeit und Verbindlichkeit ist ein ganz wichtiger Aspekt.

00:22:13: Nun ist es ja, wenn ich mein Kind therapeutisch begleiten lassen will nicht ganz einfach einen Platz zu finden.

00:22:18: wie ist das denn mit der Forensik?

00:22:21: Ja da ist es mindestens auch so.

00:22:24: also im Kinder- und Jugendbereich sehen wir deutliche Versorgungslücken.

00:22:28: Wartezeiten sind sehr lang für Abklärung und Behandlung.

00:22:32: Und das Problem bei den distozialen, bei den straffälligen Jugendlichen ist dass in der normalen Kinder- und Jugendpsychiatrie springen die auf den Rahmen.

00:22:45: Sie finden noch weniger einen Platz.

00:22:48: und forensische Kinder-und-Jubensychiater gibt es sehr wenige, wir haben auch großen Nachwuchsmangel.

00:22:54: Und dann spezielle Institutionen, wo solche Kinder und Jugendlichen vielleicht dann auch Schule fertig machen können.

00:23:01: Da Ausbildung machen können haben wir dann auch zu wenig.

00:23:05: also ich als Kinder- und Jugendpsychiatra war ja ein großer Freund von den früheren Kleinklassen.

00:23:10: tatsächlich und heute mit dem ganzen integrativen Konzept ist das manchmal wirklich schwierig als Lehrperson dass du solche Schüler dann auch gut durchkriegst.

00:23:25: Wie stoppt man Versorgungslücken?

00:23:28: Elmar Habermeyer.

00:23:31: Tja, also ich... Volker hat es eben angesprochen das Problem ist häufig dass es irgendwie nicht ausreichend Personal gibt.

00:23:41: Das war uns irgendwie damit auseinandersetzen müssen Dass viele soziale Berufe halt in der heutigen Zeit weniger attraktiv sind für junge Leute und Ich glaube, dass wir deswegen da zu übergehen müssen.

00:24:02: Einfach innovativere Versorgungsmodelle zu entwickeln und Gedanken zu machen wie man trotz weniger Personal effektiver behandeln kann andere Berufsgruppen einbeziehen also nicht nur psychiatrisch psychotherapeutisch sondern auch die pädagogische Seite sozialer Arbeiter stärker einzubeziehen Angehörige einzubezielen.

00:24:30: Aber es bleibt herausfordernd.

00:24:31: Also wir werden im Grunde genommen, wir haben ja jetzt schon in der Schweiz einen Facharztmangel für Psychiater.

00:24:39: Für Forensische Psychiata nochmal akzentuiert.

00:24:42: in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und forensischen Kinder-Jugendpsychatrie ist das ähnlich und wir werden in zehn, fünfzehn Jahren noch deutlich dramatischer bezahlen haben weil der Großteil der Berufskollegen in der Niederlassung ist so im Altersbereich Ende Fünfzig.

00:24:59: Warum?

00:25:00: Ist das so, ist das

00:25:02: Berufsbild nicht attraktiv genug?

00:25:05: Also wir sind ja... also ich finde es ist ein extrem attraktives und spannendes

00:25:12: Beruf.

00:25:13: Deswegen wundere ich mich an

00:25:14: Gebiet.

00:25:15: aber ich glaube es ist im Berufsfeld was man im Rahmen von Vorlesungen wenig irgendwie vermitteln kann diese Attraktivität.

00:25:30: Also es hat einen gewissen ... Die Vorlesungen und Lehrveranstaltungen werden eigentlich immer gut besucht, weil es eine gewisse Attraktivity hat im Sinne so was ist das als Phänomen?

00:25:43: Und

00:25:43: gerade diese Attaktivität dieser Phänominologie, dass es irgendwie besonders drastisch wirkt und seltsam wirkt, hat einerseits auch etwas, was in sensation seeking anspricht andererseits was Wo viele sich dann, auch wenn sie das in den Vorlesungen gesehen haben gar nicht richtig vorstellen können dass es besser wird.

00:26:03: Und das kann man auch schlecht transportieren und demonstrieren weil wir ja auch in der Tat wirklich häufig für unsere Behandlung mehrere Monate brauchen bis sich irgendwas bessert.

00:26:15: Das auch im Rahmen von Praktika also kurzen Unterrichtseinheiten rüberzubringen ist ausgesprochen schwierig.

00:26:24: Ich glaube wir haben einfach damit zu tun und so mit diesen eher Hinentwickeln in so einer Gesellschaft, die gerne kurzfristig Effekte haben will.

00:26:37: Und auch viele irgendwie sehr technisch affin sind und diese Herangehensweise der Psychiater brauchen und die ich ausgesprochen attraktiv finde, dieses Verstehen.

00:26:53: oder das um Verstehen bemüht sein von anderen Menschen, irgendwie die Hintergründe auszuloten für bestimmte Verhaltensweisen.

00:27:01: Das ist was, was irgendwie viele Leute als mühsam erleben.

00:27:07: und unsere Tätigkeit entzieht sich ja auch so Denkschablonen und Ja-Nein-Mustern und da sind wir glaube ich als Gesellschaft mittlerweile auf dem Weg dazu dass man so Denkschablonen eher mag extrem Positionen mag und wir sind halt irgendwie professionell irgendwie gezwungen, irgendwie auch Schattierungen wahrzunehmen.

00:27:33: Und ich glaube das ist eine tolle Facette unseres Berufs aber sie ist für viele Leute halt nicht so attraktiv.

00:27:40: Dabei ist der Beruf so spannend!

00:27:42: Wir bräuchten mehr Podcasts Herr Mayer um Werbung zu machen.

00:27:46: es gibt ja nichts schöneres als junge Menschen mit Problemen wieder auf einen guten Weg zu bringen Weil man hilft ja nicht nur ihnen selbst, sondern es ist auch Dienst an der Gesellschaft.

00:27:56: Sie werden weniger rückfällig, es gibt weniger Opfer.

00:27:59: also das ist eine wirklich tolle Sache.

00:28:01: und ich werde vor kurzem ein Maßnahmezentrum Üttikon.

00:28:05: und da kam mein junger Koch auf mich zu Und ich dachte, den kennst du doch irgendwo vorher.

00:28:09: Den hatte ich vor vier Jahren irgendwie begutachtet und der war damals echt nicht begeistert von meiner Empfehlung strenges Jugendheim und so.

00:28:18: Der hat jetzt eine Kochlehre fertig und war ganz stolz und konnte sich noch bestens an mich erinnern.

00:28:23: Das sind so Momente die dann zeigen wie sinnstiftend unser Beruf auch ist!

00:28:30: Jetzt, wir sind Ärzte im Medizinstudium.

00:28:32: Elmar hat es schon gesagt kommt unser Fach natürlich tendenziell zu kurz.

00:28:36: Da werden die somatischen Fächer viel mehr gelehrt da könnte man sich ja noch mehr machen.

00:28:42: Und du sagst man könnte mehr machen.

00:28:45: was heißt das?

00:28:45: Ja

00:28:46: mehr Vorlesungen, mehr Praktika.

00:28:47: Aber wie

00:28:48: kommt es dazu dass das passiert?

00:28:51: Das ist eine gute Frage.

00:28:55: Ich denke, die somatischen Fächer sind natürlich die, wo es dann für innen Medizin, Chirurgen da brauchst.

00:29:02: Natürlich viel Nachwuchs da wird mehr investiert und Psychiatrie ist vielleicht auch nicht so prestigeträchtig ich weiß es nicht man trägt keinen weißen Kittel an verdient weniger und so weiter das alles so gründet dass das vielleicht etwas stichmütterlich behandelt wird

00:29:21: Und das in der Schweiz wurde doch die psychiatrie auch eine starke Wurzel hat.

00:29:28: Wir haben ja ohnehin eine spezielle Situation kann man das so sagen, bezüglich eben der Versorgungslücken aber auch der Pilotprojekte die hier entstehen?

00:29:39: Ja ich hoffe halt auf.

00:29:40: also wir sollten nicht nur irgendwie diese Probleme sehen hinsichtlich Versorgungslücken die im Grunde genommen überall gleich sind und wahrscheinlich in der Schweiz noch weniger stark ausgeprägt sind als in Deutschland oder Österreich.

00:29:55: Aber wir haben halt auch die Möglichkeit irgendwie innovativ zu arbeiten.

00:30:00: Wir haben eine Möglichkeit, wenn man jetzt zum Beispiel mal unser Zentrum für Kinder und Jugendforensik anguckt... Das ist ja was wo uns, wenn wir in Deutschland auf Kongressentagungen sind, uns die Kollegen alle beneiden.

00:30:13: solche Angebote wie wir sie hier vorhalten, die gibt es in der Form im deutschsprachigen Raum absolut selten und das ist schon ein riesen Chance auch.

00:30:25: Kannst du ein konkretes Beispiel machen, wie sie mal angebugt?

00:30:28: Ja aber also Volker kann es besser einordnen für seinen Zentrum.

00:30:33: Mhm ja also vielleicht um das kurz zu skizzieren wir sind ein großes Zentrum was eigentlich die ganze deutsch-schweiz versorgt ist.

00:30:40: Wir machen Begutachtungen über jugendliche Straftäter für die Jugendanwaltschaften Die Jungs und manchmal Mädels kommt uns in Therapie Und wir versorgen die Zürcher Gefängnisse Minderjährige, die in Untersuchungshaft sind.

00:30:55: Wir versorgen mehrere Jugendheime wo wir vor Ort gehen und für die Medikation zuständig sind.

00:31:00: also alles aus einer Hand.

00:31:04: Psychologen und Ärzte als Team zusammenarbeiten.

00:31:08: eine ganz tolle Sache Und solche Zentren kenne ich auch aus Deutschland.

00:31:12: tatsächlich in der Form so nicht.

00:31:14: Du sagst es vorher Elmer bevor sich.

00:31:17: was bessert Bei den Delinkwänden, was bessert sich denn?

00:31:24: Zuerst oder am schnellsten.

00:31:27: Ja, am schnellesten geht es ja häufig schon irgendwie nach der Inhaftierung wenn so weniger Substanzen konsumieren.

00:31:35: und dann hört man im gutachten Bereich relativ häufig, jetzt habe ich hier drei Wochen nicht mehr getrunken.

00:31:42: Ich hab sozusagen unter Beweis gestellt dass ich keine Alkoholprobleme habe geschweige abhängig bin Und jetzt nehme ich mir vor, nicht mehr zu trinken und das Problem ist doch gelöst.

00:31:54: Da waren wir immer davor und verweisen dann letztlich auf die Komplexität dieser Ursprünger- und Ursachen von der Linkvents und sagen, wir brauchen irgendwie noch ein paar Mehrstellschrauben, die gedreht werden müssen.

00:32:10: Wir müssen vor allen Dingen verhindern dass wenn... Die Zeit vorbeigeht, dass man so wieder in die alten Fahrwasser gerät.

00:32:21: Also ich vergleich das immer mit irgendwie so einem eingefahrene vom Traktor eingefahrenen Feldweg und es hat eine gewisse Spurrille und in die ist man immer wieder in Gefahr zurückzufallen.

00:32:34: Und je mehr Zeit man zwischen seinen schwierigen Lebensphasen und dem jetzt gebracht hat umso weniger leicht fällt man in diese Spurellen zurück, aber diese Sporellen die existieren weiter.

00:32:48: Also man muss schon auch den Faktor Zeit nutzen und man muss versuchen dann einfach dem ganzen Menschen gerecht zu werden und das ist ja auch die Chance und unterspannen an unserem Beruf.

00:32:59: wir beschäftigen uns ja nicht mit der Erkrankung sondern mit dem Individuum dass dieser Erkrankung hat oder diese Störung hat.

00:33:08: und das bedeutet immer irgendwie an mehreren Stellschrauben zu drehen und alleine die Medikation.

00:33:15: Ich glaube, es ist ganz wichtig dass wir gerade so in der Erwachsenenforensic-Cats in den letzten Jahren im Bewusstsein dafür entwickelt haben das es medikamentös beantragungsbedürftige ADAS Personen in Haft gibt.

00:33:29: aber Wir können jetzt auch nicht sagen wir verteilen jetzt irgendwie die Medicatione in den Haftanstalten wie Bombons Und haben dann das Problem gelöst.

00:33:39: Das wird's auch nicht funktionieren sondern wir müssen einfach sehen dass das Ganze eingebettet sein muss in ein therapeutisches Konzept.

00:33:49: Und dann kann man eine ganze Menge erreichen.

00:33:52: Ja, multimodale Behandlung sei das Stichwort und er hat es gesagt Medikation ist eine Stellschraube.

00:34:00: bei Kindern und Jugendlichen ist einfach ganz wichtig eine Struktur zu haben.

00:34:04: also die können sich ja gerade wenn sie ADHS haben selber noch gar nicht gut strukturieren und Sie müssen das lernen über äußere Struktur Und die muss man ihnen geben.

00:34:14: Und da hatten sie schon gesagt, stabile Bezugspersonen ist ganz wichtig aber eben auch eine Tagesstruktur mit Schule, Freizeit und Ausbildung, die ganz wichtig ist.

00:34:25: Ich hatte jetzt einen Jugendlichen also Jugendlichen der war zwölf und das mit über zwanzig Delikten jetzt zu mir gekommen in die Begutachtung und der hatte einfach aufgrund seiner ADHS so viele schulische Probleme Dass er irgendwann rausgeflogen ist.

00:34:40: und dann ist die Mutter noch umgezogen.

00:34:43: Mutter selber ADHS, klang mal zu... Und die haben keinen neuen Schulplatz gefunden für den und der war dann ein Jahr lang unbeschuld!

00:34:53: Ja,

00:34:54: wirklich?

00:34:55: Und in dem Jahr ist natürlich klar keine Tagesstruktur, lange Weile, falsche Kollegen.

00:35:00: In der Zeit hat dieser Film Delikte gemacht Und jetzt nach der Begutachtung haben wir einen guten Platz für ihn gefunden in einem Schulheim.

00:35:10: Er hat eine Medikation, er hat Struktur wie der Erfolgserlebnisse und jetzt läuft es wieder viel besser.

00:35:18: Das sind so Geschichten die auch dann typisch sind.

00:35:20: Also Prävention durch Struktur!

00:35:25: Ja, Struktur.

00:35:26: und jetzt bei Kindern und Jugendlichen durch Erziehung.

00:35:29: Also Erziehungen ist ja letztlich nichts anderes als operante Konditionierung.

00:35:33: also das was belohnt wird macht man häufiger Das was nicht belohnd oder bestraft wird macht Man seltener Und so muss man die Jugendlichen heranführen zu sozial zufriedenen glücklichen erfolgreichen Menschen.

00:35:49: Funktioniert das?

00:35:50: Was bestraft werden macht man seltene

00:35:53: eben weniger gut als das andere als das erwünschte Verhalten dronen.

00:35:57: Ja, genau!

00:36:00: Das ist ja die öffentliche Diskussion, die im Moment wirklich mehr auf längere und härtere Strafen abzielt.

00:36:07: Ich kann das auch verstehen – gerade bei schweren Delikten hat man zuerst mal den Impuls an besten wegsperren oder nach Sibirien steineklopfen, verstehe ich auch den Impults.

00:36:18: aber man muss ja hinschauen was braucht der Jugendliche um nicht rückfällig zu werden?

00:36:24: Und da bringt Strafe allein oft wenig.

00:36:27: Sondern man muss die Faktoren, die zur Delinquenz führen, die muss man adressieren und behandeln.

00:36:33: Eine Bombe wird nicht weniger gefährlich als wenn man sie in den Schrank einschliesst sondern man muss sie entschärfen.

00:36:38: und das passiert eben durch solche soziotherapeutischen Maßnahmen wo wir auch ganz große Studien haben die das zeigen.

00:36:47: Das ist dann nicht Kuscheljustiz sondern dass es einfach differenziert überlegt Was braucht der Jugendliche, dass er nicht mehr rückfällig wird?

00:36:55: Bin da so ein bisschen allergisch drauf.

00:36:57: Sie merken das mit der Kuscheljustiz

00:37:00: jetzt in Zusammenhang mit Jugendlichen.

00:37:03: Aber wie ist es denn bei Erwachsenen?

00:37:07: Ja, da ist es ja ähnlich letztlich.

00:37:09: Es hat sich irgendwie klar gezeigt, dass man mithilfe von Unterstützungsmaßnahmen aber anderseits auch irgendwie dem Anspruch an die Betroffenen an sich zu arbeiten, dann verweiter kommt als mit dem Wegsperren.

00:37:24: Und das ist im Übrigen ja auch ökonomisch sinnvoll weil wenn wir alle irgendwie sehr lange weg sperren, dann generieren wir wesentlich mehr Kosten und als wenn man über kurze Zeiträume investiert oder personell investiert und dann längere kriminalitätsfreie Zeiträumer herstellen kann.

00:37:45: also das macht auch ökonomisch Sinn.

00:37:49: Ich glaube, das ist halt auch so ein Aspekt.

00:37:52: Wir sind halt und aus meiner Sicht auch ein Reiz der Arbeit in unserem Kontext aus... wir sind halt schon irgendwie auch aufgefordert als forensische Psychiater oder Psychotherapeutin in dem Kontext bei Menschen die wirklich nach außen sehr unsympathisch rüberkommen mit denen man nicht zu tun haben will, die vor allem gezeigt haben, die erschreckend sind zum Teil aufgefordert sind, Anteile bei denen zu sehen oder auch zu prüfen wo die sich entwickeln können und Entwicklungschancen zu sehen.

00:38:28: Und so von diesem gut bösen Modell wegzukommen und halt irgendwie auch zu schauen was kann man günstig beeinflussen?

00:38:35: Es gibt Menschen die man nicht günstigt beeinflussend kann aber das sind halt sehr wenige und wenn wir alle so behandeln wie diese sehr wenigen dann würden wir ineffektiv verarbeiten.

00:38:47: Also ich bin nach wie vor ein großer Anhänger des Resozialisierungsansatzes in der Justiz und ich glaube, dass er sich auf lange Sicht einfach auch von Beginn an bewährt hat und in den letzten Jahren halt in einer Art und Weise professionalisiert wurde das man irgendwie ja nur noch ausgesprochen selten mit gravierenden Zwischenfällen zu tun

00:39:14: hat.

00:39:14: Das ist auch eine Schweizer Eigenheit.

00:39:16: Es gibt sogar ein Artikel im Strafgesetzbuch, der besagt Maßnahme statt Strafe.

00:39:23: Also sagt man wirklich Maßnahme-Stadtstrafe oder beides?

00:39:28: Manchmal ist das Maßnahme Stadtstrafe.

00:39:30: wenn jemand halt nicht schuldfähig ist dann kann man ihn ja nicht bestrafen weil er kann nichts dafür und das ist aber nur in einem geringen Teil der Straftäter der Fall.

00:39:41: also wenn jemand jetzt schwerwiegende psychische Erkrankung hat die seine Realitätskontrolle aufhebt und er sieht Dinge oder hört Dinge, die überhaupt nicht da sind.

00:39:51: Und dem kann dann dieses Verhalten nicht zugerechnet werden also kann er nicht bestraft werden und dann wird Therapie durchgeführt.

00:39:59: was wir ja häufig jetzt wesentlich häufiger sehen sind ja diese sogenannten ambulanten Maßnahmen.

00:40:04: das ist letztlich die Kombination von Strafe mit Behandlungsaufflagen oder Behandlungsangeboten.

00:40:13: Und das ist glaube ich wirklich ein großer Gewinn in der Schweiz, dass es diese vollzugsbegleitenden Maßnahmen gibt.

00:40:21: Dass es die Möglichkeit gibt sich behandeln zu lassen und dann nicht in Haft gehen zu müssen.

00:40:29: Das zeigt halt, dass in der schweiz möglich ist sehr differenziert nach den einzelnen Behandlungserfordernissen und Bedürfnissen irgendwie vorzugehen.

00:40:42: aus meiner Sicht ein Gewinn, auch für mich persönlich einen Gewinn in so einem System arbeiten zu können wo ich sehr individuelle Lösungen irgendwie empfehlen kann oder auch umsetzen kann.

00:40:52: Also das heißt der Vorwurf der Kuscheljustiz beruht auch auf Unkenntnis gegenüber den begleitenden Maßnahmen?

00:40:58: Ja, Kuschelnjustiz ist ja eh... Das ist ja so ein Schlagwort.

00:41:03: und das irgendwie was ... Keiner so weiß so richtig, was damit irgendwie gemeint ist.

00:41:11: Oder wo fängt das an?

00:41:13: Fängt es schon an wenn man irgendjemand mehr gibt als Trockenbrot oder so.

00:41:19: Also Kuscheljustiz ist irgendwie falsch weil im Grunde genommen für diese Menschen mit denen wir zu tun haben ist So die diese Verpflichtung über Probleme zu reden das eigene verhalten zu reflektieren in Dialog zu gehen, mit einem Gegenüber Kritik auszuhalten.

00:41:40: Das ist keine Kuschelsituation.

00:41:43: Der Kurve entsteht vor allem dort wo das Strafmaß nicht jenem entspricht dass die Allgemeinheit für angemessen hält.

00:41:52: also wenn jemand wirklich im allgemeinen Verständnis gering bestraft wird dann kommt der Vorwurf hoch oder wenn jemand etwas ganz Schlimmes macht und sich erlaubt seinen Fall neu beurteilen zu lassen, dann heißt es auch, der gehört einfach weggesperrt für immer.

00:42:11: Ich glaube, es gibt so einen Moralempfinden nach angemessener Strafe und ich habe selber auch schon einigemal gedacht das ist aber in meinem Empfinden etwas gar wenig für sowas.

00:42:27: Also ich hab da Verständnis für und also dass man irgendwie Strafbedürfnis hat und auch Sanktionen durchführt.

00:42:37: Und will das auch gar nicht abschaffen?

00:42:38: Also es gibt von Hegel diese Aussage, die Strafe ehrt den Täter also eine angemessene Strafe nimmt dich sozusagen ernst.

00:42:47: Das versuche ich ja in der Gutachtensituation zu vermitteln dass sich irgendwie deutlich machen das ist interessant dass das ganz viele Straftäter irgendwie auch kapieren und mit mir überhaupt nicht kritisch diskutieren wenn ich denen sage für mich sind sie schuldfähig Weil eine verminderte Schuldfähigkeit oder eine aufgehobene Schuldfähigkeit erfordert, dass man wirklich schwer beeinträchtigt ist und dann können die das gut nachvollziehen.

00:43:12: Und ich glaube, es ist auch ein Aspekt von einem humanen Umgang mit Straftattern, dass sagt ich neben deinen Verhalten ernst und spreche da noch ne Sanktion aus, die dem Verhalten gerecht wird.

00:43:25: Aber es muss halt gerecht sein und es darf sich nicht nur auf die Sanktsionen beschränken sondern Weil die Sanktion ist nach zehn Jahren vorbei.

00:43:36: Also, wir haben ... Die von dir gewünschte gerechte Strafe ausgefällt, aber die ist ja zeitlich begrenzt in der Regel.

00:43:43: Der Großteil dieser Menschen sind zeitlich begrenzt in Haft und früher hat man dann irgendwie gesagt du bist zehn Jahre drin und wir lassen dich nach zehn jahren raus und dann hat man denen die Tür aufgemacht und gesagt geh noch draußen.

00:43:57: So

00:43:57: wie in den amerikanischen Filmen?

00:43:59: Genau!

00:44:01: Ich kenne noch Menschen, die im Grunde genommen so entlassen worden sind.

00:44:05: Das habe ich noch begutachtet und das ist heutzutage völlig zurecht nicht mehr vorstellbar, weil man sich bemüht diesen Menschen auch an Startbedingungen zu ermöglichen, die ihnen nachher es leichter machen, straffrei zu leben.

00:44:24: Und das geht von beruflichen Ausbildern ... Ausbildungsangeboten, Berufsausbildung bis hin zur Vorbereitung von einem adäquaten sozialen Empfangsraum.

00:44:35: Und dafür sind dann auch zum Beispiel Lockerungen unerlässlich.

00:44:38: Du kannst nicht schwimmen lernen ohne Wasser und du kannst keine adäquote Entlassvorbereitung machen ohne Lockerung.

00:44:46: Deswegen ist es wirklich schwierig wenn einzelne Delikte die während Locker- rungen begangen werden wirklich absolute statistische Ausnahmen darstellen, dann zu Diskussionen darüber führen dass man irgendwie Lockerungen generell abzuschaffen hätte.

00:45:04: Weil dadurch würden sich viel mehr Risiken ergeben.

00:45:07: das würde wieder dazu führen, dass man Vollzugspraxis etabliert die sich in der Vergangenheit einfach nicht bewährt hat und soviel mehr Rückfälligkeit geführt hat als was unter den heutigen Bedingungen sehen müssen.

00:45:21: einfach sagen Die Rückfallraten die sinken in der Schweiz und im deutschsprachigen Raum seit Jahren, also seit mehreren Jahren kontinuierlich ab.

00:45:31: Das wird irgendwann ein Plateau erreichen aber es ist nicht so dass wir mit steigenden Rückfallzahlen zu tun haben.

00:45:39: Also das System hat sich absolut bewährt und im Kinder- und Jugendbereich der Volker wird das sicherlich noch gleich ausführen da hat sich das nochmal mehr bewährt.

00:45:50: Das ist so zum Jugendstrafrecht, da wird ja das Thema Strafen und Maßnahmen auch sehr kontrovers aktuell diskutiert.

00:45:58: Man kann Strafen-und-Maßnahmen kombinieren aber es werden häufiger Maßnahmen ausgesprochen.

00:46:04: Das führt zu großer Unverständnis manchmal weil das Bedürfnis nach Sühne und Vergeltung in der Gesellschaft natürlich gerade bei schweren Straftaten absolut verständlich ist Und da ist aber dann manchmal eine Unkenntnis des Jugendstrafrechts, also bei den Maßnahmen können wir manchmal wesentlich längere und intensivere und auch einschneidendere Maßnahmen empfehlen als das jetzt eine Strafe wäre.

00:46:32: Also wenn ich mit vierzehn in schweres Delikt begehe, dann kann ich im schlimmsten Fall bis zum Alter von fünfundzwanzig über zehn Jahre in einem strengen Jugendheim verbringen – und dass es eine Maßnahme wird oft vergessen!

00:46:48: Es wird dann immer nach Gefängnisstrafen gefordert, wo wir maximal vier Jahre haben ab sechzehn in der Schweiz.

00:46:55: Das wirkt erst mal wenig.

00:46:57: aber wenn man auf der anderen Seite sieht aha mit stationären Maßnahmen kann man ja viel länger sogar die Jugendlichen intensiv behandeln Dann merkt man plötzlich was alles möglich ist.

00:47:09: es Ist nicht das Problem dass wir die fehlenden gesetzes artikel haben es ist viel mehr das problem dass wir zu wenig Institutionen haben, wo das dann auch durchgeführt werden kann.

00:47:21: Und wenn sie jugendliche Fragen, die hocken viel lieber zwischendurch im Knast als in dem Jugendheim, wo Sie jeden Tag Sozialpädagogen haben, die mit Ihnen reden wollen und so weiter, wo sie eine Struktur einhalten müssen ... Im Knast finden Sie das viel chilliger.

00:47:40: zum Teil also muss man daneben auch sehen.

00:47:43: Lassen Sie uns kurz über kriminelle Mädchen sprechen, die sind auch gar nicht zu Wort gekommen.

00:47:49: Haben sie vor allem mit Jungs zu tun?

00:47:51: Ja, über neunzig Prozent sind bei uns Jungs

00:47:53: und die anderen zählen.

00:47:54: was machen wir so?

00:47:57: Die Mädels treten weniger häufig dann in Erscheinung, treten vielleicht weniger mit so lauten aggressiven Delikten in den Vordergrund sondern vielleicht eher subtiler.

00:48:13: Wir haben auch die Zeitspanne, wo Mädchen delinquent werden.

00:48:17: Ist insgesamt auch kürzer.

00:48:19: So zwischen fünfzehn und siebzehn haben wir oft so ein Pieck.

00:48:23: Und das sind dann weniger ... Die starken Gewaltdelikte ist ein häufiger Betugstelikte.

00:48:29: Es ist irgendwie bohligend üble Nachrede, Diebstahl, so Sachen... Bei Mädchen kann ADHS auch einen Risikofaktor diesbezüglich sein.

00:48:42: Wie ist das richtig gehört?

00:48:43: Wenn ich ein Mädchen bin und ADHS habe, dann steigert es meinen Risiko andere Mädchen zu mobben.

00:48:51: Also zumindest hat man ein höheres Risiko im Vergleich zu Nicht-ADHS Betroffenen also auch als Mädchen delinquent zu werden.

00:49:01: Ob das jetzt unbedingt Mobbing sein muss... Es gibt ja keine spezifischen ADHS Delikte Sondern ist es ja.

00:49:08: generell fehlt einem mehr so ein bisschen das Bremspedal.

00:49:11: Also, ne?

00:49:14: Und ich hatte jetzt eine Jugendliche die hat vor allem dann Diebstähle gemacht oder Zalando-Pakete dann geklaut von vor anderen Wohnungen.

00:49:23: Das war so... Oder weil sie da einfach sich nicht nicht hemmen konnte und das dann haben musste.

00:49:31: Bleiben wir kurz bei dem Alter.

00:49:34: Social Media Stichwort Was macht das mit den Gehirnen?

00:49:38: was macht es mit dem Delinquentengehirn?

00:49:43: Ja Also das finde ich einen wichtigen Punkt.

00:49:47: Da antworte ich jetzt aber nicht nur als Mediziner so, ne?

00:49:50: Ich glaube dass wir einfach in einer Zeit leben wo wir wesentlich mehr Informationen verarbeiten müssen als das in früheren Jahrzehnten und vor allem im frühen Jahrhundert der Fall war.

00:50:04: also Zukunftsforscher wie Florence Gaub zum Beispiel die sagen Wir müssten heute an einem Tag so viel Information verarbeiten wie ein Landwirt im Mittelalter in seinem ganzen Leben.

00:50:19: Und das macht natürlich was mit dem Gehirn, es macht etwas indem wir unsere Aufmerksamkeit die ganze Zeit auf ganz viele verschiedene Sachen richten müssen, Informationen verarbeiten müssen, wichtiges von unwichtigem trennen müssen, multitaskingfähig sein müssen und dass ist also unsere Selbstorganisation viel mehr und steuern müssen.

00:50:44: Und für ADHS-Betroffene ist das echt eine Herausforderung, also an einer Sache dran zu bleiben wenn ich so viele ablenkende Reize die ganze Zeit um mich habe dann ist es wirklich eine Herausforderungen.

00:50:57: Ich spreche jetzt konkret von TikTok zum Beispiel diesen extrem schnellen Häppchen die darauf ausgerichtet sind Dopaminstöße zu verursachen.

00:51:10: Da bin ich ja mit ADHS leider die Zielgruppe.

00:51:15: Ja und drinnen ist genau das falsche, nämlich irgendwie nur zwanzig Sekunden aufmerksam bleiben zu können.

00:51:24: Also das ist wirklich ein Problem und im Jugendalter passiert ja ganz viel in unserem Gehirn.

00:51:29: also gerade der vordere Teil des Frontalien wird da ganz stark umgebaut Und Lernerfahrung spielen so eine große Rolle und wenn ich lerne Also mein Gehirn, darauf trainiere nur noch ganz kurz aufmerksam sein zu können.

00:51:45: Dann ist das grad mit ADHS wirklich genau das falsche?

00:51:49: Das ist als wenn ich als Diabetiker die ganze Zeit Kuchen esse!

00:51:52: Also es ist wirklich nicht gut...

00:51:54: Ist es

00:51:54: reversibel?!

00:51:57: Ja also unser Gehirne ist unfassbar lernfähig und zwar bis ins hohe Alter.

00:52:04: Die Plastizität unseres Gehirns ist eine ganz wunderbare Sache.

00:52:10: Man muss einfach mehr darauf achten, dass Jugendliche üben länger an was dran zu bleiben.

00:52:15: Deswegen brauchen ja ADHS-Betroffene dann auch diese Unterstützung.

00:52:21: Dass sie das lernen – das Medikament hilft natürlich!

00:52:24: Es schafft bessere Voraussetzungen, dann auch länger an etwas dranzubebleiben.

00:52:29: aber man muss es im Alltag wirklich danach umsetzen und dafür belohnt werden.

00:52:34: Kürzlich hat mir ein Jugendlicher gesagt Hausaufgaben Wenn ich das sehe, dass es für mich einfach ein riesiger Berg.

00:52:44: Unerklimmer!

00:52:45: Und da muss man ihnen dann wirklich helfen salamimäßig das aufzuteilen und dass sie daran bleiben können und dass... Das ist wirklich eine Übungssache und da kann man das Gehirn auch wieder drauf trainieren.

00:52:57: insofern ja, das ist auch reversibel.

00:53:01: Wünschen Sie sich härtere Gesetze wenn's um Social Media geht?

00:53:07: In Australien ist das ja jetzt nur noch ab sechzehn erlaubt.

00:53:10: was halten Sie davon?

00:53:13: Ja, mit... Also ich denke es ist das in der Schule kein Handy dabei sein darf.

00:53:21: Das finde ich eine wichtige Sache.

00:53:23: Ansonsten ist das mit Restriktionen und Verboten immer so eine Sache.

00:53:26: wie will man das kontrollieren?

00:53:30: Ich denke es wichtiger ist dass glaube ich zu Hause ein sinnvoller Umgang damit gelernt wird.

00:53:36: Wie geht

00:53:36: das?

00:53:40: Na ja zuallererst mal über Interesse am Kind.

00:53:46: Also das klingt jetzt zwar so banal, aber ich kann mein Kind natürlich viel besser unterstützen wenn ich weiß auf welchen Plattformen ist es welche mit wem chattet es und so weiter damit ich da nur wirklich mit ihm entsprechende umgang und vielleicht auch regeln aufstellen kann.

00:54:08: es braucht zwischendurch sicher bildschirmfreie zeiten Es muss zwischendurch müssen auch die Hausaufgaben gemacht werden, wo das Handy lieber ausgeschaltet werden sollte.

00:54:19: Weil das einfach unglaublich ablenkt und dann sollen sie es auch wieder benutzen.

00:54:24: also ich meine dass ist anders jetzt heute als bei uns früher der Fall war.

00:54:30: Die ganzen Sozialkontakte die wichtig sind die laufen übers Handy und das darf man ihnen nicht verbieten aber anderes darf nicht zu kurz kommen.

00:54:39: Bewegung darf nicht so kurz kommen Kontakt im echten Leben dürfen nicht zu kurz kommen, schöne Beziehungserfahrungen.

00:54:48: Das finde ich eben

00:54:49: wichtig.".

00:54:51: Ich habe meinen Schülern ein Projekt aufgetragen und war der Überzeugung wenn die Schule aus ist unternehmen die was zusammen dann haben sie ja frei.

00:55:04: Dann können Sie sich treffen an anderen Besuchen rausgehen Und aber auch gesagt, ja dieses Projekt das können sie nicht nur in der Schule umsetzen.

00:55:13: Da müssen Sie halt auch in Ihrer Freizeit was tun dafür.

00:55:15: und die haben mir dann eröffnet dass die gehen nach der Schule nach Hause ins Zimmer mit dem Handy

00:55:23: und

00:55:24: treffen aber niemanden.

00:55:27: Was mache ich da?

00:55:30: Als Eltern oder als Lehrer?

00:55:34: Ich habe die.

00:55:35: ich hab die dann gefragt wir sind uns schon einig bisschen schräg ist und sie fern, ja schon aber wir machen das so.

00:55:41: Wir gehen nicht raus.

00:55:45: Was sagen die Forensiker?

00:55:48: Also als Forensicker klickt jetzt vielleicht ein bisschen Paradox.

00:55:52: also da sind dann nicht die Jugendlichen die dann Delikte draußen machen weil die hocken langweilig.

00:55:57: zuhause

00:55:57: habe ich mir bedacht Sehr gut.

00:56:00: Also die, die dann irgendwie nach der Schule oder während der Schulzeit, während sie schwänzen draußen ihre Kollegen treffen, die machen häufiger Delikte so und das ist auch ein Teil den man beachten muss.

00:56:12: aber ich finde es auch schade.

00:56:17: Aber ich meine so als Mann jetzt in meinem Alter Muss sich da auch ein bisschen aufpassen.

00:56:23: Jetzt auch nicht die neue Generation da irgendwie ... da irgendwie jetzt moralisch zu bewerten.

00:56:28: Das ist ein anderer Umgang, wie Sie hier kennen.

00:56:30: Auch

00:56:30: nichts left?

00:56:31: Ja also wir haben diese Geräte gebaut und es für ich ihnen gegeben... Wir Eltern geben denen diese Gerät mit denen wir ja selber nicht gut umgehen können.

00:56:41: Ich finde das lustig wenn jemand sagt, wir sind in der Verantwortung den einen bewussten Umgang beizubringen.

00:56:47: Ich würde mich nicht eignen.

00:56:49: Also nicht um sie bestellen.

00:56:50: Also das würde ich nämlich auch nochmal einwerfen wollen.

00:56:55: Auch bei mir selbst, wie häufig ich irgendwie in Gesprächen ein Handy rausnehme und nochmal irgendwie drauf gucke.

00:57:03: Und wenn man das so als Rollenmodell vorlegt muss man sich nicht wundern, wenn die... Das ist weh, ne?

00:57:09: Wenn mein Vater früher der früher viel geraucht hat, mir verboten hat zu rauchen.

00:57:14: Das nimmt man ja dann nicht ernst!

00:57:16: Dann raucht man kräftig weiter.

00:57:20: So ähnlich ist es auch mit der Handynutzung.

00:57:22: da sind wir ja auch nicht mehr irgendwie bis interähnlich eingeschränkt mittlerweile in unseren Kompetenzen wie die Jugendlichen.

00:57:34: Für sie ist es noch normaler und die hinterfragen das gar nicht, aber wenn ich so meine Bateschermzeiten anschaue dann hat sich das eigentlich auch von Jahr zu Jahr gesteigert und nicht abgeschwächt.

00:57:46: ADHS wird oft

00:57:47: als

00:57:48: Modediagnose bezeichnet.

00:57:51: was sagen Sie dazu?

00:57:54: Ja Also das hat schon was, weil es ist ja mittlerweile auch schon so zahlen durch den Raum wo man irgendwie sich fragen muss.

00:58:07: Wenn sechzig Prozent der Betroffenen die Diagnose haben, ist es dann überhaupt noch eine Störung?

00:58:13: oder ist es nicht eher Normalität?

00:58:16: und ich glaube Es ist ein Problem wenn man jede Form von Aufmerksamkeitsstörungen oder Hyperaktivität pathologisiert.

00:58:25: Wir müssen schon sehr aufpassen, wo wir irgendwie neue biologische Vulnerabilitäten oder Abweichungen vom Durchschnitt irgendwie ob wir die alle pathologisieren wollen oder mit einem Störungsbegriff versehen wollen.

00:58:39: also ich glaube das ist in der Psychiatrie ein ganz wichtiger Punkt und der forensischen Psychiatriere reicht.

00:58:47: aber andererseits ist es natürlich schon so dass durch diese Begrifflichkeit und dadurch, dass das viel diskutiert wird.

00:58:54: Was ja dann auch wieder ein Effekt für den Boden ist.

00:58:57: Hat man auch... Für Dinge wo man vor dreißig Jahren irgendwie gesagt hat, das ist schräg und störend und wo man gesagt hat der ist böse?

00:59:05: Hat man jetzt einen Referenzsystem wo man das adäquat einordnen kann.

00:59:10: also es hat Vor- und Nachteile aber wir müssen schon aufpassen.

00:59:14: Es gibt hier auch Menschen die Idee hochfunktional leben mit dieser Störung Und die würden sich dagegen verreeren, pathologisiert zu werden und aus meiner Sicht auch völlig zurecht.

00:59:28: Und deswegen glaube ich müssen wir mit solchen diagnostischen Begriffen immer sehr zurückhaltend umgehen.

00:59:34: Ich selbst habe irgendwie große Sympathie für diesen Begriff der Neurodivergenz geradeaus dem Aspekt raus.

00:59:43: Es gibt Menschen wo ich sagen würde in diesem Spektrum diese ADAS-Auffälligkeiten gibt es Menschen massiv beeinträchtigt sind und sehr stark in diesen medizinischen Bereich, diagnostischen Bereich reingehören.

00:59:57: Es gibt Menschen die halt damit in der Weise umgehen können, leben können, die irgendwie zum Teil ja auch extrem kreativ sein kann.

01:00:06: Und da würde ich den Träufel tun, die zu pathologisieren und denen zu sagen immer du musst jetzt irgendwie Therapie machen oder du musst irgendwie ... Medikamente nehmen oder was auch immer.

01:00:19: Aber diejenigen, die darunter leiden sollen Unterstützung kriegen?

01:00:24: Genau!

01:00:25: Die wirklich Probleme haben in der Alltagsbewältigung dann auch einen Leitensdruck haben.

01:00:31: da ist es auch wichtig die Diagnose zu stellen damit man auch den notwendigen Therapie aufgleisen kann.

01:00:38: also möglicherweise wird ADHS ja nicht häufiger verursacht heutzutage, aber es wird häufiger funktionell relevant weil wir eben viel mehr Informationen heutzudage verarbeiten müssen.

01:00:55: Denk auch die ganzen Ansprüche an Selbstoptimierung selbst Kontrolle sind tendenziell angestiegen.

01:01:05: das Krankheitsbild ist sehr stark entstigmatisiert worden.

01:01:09: Es wird öffentlich drüber geredet, es gibt viele Prominente mit ihrem ADHS auch rumwäden

01:01:15: auf Kast machen.

01:01:16: Wer da?

01:01:18: Also das trägt sich ja auch dazu bei und zudem wird es mehr bei Erwachsenen und mehr bei Frauen diagnostiziert.

01:01:26: Aber dass es eine Mode ist... Ja also die Gefahr besteht ein bisschen.

01:01:31: Wie ist es denn wenn ich jetzt jugendlicher bin und delinquent und dann sitze ich vor ihnen um der Fahre zum ersten Mal, Wie reagieren sie dann?

01:01:43: Also wenn man ihnen ist, dann wirklich gut erklärt und herleitet.

01:01:48: Und ihnen aufzeigt schau mal in der Grundschule da war schon dies-und das problematisch.

01:01:54: Wie lange konntest du da still sitzen und gel immer wieder Ärger.

01:01:58: von der Lehrperson wurde es oft rausgeschickt.

01:02:01: Dann merken die wirklich ja ich hatte einen Vergleich zu den anderen.

01:02:05: irgendwie hat dich da Probleme.

01:02:07: Also Elmar hat es schon gesagt, irgendwie neurodiverse.

01:02:10: Also irgendwie war ich da anders als die anderen.

01:02:14: und wenn man's dann auf eine Schiene bringt wo sie dann verstehen aha!

01:02:18: Ich kann aber durch entsprechende Unterstützung wirklich profitieren dass ich wieder auch bessere Noten habe das ich vielleicht auch wieder besser Freunde finde und meine Lehrstelle dann auch finde Dann gelingt das oft.

01:02:35: Man muss es einfach wirklich, man muss sich Zeit nehmen.

01:02:38: Es gut abzuklären und zu erklären die Eltern ins Boot zu kriegen dann gelingt das oft.

01:02:43: also ich erlebe dass nicht so dass die Jugendlichen da so wahnsinnig ablehnend sind

01:02:50: wenn sie ADHS behandeln.

01:02:55: ist das etwas was viel ausmacht oder ist das ein Teil der Therapie?

01:03:02: Kannst du sagen, man kann das auch weglassen?

01:03:05: Weil alles andere schon so sehr hilft?

01:03:06: oder ist genau dass die Medikation das was dann den Unterschied wirklich macht in Zusammenhang mit den restlichen Maßnahmen.

01:03:14: Also es ist immer eingebettet in alle Maßnahmen aber die medikation hat oft

01:03:19: doch

01:03:21: wirklich eine frappante Wirkung.

01:03:22: also manchmal sieht man sogar am schriftbild Das das plötzlich viel schöner wird nach der medikktion Oder an den besseren Noten sieht man es.

01:03:31: Also

01:03:31: bei mir nicht,

01:03:33: muss nicht immer sein aber manchmal ist das so oder dass wirklich die Jugendlichen dann merken sie können einen Vormittag durchhalten Die Hausaufgaben im Nachmittag gehen besser Sie haben irgendwie weniger Ärger und oder später in der Berufsschule der Tag den halten sie dann durch.

01:03:53: also Das ist schon oft frappant und auch für die Jugendliche selber auch eine schöne Erfahrung.

01:04:00: Auch wenn sie anfangs vielleicht ablehnen sind, aber das hat schon oft eine gute Wirkung und es zeigen auch Studien also, dass sich wirklich gut auf die Höhe von rund um acht Prozent betrachtet.

01:04:11: Und haben auch relativ wenig Nebenwirkung außer dass man weniger Hunger hat.

01:04:17: Das ist so ganz oft gerade Mittags kriegt man nicht viel runter.

01:04:21: Aber eigentlich werden die Medis gut vertragen und haben oft eine sehr positive Wirkung.

01:04:27: Ich würde mir wachsenden Bereich noch dazufügen, dass häufig die Medikation dann erst die Möglichkeit eröffnet Psychotherapie zu machen oder an einem längeren Tag der mit Therapien ausgefüllt ist irgendwie sinnvoll teilzunehmen.

01:04:41: Also wir haben schon immer wieder die Erfahrungen gemacht oder wenn ich so Verlaufskutachten gemacht habe das Leute, die hier irgendwie vorher als therapeutisch nicht erreichbar gegolten haben Wenn man die eingestellt hat in der Lage waren, auch im therapeutischen Leben mehr teilzunehmen.

01:05:01: Wo die vorher irgendwie ... sind.

01:05:03: ja dann diese Missbrauchserlebnisse beziehen sich häufig auf Therapie-Erfahrungen, wenn sie einfach viele Dinge nicht richtig aufnehmen oder beim nächsten Termin nicht wissen, was beim Termin vorher bearbeitet wurde und so.

01:05:18: Und merken, der Therapeut wird jetzt ungeduldig oder ist genervt darüber irgendwie das nicht richtig ankommt, aber die Diabose ist nicht da.

01:05:29: Und dass nicht richtig eingeordnet wird, dann stehen Missverständnisse wo einfach die Therapie ähnliche Blockaden hervorruft also die Aussicht in die Therapiestunde zu gehen ähnlich blockiert wie diese Aussicht die Volker Elben erwähnt hat mit Hausaufgaben.

01:05:45: und dann gibt es schon Leute die Erfahrungen machen.

01:05:48: ich habe jetzt dieses Medikament und ich bin plötzlich in der Lager dieser Sitzung irgendwie forty-fünf Minuten durchzuhalten und danach noch arbeiten zu gehen.

01:05:58: Und danach auch die Aufgaben, die mir aufgetragen worden sind, konsequent durchzuziehen.

01:06:07: Das ist dann auch wieder ein Erfolgserlebnis von Bahn und Zugang.

01:06:12: Insofern mag er manchmal auch so ein kleines Puzzleteil sein aber ein kleites Puzzleteil ist halt auch wichtig zum... Fertigte Ende eines Puzzles.

01:06:24: Das kleine Teil von einem einen tausend Teile-Puzzle fehlt, ist genauso ärgerlich wie ein größeres Teil von dem Zehn Teile puzzle fehlt.

01:06:34: Wir müssen da einfach gucken was benötigt die Einzelpersonen und uns damit auseinandersetzen und das ist jetzt zum Beispiel auch nochmal ein bisschen Werbung für unseren Job zu machen.

01:06:45: Wir können halt in der forensischen Psychiatrie unsere Zeit nehmen Auch mit Leuten sehr lange zu arbeiten und solche Puzzleteile auch im Verlauf zu identifizieren.

01:06:54: Weil es gibt schon eine Menge Menschen, die bei der Erstbegutachtung gar nicht auffallen als Betroffene Und wo wir dann einfach im Verlaufe sehen wenn man mit den längeren Zeit arbeiten da kommen sie immer wieder an dieselbe Grenze und dann kann man Diagnose halt erst im Verlauf stellen.

01:07:13: Volker Schmidt ihr Tipp oder Wunsch an Eltern Mit ADHS-Kindern Kindern die möglicherweise einfach Wunsch an Eltern.

01:07:23: Ja, Wunsche für die Kinder oder Wunsch an Eltern?

01:07:26: Oder ich mache mal beides.

01:07:28: Machen

01:07:28: Sie

01:07:28: also einen Kind mit ADAS was sehr impulsiv ist und schon wirklich früh Schwierigkeiten hat.

01:07:36: dem wünsche ich von Herzen wirklich Eltern die stabil unverlässlich da sind Die ihm emotionalen Halt geben die ihm aber auch Struktur Ja, die erzieherische Unterstützung geben.

01:07:53: dies braucht.

01:07:56: Ich wünsche mehr Ermunterung und Erfolgserlebnisse diesem Kind und weniger Strafe-und Misserfolg.

01:08:05: Helmar Habermeyer, ihr Wunsch an die Politik?

01:08:11: Also ich bin da eigentlich... ich glaube das ist gar nicht so eine politische Geschichte weil in der Politik würde ich mir einfach verwünschen oder in einer politischen Diskussion wirklich ne sachliche Diskussion verzolchen Aspekte wie ihre Sozialisierung.

01:08:29: Hinsichtlich ADHS ist es, glaube ich einfach eher ein Wunsch an die Praktika im Vollzug und an die einzelnen Berufskollegen.

01:08:40: aber da sind wir, glaube Ich insgesamt in einer sehr guten Entwicklung dass man das Phänomen halt einfach als solches wahrnimmt und adäquat beachtet und sich nicht irgendwie in so starren Positionen irgendwie verharrt die unkonstruktiv sind.

01:08:58: Also es war ja längere Zeit so, dass man wirklich gesagt hat wir behandeln diese Störungen nicht weil wir befürchten das dann schwarz handelt getrieben wird mit den Präparaten in Haft und das hat sich muss man einfach sagen in der letzten sieben acht Jahren in der Schweiz deutlich geändert und man ist da viel offener genauso wie man mit den Substitutionsbehandlungen mit der Donen Gaben innerhalb von Haftanstalten und so deutlich offener geworden ist.

01:09:28: Und das zeigt einfach, dass dieses System lernfähig ist und das war Lernen und das wünsche ich mir halt für die Zukunft auch.

01:09:34: Also eher Dank als Wunsch!

01:09:37: Ja also es ist ja eine kontinuierliche Herausforderung.

01:09:39: wir werden hoffentlich in fünf Jahren über andere Themen sprechen wo wir uns optimieren konnten und so und wir müssen da weitermachen.

01:09:46: Von der Politik würde ich mich halt dann einfach wünschen sind wir dann bei dem Wunsch?

01:09:50: Dass man irgendwie für diese neuen Möglichkeiten und neuen Diskussionen, Offenness.

01:09:55: Aber ich persönlich erlebe halt jetzt gerade hier am Standort Zürich eine ruhepolitische Offenheit für diese Themen.

01:10:02: deswegen wunschlos glücklich ist man nie aber ich bin weitgehend glücklich damit was sich machen kann hier.

01:10:11: Ich bin weit gehend glücklich mit dem Gespräch.

01:10:13: Nein

01:10:14: vollumfänglich.

01:10:15: vielen herzlichen Dank Volker Schmidt und Emma Hauvermeyer dass sie sich Zeit genommen haben.

01:10:21: Es war ganz interessant und lehrreich.

01:10:23: Und ich hoffe, dass sie vielen jungen Menschen ... auch etwas älteren weiterhin so helfen können wie sie es tun.

01:10:30: Danke dafür!

01:10:31: Danke, danke.

01:10:33: Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben für diese Episode.

01:10:37: Als von adhs-Betroffener lerne ich selber eine Menge bei diesen Gesprächen.

01:10:42: Danke darum auch an alle Mitwirkenden.

01:10:45: Bis zur nächsten Episode ihr Thomas Meyer.

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